Die neue Umfrage schlägt ein wie ein Blitz: Ein Politiker zieht der Konkurrenz davon, während andere im Rekordtempo an Boden verlieren. Wer führt das Feld an – und wer droht endgültig den Anschluss zu verlieren?
Ein Raketenstart namens Boris Pistorius

Der frisch veröffentlichte Forsa-Politiker-Index vom 7. Oktober 2025 zeigt ein deutliches Bild: Boris Pistorius thront mit 58 Vertrauenspunkten einsam an der Spitze. Kein anderer Spitzenpolitiker kommt auch nur annähernd in seine Reichweite – ein Vorsprung, der in dieser Deutlichkeit seit Jahren nicht mehr gemessen wurde.
Bemerkenswert: Der Verteidigungsminister hat seinen Wert trotz kontroverser Debatten um das neue Wehrdienstgesetz noch einmal um zwei Zähler gesteigert. Offensichtlich honoriert die Bevölkerung seinen klaren Kurs in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik.
Lassen Sie uns nun auf die Gründe für diesen Höhenflug blicken – und einen Blick hinter die Kulissen werfen.
Warum gerade der Verteidigungsminister so punktet

Pistorius profitiert von einer seltenen Mischung aus Bodenständigkeit und Tatkraft. Seine offene Kommunikation über die Bundeswehr-Reform und sein entschiedener Auftritt in der NATO-Debatte verschaffen ihm Glaubwürdigkeit weit über die SPD-Basis hinaus.
Gleichzeitig wirkt der frühere Innenminister aus Niedersachsen als Gegenentwurf zur Berliner Parteipolitik: Er redet Klartext, übernimmt Verantwortung und vermeidet parteitaktische Spielchen. Dieses Profil spricht vor allem jüngere und ältere Wählergruppen gleichermaßen an.
Doch wer folgt auf den Verteidigungsminister – und könnte ihm gefährlich werden?
Die Verfolger: Hendrik Wüst und ein Überraschungsaufsteiger

Mit 53 Punkten rangiert NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst klar auf Platz zwei. Sein pragmatischer Kurs in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit verschafft ihm Sympathien weit über das CDU-Lager hinaus.
Noch spannender ist jedoch der neue Name auf dem Podium: Außenminister Johann Wadephul katapultiert sich auf 43 Punkte und schiebt sich erstmals an Kanzleramtschef Thorsten Frei vorbei. Sein diplomatisches Geschick in der Ukraine-Frage zahlt sich sichtbar aus.
Und während die einen steigen, gerät an anderer Stelle eine politische Institution ins Wanken …
Der tiefe Fall des Kanzlers

Für Bundeskanzler Friedrich Merz hält die Talfahrt an: Nur noch 35 Vertrauenspunkte bedeuten ein neues Jahrestief – drei weniger als im August. Die Kritik an seinem Sparkurs und den schleppenden Koalitionsverhandlungen hinterlässt deutliche Spuren.
Besonders alarmierend für die Union: Merz verliert in allen Altersgruppen an Rückhalt, sogar in seiner einstigen Kernzielgruppe der 50-bis-64-Jährigen. Der Druck auf die Parteiführung wächst, alternative Gesichter ins Rampenlicht zu rücken.
Doch noch dramatischer sieht es am rechten Rand des Parteienspektrums aus …
Absturz am rechten Rand

Alice Weidel und Tino Chrupalla verharren mit 16 beziehungsweise 17 Punkten auf den letzten Plätzen des Rankings. Die anhaltenden Skandaldiskussionen innerhalb der AfD scheinen das Vertrauen der eigenen Anhänger zu erodieren.
Selbst bei traditionell AfD-affinen Wählergruppen wie den 30-bis-45-Jährigen sinkt die Zustimmungsrate spürbar. Die Botschaft: Polarisierung allein reicht nicht mehr – Glaubwürdigkeit zählt.
Doch was bedeutet diese neue Machtbalance kurz vor dem Wahljahr wirklich?
Folgen für die Bundestagswahl 2026

Der Vorsprung von Pistorius versetzt die SPD-Strategen in Aufbruchstimmung. Eine erneute Kanzlerkandidatur von Olaf Scholz gilt damit endgültig als unwahrscheinlich, auch wenn Pistorius offiziell (noch) abwinkt. Hinter den Kulissen wird bereits an einem Teamticket gearbeitet, das ihn in die erste Reihe hebt.
Die Union steht vor einem Dilemma: Merz hält an seiner Kandidatur fest, doch immer mehr Parteifreunde liebäugeln mit NRW-Chef Wüst als Rettungsanker. Ein personeller Wechsel noch im Frühjahr 2026 scheint nicht mehr ausgeschlossen.
Und am Ende könnte genau dieser Wechsel den entscheidenden Unterschied machen …
Das große Finale: Wer hat wirklich das Momentum?

Sollte die SPD Pistorius ins Kanzler-Rennen schicken, startet sie mit einem Vertrauensbonus, den sonst nur Helmut Schmidt 1976 vorweisen konnte. Die Union müsste in kürzester Zeit eine glaubhafte Alternative präsentieren – vielleicht sogar in Gestalt eines Wüst-Wadephul-Duos.
Fest steht: Das aktuelle Beliebtheitsranking ist weit mehr als nur eine Momentaufnahme. Es markiert einen Wendepunkt, an dem die Karten im Berliner Machtpoker neu gemischt werden.
Damit ist klar: Die kommenden Monate entscheiden, ob Pistorius seinen Vorsprung vergolden kann – oder ob die Konkurrenz noch einmal zurückschlägt.