Millionen durch Radarfallen, heftige Kritik und ein Spitzenreiter, der alles überragt: Beim Blick auf die Einnahmen durch Blitzer entsteht schnell der Eindruck, dass hier längst nicht nur Verkehrssicherheit eine Rolle spielt. Besonders spannend ist dabei, welche Städte besonders kräftig kassieren – und warum die Debatte immer schärfer wird.
Milliardenblick auf Bußgelder

Kurz vor dem bundesweiten Blitzermarathon vom 3. bis 9. August sorgt eine neue Auswertung für Aufmerksamkeit. Die Plattform Leasingmarkt.de hat Bußgeldeinnahmen und Blitzerdichte in 30 deutschen Großstädten untersucht.
Das Ergebnis fällt deutlich aus: Karlsruhe liegt beim Bußgeld pro zugelassenem Pkw mit großem Abstand an der Spitze.
Rechnerisch kommen dort 128 Euro Bußgeld auf jedes zugelassene Auto. Damit liegt Karlsruhe weit über dem Durchschnitt der untersuchten Städte.
Karlsruhe liegt deutlich über dem Schnitt

Der Durchschnittswert der 30 ausgewerteten Städte liegt bei 39 Euro Bußgeld pro zugelassenem Pkw. Karlsruhe erreicht mit 128 Euro mehr als das Dreifache.
Insgesamt nahm die Stadt rund 18 Millionen Euro durch Geschwindigkeitsverstöße ein.
Damit wird Karlsruhe in der Auswertung zur auffälligsten Stadt, wenn man die Einnahmen auf die Zahl der zugelassenen Autos herunterrechnet. Für Autofahrer dürfte das ein klares Signal sein: Hier wird besonders genau hingeschaut.
Höchste Dichte stationärer Blitzer

Passend zu den hohen Einnahmen hat Karlsruhe auch die größte Dichte an stationären Blitzern.
Auf 10.000 zugelassene Pkw kommen dort 2,6 fest installierte Anlagen. Der bundesweite Durchschnitt liegt dagegen bei etwa einem Gerät.
Das bedeutet: Wer in Karlsruhe unterwegs ist, trifft rechnerisch deutlich häufiger auf stationäre Geschwindigkeitskontrollen als in vielen anderen Großstädten. Die Auswertung zeigt damit eine klare Verbindung zwischen Blitzerstruktur und Bußgeldeinnahmen.
Hamburg und Berlin kassieren insgesamt am meisten

Bei den absoluten Bußgeldeinnahmen liegen allerdings andere Städte vorne. Hamburg nahm rund 41,8 Millionen Euro ein, Berlin kam auf 37,9 Millionen Euro.
Damit stehen die beiden Millionenstädte bei der Gesamtsumme an der Spitze.
Allerdings haben Hamburg und Berlin auch deutlich mehr zugelassene Fahrzeuge. Rechnet man die Einnahmen auf einzelne Pkw herunter, liegen beide Städte klar hinter Karlsruhe. Die hohe Gesamtsumme wirkt dadurch weniger extrem, als sie auf den ersten Blick scheint.
München bildet das Schlusslicht

Ganz anders sieht die Lage in München aus. Dort entfallen laut Auswertung nur 1,90 Euro Bußgeld auf jeden zugelassenen Pkw.
Das ist der niedrigste Wert aller untersuchten Städte. Auch bei mobilen Blitzern landet München auf dem letzten Platz.
Rechnerisch kommen dort lediglich 0,1 mobile Messgeräte auf 10.000 Fahrzeuge. Im Vergleich zu Karlsruhe oder Potsdam fällt die Kontrolldichte damit deutlich geringer aus.
Potsdam setzt stark auf mobile Kontrollen

Während Karlsruhe vor allem bei stationären Blitzern auffällt, setzt Potsdam besonders stark auf mobile Geschwindigkeitskontrollen.
Mit 0,9 mobilen Blitzern je 10.000 Pkw liegt die Stadt mehr als doppelt über dem Durchschnitt. Auch bei der Zahl der Messstellen erreicht Potsdam einen Spitzenwert.
Schlusslicht bei den Messstellen ist Bochum. Kurz vor dem Blitzermarathon zeigt die Auswertung damit deutliche Unterschiede zwischen deutschen Städten: Manche setzen stark auf feste Blitzer, andere auf mobile Kontrollen – und Karlsruhe kassiert pro Auto besonders viel.