400 000 Euro für eine unscheinbare Brieftaube – der Coup lässt selbst erfahrene Auktionsprofis staunen. Was steckt hinter dem spektakulären Zuschlag, worin liegt die Faszination dieser Vögel und wer sind die Menschen, die solche Summen bieten?
Bietergefecht in Gent: Ein Rekord fällt

Gegen 11.57 Uhr endete in den Hallen des Auktionshauses PIPA das heftigste Online-Bietergefecht des Jahres: „New Kim 3“ wechselte für 400 000 Euro den Besitzer – ein Liebhaber aus Peking drückte im letzten Sekundenbruchteil auf „Gebot bestätigen“.
Die Summe katapultiert die zweijährige Henne in die Top 3 der weltweit teuersten Tauben. Kein Diamant, keine Oldtimer-Rarität, sondern ein zweipfündiger Vogel sorgte für rauschenden Jubel im belgischen Diest, wo die Züchterfamilie Vanhoudt das Ergebnis mit einem Glas Schaumwein feierte.
Lassen Sie uns jetzt einen Blick auf die Hauptdarstellerin selbst werfen – denn was macht diese Taube so begehrenswert?
Das Wunder von Diest: Warum „New Kim 3“ einzigartig ist

„New Kim 3“ bringt es auf Durchschnittswerte von 1 215 Meter pro Minute bei Rennen zwischen 450 und 600 Kilometern – vier Mal platzierte sie sich in nur 42 Tagen ganz vorn.
Ihre Gene stammen von „New Kim“, der 2020 mit 1,6 Millionen Euro Weltruhm erlangte; Insider sprechen von einem „Gen-Jackpot“, der in jeder Brut für neue Siegertypen sorgen könnte.
Doch wie kam es, dass gerade Sammler aus Fernost bereitstehen, um europäische Stardoves in goldene Käfige zu holen? Weiter geht’s mit dem Blick nach China.
Goldrausch am Huang He: Chinas Tauben-Boom

In Shanghai locken Preisgelder von bis zu fünf Millionen Yuan pro Saison – wer dort gewinnt, wird zum Nationalhelden. Kein Wunder also, dass Züchter und Investoren weite Reisen und noch weitere Klicks nicht scheuen, wenn es um Genmaterial aus Belgien geht.
Die nun verkaufte „New Kim 3“ soll nach Angaben des Käufers zunächst in einer Hochsicherheits-Volierenanlage bei Tianjin in Quarantäne, bevor sie in ein Rennteam integriert wird – inklusive Privatveterinär, Klimasteuerung und Videoüberwachung.
Bevor der Vogel ins Reich der Mitte fliegt, wollen wir die Menschen würdigen, die ihn großgezogen haben – und deren Gefühle schwanken zwischen Stolz und Wehmut.
Vater & Sohn Vanhoudt: Stolz, Tränen, Zukunftspläne

Benny (62) und Bart (29) Vanhoudt halten aus Tradition nur 40 Zuchttauben, doch ihr Lot von 18 Hennen erzielte zusammen 523 525 Euro. „Das Geld steckt im Stall“, sagt Bart, „aber jeder Abschied schmerzt.“
Mit dem Erlös wollen sie die alte Kornscheune in ein modernes Zuchtzentrum umbauen, automatisierte Flugtore installieren – und eine neue Blutlinie aufbauen, „vielleicht die nächste Millionentaube“, schmunzelt Benny, während er liebevoll die leeren Nistkästen streichelt.
Und wohin führt das alles? Der letzte Slide wirft einen Blick auf die Zukunft der High-End-Taubenzucht und was „New Kim 3“ dort bewirken könnte.
Blick nach vorn: Wird 400 000 Euro bald ein Schnäppchen sein?

Marktexperten erwarten, dass der Preis-Zenit noch nicht erreicht ist: DNA-Analysen, Blockchain-Stammbäume und KI-gestützte Trainingsdaten könnten den Wert einzelner Tiere weiter anheizen.
„New Kim 3“ selbst wird 2026 erstmals verpaart – ihre Küken sollen in Sonderauktionen starten, Schätzpreis pro Ei: 30 000 Euro. Sollte eines dieser Jungen einen großen Sieg einfliegen, könnte der heutige Rekordpreis rückblickend wie ein Sonderangebot wirken.
Bleiben Sie gespannt, denn vielleicht flattert schon bald die nächste Sensations-Summe durchs Auktionshaus – und wieder wird ein unscheinbarer Vogel zur teuersten Taube der Welt.