Ein knappes Zeitfenster, großer Andrang an der Zapfsäule – und die bange Frage: Was passiert in wenigen Stunden mit den Preisen? Wer mit leerem Tank in die Woche startet, spürt bereits das nervöse Knistern an Deutschlands Tankstellen.
Was endet wann?

Der befristete Tankrabatt läuft in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch endgültig aus. Zwei Monate lang senkte der Staat die Energiesteuer, um Pendlerinnen und Pendler vor hohen Spritpreisen zu schützen. Schon seit Tagen beobachten Preis-Apps, dass viele Stationen ihre Tarife nur noch vorsichtig nach unten korrigieren – ein Indiz dafür, dass sich die Betreiber auf den Stichtag vorbereiten.
Mit Ablauf des 30. Juni kehrt die alte Steuer zurück. Doch aufgepasst: Die sogenannte 12-Uhr-Regel erlaubt es den Tankstellen erst mittags, den neuen Aufschlag einzupreisen. Wer also noch kurz vor dem Preissprung tankt, profitiert am stärksten.
Warum könnte es diesmal teurer werden?

Laut ADAC schlägt die Steuererhöhung inklusive Mehrwertsteuer mit 16,7 Cent pro Liter zu Buche. Gerade Benzin-Fahrer, die bereits 2022 unter einem ähnlich abrupten Ende des Rabatts litten, erinnern sich an rapide Aufschläge innerhalb weniger Stunden. Beobachter warnen, dass einzelne Anbieter schon am 30. Juni gegen Mittag „vorpreisen“, um sich einen Sicherheitspuffer zu verschaffen.
Bleibt der Ölpreis stabil, sollte der Liter Diesel zwar unter der symbolischen Zwei-Euro-Marke bleiben – garantiert ist das aber nicht. Spekulative Bewegungen auf dem Rohölmarkt oder Engpässe in den Raffinerien können den Effekt verstärken.
So umgehen Sie den Preisschock

Der Rat der Expertinnen und Experten klingt simpel: Jetzt noch mal volltanken – am besten heute Vormittag. Zwischen 10 und 11 Uhr liegt der Tagesdurchschnitt meist am Tiefpunkt. Wer erst am 30. Juni nach dem Frühstück losfährt, riskiert lange Schlangen, denn viele werden denselben Tipp befolgen.
Auch cleveres Timing nach dem Stichtag kann helfen: Da die Steuer erst bei der Auslieferung fällig wird, dürften viele Stationen am 1. Juli vormittags noch günstigeren Lagerbestand haben. Frühaufsteher könnten also selbst nach dem offiziellen Ende des Rabatts ein letztes Schnäppchen erwischen.
Was passiert danach?

Bleibt der Ölpreis ruhig, rechnet der ADAC mit einem Literpreis knapp unter zwei Euro – zumindest für Diesel. Bei Super E10 könnte es eng werden. Entscheidend sind die ersten Juli-Tage: Kommt kein neuer globaler Preisdruck, normalisiert sich der Markt häufig schneller, als Autofahrer denken.
Spannend wird die politische Debatte: Während das Wirtschaftsministerium einen Spritpreisdeckel ablehnt, fordern Teile der Opposition genau das. Ob die Regierung nachlegt oder die Autofahrer erneut allein lässt, klärt sich erst in den kommenden Wochen – und damit auch, ob dieser Preissprung wirklich der letzte sein wird.