Düsseldorf – Am Wochenende zog die nordrhein-westfälische AfD eine überraschende Notbremse: Ein längst schwelender Konflikt kulminierte hinter verschlossenen Türen – das Ergebnis sickert nun durch und sorgt bundesweit für Rätselraten.
Der Abend, an dem alles kippte

Nur wenige Eingeweihte waren zugelassen, als das Landesschiedsgericht der Partei am Samstag bis spät in die Nacht tagte. Auf den Fluren herrschte Schweigen, selbst sonst redselige Funktionäre vermieden jedes Mikrofon – zu brisant war das Thema.
Am Sonntagmorgen folgte dann ein knappes Kommuniqué: Ein langjähriges Mitglied sei mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen worden, Einzelheiten wolle man „aus Respekt vor dem Verfahren“ zunächst zurückhalten. Politische Beobachter ahnten, dass es sich um mehr als eine interne Disziplinarmaßnahme handelte.
Wer ist Alexander Eichwald?

Eichwald galt lange als Nachwuchshoffnung im AfD-Landesverband NRW, brillierte in Ratssitzungen mit detailreichen Haushaltsreden und bediente in den Sozialen Medien eine wachsende Unterstützerbasis. Sein rasanter Aufstieg blieb deshalb nicht ohne Neider – doch kein Parteifreund rechnete ernsthaft damit, dass er in ein Ausschlussverfahren geraten könnte.
Bereits im Februar machte der Kreisverband Herford erstmals intern Druck. Damals sprach man von „parteischädigendem Verhalten“, Details drangen jedoch kaum an die Öffentlichkeit. Stattdessen verstärkte Eichwald seine Kampagne für ein Vorstandsamt in der frisch gegründeten Jugendorganisation „Generation Deutschland“.
Das Trigger-Moment und der endgültige Rauswurf

Erst jetzt wird klar, was hinter den Kulissen wirklich passierte: Auf dem Gründungskongress in Gießen hielt Eichwald Ende März eine Rede, die stilistisch frappierend an Adolf Hitler erinnerte. Zwischen martialischer Gestik und geschichtsrevisionistischen Anspielungen brach das Publikum in irritiertes Schweigen aus; mehrere Delegierte verließen demonstrativ den Saal.
Dieses öffentliche Fiasko lieferte dem Kreisverband Herford die fehlenden Belege für einen Antrag auf Parteiausschluss – und das Schiedsgericht folgte ihm am 25. April einstimmig. Eichwald verliert damit alle Ämter, darf weder für Mandate kandidieren noch die Parteibücher nutzen. Ob er den Gang vor ein zivilgerichtliches Berufungsorgan wagt, ist bislang offen – doch eines steht fest: Die AfD will ihn nicht mehr zurück.