Ein dreijähriges Mädchen entkommt nur knapp dem Tod, ihr Vater steht seit heute erneut vor Gericht: Die bayerische Justiz rollt einen Fall auf, der an Abgründigkeit kaum zu überbieten ist.
Die schockierende Anklage

Ein 28-jähriger Afghane muss sich vor dem Landgericht Landshut wegen versuchten Mordes verantworten. Laut Staatsanwaltschaft soll er seiner kleinen Tochter im Dezember 2024 heimlich eine mit Mäusegift gefüllte Frischhaltefolien-Plombe in den Mund geschoben haben.
Die Anklage wertet die Tat als heimtückisch und von Habgier getrieben – ein Kapitalverbrechen, das bei Verurteilung eine lebenslange Freiheitsstrafe nach sich ziehen könnte. Weiter geht’s mit den Details der perfiden Methode.
Das tödliche Giftpaket

Der Giftcocktail, der eigentlich Nagern den Garaus machen soll, war in einer winzigen Kapsel versteckt. Die Dreijährige kaute darauf herum, bis ihr Körper Alarm schlug und sie sich erbrach – nur deshalb blieb sie am Leben.
Ermittler sprechen von einer „geradezu chirurgisch vorbereiteten“ Tötungsabsicht. Was den Vater dazu trieb, geht über reinen Hass hinaus – wir werfen gleich ein Licht auf das vermutete Motiv.
Geld statt Gewissen?

Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass der Angeklagte schlicht kein Geld für Unterhalt zahlen wollte. Ein Kind koste, so die Argumentation, „Zeit, Nerven und vor allem regelmäßige Überweisungen“. Habgier vor Vaterliebe – so fasst es die Anklageschrift zusammen.
Der Beschuldigte schweigt; seine Verteidiger verweisen auf eine angebliche Intrige der Mutter. Doch warum muss der Prozess in Landshut überhaupt neu starten? Dazu gleich mehr.
Ein Prozess mit Hindernissen

Bereits im Oktober 2025 hatte die Verhandlung begonnen, sollte im November enden – bis eine erkrankte Richterin alles platzen ließ. Seit heute läuft alles von vorn, diesmal mit einem neuen Strafverteidiger an der Seite des Vaters.
Fünf weitere Verhandlungstage sind angesetzt; die Stimmung im Gerichtssaal ist gereizt, Zweifel und Emotionen liegen dicht beieinander. Bevor das Urteil in greifbare Nähe rückt, blicken wir auf den einzigen Grund, warum das Mädchen überhaupt noch lebt.
Das rettende Erbrechen

Nur Minuten nach dem Kontakt mit dem Gift spuckte die Dreijährige die Folien-Plombe wieder aus. Ärzte stellten keine dauerhaften Schäden fest; ein medizinisches Wunder, sagen Experten.
Die Mutter, die das Erbrochene bemerkte und den Notruf wählte, gilt inzwischen als Hauptzeugin. Ihre Aussage dürfte das Verfahren maßgeblich beeinflussen. Doch welche Strafe droht einem Vater, der sein eigenes Kind töten wollte? Das klären wir jetzt.
Was dem Vater jetzt droht

Im Raum steht das Höchstmaß: lebenslange Haft bei Feststellung besonderer Schwere der Schuld. Zudem könnte ein anschließender Sicherungsverwahrungsbeschluss folgen, sollte das Gericht von weiterbestehender Gefährlichkeit ausgehen.
Ein Urteil wird frühestens Mitte März erwartet. Bis dahin dominieren Entsetzen, Fassungslosigkeit – und die bange Frage, ob sich im Gerichtssaal noch neue, dunkle Details offenbaren werden. Weiter verfolgen lohnt sich: Die letzten Akte dieser Tragödie schreiben sich gerade erst.