Ein stechender Geruch, ein abgestelltes Auto – und eine Entdeckung, die selbst erfahrene Einsatzkräfte sprachlos machte. Was genau sich auf dem unscheinbaren Parkplatz zutrug, blieb Stunden lang ein Rätsel.
Ein ganz normaler Mittwochmittag …

Es beginnt unspektakulär: Menschen eilen mit Koffern vorbei, Pendler blicken auf ihre Uhren. Zwischen all dem Gewusel steigt ein süßlich‐fauler Geruch in die Luft, kaum wahrnehmbar, doch irritierend genug, um einen zufälligen Passanten stutzen zu lassen.
Der Mann bleibt stehen, schnuppert noch einmal und folgt der Geruchsspur. Sie führt ihn zu einem dunkelblauen Kombi in einer abgelegenen Ecke des Parkplatzes. Die Fenster sind zugeklebt, das Auto wirkt verlassen – bis auf den beißenden Gestank, der aus den Türdichtungen quillt.
Mehr Fragen als Antworten

Rasch wählt der Passant den Notruf. Minuten später rollen Streifenwagen und ein Rettungswagen heran, Blaulicht blitzt. Die Einsatzkräfte öffnen vorsichtig eine Tür – und erstarren. Ihr sofortiges Schweigen macht klar: Hier stimmt etwas ganz und gar nicht.
Während Gläser mit weißen Markierungen den Boden säumen, sichert die Spurensicherung jedes Detail. Warum war das Fahrzeug hier abgestellt? Wer ist der Halter? Und was hat es mit dem notdürftig abgeklemmten Fenster auf sich? Die Ermittler weichen keinen Zentimeter von dem Wagen, sprechen kaum, notieren viel.
Das Schweigen der Ermittler

Bis spät in die Nacht durchleuchten Lampen das Innere des Autos, Kameraauslöser klicken im Minutentakt. Gerüchte schwirren über den Platz: Von »illegalen Transporten« bis hin zu »giftigen Substanzen« ist alles dabei. Doch die Beamten geben keinerlei Auskunft – kein Name, kein Kennzeichen, nicht einmal das Geschlecht der Person im Wageninneren wird bestätigt.
Selbst Anwohner, die sich neugierig nähern, werden freundlich, aber bestimmt zurückgewiesen. Die Pressestelle verspricht lediglich, man stehe „ganz am Anfang einer umfangreichen Untersuchung“ und wolle Angehörige nicht durch vorschnelle Informationen belasten.
Endlich Klarheit – und Erschütterung

Erst am späten Vormittag des Folgetags lüftet die Polizei das streng gehütete Geheimnis: Bei dem Toten handelt es sich um einen 54-jährigen Mann aus Mössingen im Landkreis Tübingen in Baden-Württemberg. Laut vorläufiger Obduktion lag er vermutlich mehrere Tage unbemerkt in dem Wagen. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen ergaben sich bislang nicht, eine endgültige Todesursache steht aber noch aus.
Warum der Mann – dessen Angehörige ihn bereits als vermisst gemeldet hatten – sein Auto ausgerechnet am Bahnhof abstellte und die Fenster abklebte, bleibt vorerst ungeklärt. Sicher ist nur: Ein zufälliger Spaziergang und ein merkwürdiger Geruch verhinderten, dass dieser tragische Fund noch länger unentdeckt blieb.