AfD-Politiker Kevin Dorow unter Verdacht

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Ein junger AfD-Funktionär, eine historische Parole und Ermittlungen wegen möglicher NS-Bezüge: Der Fall Kevin Dorow entfaltet sich wie ein Politthriller.

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Auftakt in Gießen: Die neue AfD-Jugendorganisation

Image: IMAGO / Zoonar
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Ende November versammelten sich rund 400 Delegierte in der Gießener Messehalle, um „Generation Deutschland“ – den neuen Jugendverband der AfD – aus der Taufe zu heben. Zwischen Fahnen, Reden und lautstarken Ovationen präsentierte sich die Partei als selbstbewusste Kraft, die ihre junge Basis stärker einbinden will.

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Die Stimmung war elektrisierend, doch hinter den Kulissen lauerten bereits Konflikte um Worte, Symbole und Geschichtsbilder. Weshalb gerade ein einziger Satz die Feierlaune rasch kippen ließ, erfahren wir gleich.

Kevin Dorow: Shootingstar aus Schleswig-Holstein

Image: IMAGO / Revierfoto
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Der 27-jährige Kevin Dorow gilt als Hoffnungsträger der Nord-AfD. Früher Landesvorsitzender der Jungen Alternative, nun Beisitzer im neuen GD-Bundesvorstand, punktet er mit rhetorischem Talent und einem Netzwerk bis in den Bundestag.

Doch je höher der Aufstieg, desto greller das Rampenlicht: Medien und Beobachter fragen längst, wofür Dorow wirklich steht – und was er ausgerechnet an diesem Abend sagte, das jetzt Ermittler beschäftigt.

Die Rede, die alles veränderte

Image: IMAGO / Revierfoto
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In seiner Bewerbungsrede sprach Dorow von einer „Speerspitze der jungen Rechten“ und rief den Saal zu Selbstbehauptung auf. Dann fiel der Satz: „Jugend muss durch Jugend geführt werden.“ Jubel im Saal – aber auch hochgezogene Augenbrauen bei Journalisten.

Denn der Spruch wurde bereits in der Hitlerjugend als Leitsatz genutzt. Wie Dorow seinen umstrittenen Griff in die Geschichte rechtfertigt, zeigt die nächste Folie.

Historische Parolen – harmlos oder hochbrisant?

Image: AI
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Dorow verteidigte sich sofort: Der Satz stamme ursprünglich aus der Wandervogel-Bewegung vor 1914, sei also „historisch unbelastet“. Kritiker entgegnen, der Kontext ändere nichts daran, dass die NS-Jugendorganisation den Spruch massenhaft propagierte.

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Zwischen Deutungshoheit und juristischem Graubereich entsteht ein Vakuum, das nun die Justiz füllen soll. Welche Strafnorm jetzt im Raum steht, lesen Sie auf der folgenden Seite.

Unter Verdacht: § 86a StGB im Blick der Staatsanwaltschaft

Image: AI
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Die Staatsanwaltschaft Gießen prüft, ob Dorows Zitat den Tatbestand des § 86a StGB erfüllt – das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Noch handelt es sich um eine Vorprüfung, doch bei einem Anfangsverdacht drohen bis zu drei Jahre Haft oder Geldstrafe.

Dorow zeigt sich „gelassen“, spricht von „voreiligen NS-Bezügen“. Doch unabhängig von der juristischen Bewertung könnte der politische Schaden bereits angerichtet sein – was das für Partei und Jugendverband bedeutet, zeigt die letzte Folie.

Wie es jetzt weitergeht – politische und juristische Folgen

Image: IMAGO / Revierfoto
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Sollte die Staatsanwaltschaft ein offizielles Ermittlungsverfahren eröffnen, müsste Dorow womöglich sein Amt ruhen lassen. Gleichzeitig rückt „Generation Deutschland“ in den Fokus des Verfassungsschutzes, der schon länger einen möglichen rechtsextremen Einfluss prüft.

Innerhalb der AfD tobt bereits die Debatte, ob sich Dorow entschuldigen oder trotzig bleiben soll. Ob Skandal oder Nebelkerze – die kommenden Wochen entscheiden, ob Kevin Dorow zum Opfer einer Fehlinterpretation oder zum Symbol für Radikalisierung in der AfD-Jugend wird.

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