Was als friedlicher Abendspaziergang begann, endete in wenigen Atemzügen in einem Albtraum aus Panik, Sirenen und blutverschmierten Pflastersteinen.
Vier Menschen brechen plötzlich zusammen

Nur Augenblicke voneinander entfernt stürzen erst zwei ältere Touristen zu Boden, Sekunden später folgen zwei junge Frauen. Passanten begreifen zunächst nicht, dass alle vier von derselben Klinge getroffen wurden.
Erst als Schreie nach Hilfe durch die Straßen peitschen, dämmert den Umstehenden das ganze Ausmaß: Ein einzelner Angriff treibt durch die Nacht, zielgerichtet, kalt – und doch ohne ersichtlichen Grund.
Lassen Sie uns nun die Person in den Fokus rücken, die hinter diesem rätselhaften Amoklauf steckt …
Eine Fremde mit starrem Blick taucht aus dem Nichts auf

Zeugen schildern eine Frau mittleren Alters, die scheinbar ziellos, aber mit festem Griff ums Messer durch die Menge streift. Ihr Gesicht wirkt ausdruckslos, fast entrückt, als zöge sie eine unsichtbare Stimme vorwärts.
Die Polizei veröffentlicht noch in der Nacht ein verpixeltes Foto – wenige Stunden später klickt die Handschelle. Der Name der Verdächtigen bleibt zunächst unter Verschluss, doch ihr Alter: 39.
Was sie nach der Festnahme sagt, macht alles nur noch unfassbarer …
„Ich mag keine Deutschen“, sagt sie vor dem Haftrichter

Beim Vorführen in den Gerichtssaal bricht die Frau ihr Schweigen mit einem einzigen, eiskalten Geständnis: Sie habe „nichts gegen die Opfer persönlich“, sie „möge nur keine Deutschen“. Ein Satz, so schlicht wie schockierend, der die Luft im Saal gefrieren lässt.
Noch ungeheuerlicher: Sie bittet das Gericht, ihre Tat als „Dienst an der Gesellschaft“ zu verstehen – als hätte das Verbrechen in ihrer Logik eine höhere Rechtfertigung.
Doch wer so redet, kämpft oft gegen Dämonen im eigenen Kopf …
Spurensuche in einer zerrissenen Psyche

Gutachter fordern eine sofortige forensisch-psychiatrische Untersuchung. Erste Hinweise deuten auf paranoide Schizophrenie, doch es fehlen Krankenakten, die eine Behandlung belegen.
Bis zur Klärung wird die Angreiferin in einer Gefängnispsychiatrie beobachtet. Ermittler hoffen, dass Fachärzte das Puzzle aus Wahnvorstellungen und gefährlicher Ideologie zusammensetzen können.
Bleibt die Frage: Wie konnte sie der Polizei so schnell ins Netz gehen?
High-Tech, heiße Spur – und ein Fahndungsfoto auf allen Displays

Überwachungskameras filmen die Täterin in zwei getrennten Tatorten; binnen Minuten landet ihr Bild auf den Handys der Streifenbeamten. Streifenwagen blockieren Metro- und Busstationen, während Kriminalisten das Video Bild für Bild zerlegen.
Eine Streife erkennt schließlich die Jacke der Gesuchten, kaum 800 Meter vom letzten Tatort entfernt. Ohne Widerstand lässt sie sich festnehmen – das Messer hat sie zu diesem Zeitpunkt noch bei sich.
Doch wo geschah all das? Erst jetzt wird der Schauplatz selbst zur Schlagzeile …
Tatort enthüllt: Das Blutbad ereignete sich mitten in Sofia

Die Attacke spielt sich am 26. März zwischen der Metrostation Wassil-Lewski-Stadion und dem belebten Cherni-Vrah-Boulevard ab – im Herzen der bulgarischen Hauptstadt. Vier deutsche Urlauber werden hier zum Ziel einer Fremden, die sie nie zuvor gesehen haben.
Heute, nur vier Tage später, sitzt die mutmaßliche Messerstecherin in Untersuchungshaft – Bulgariens Justiz ermittelt wegen versuchten Mordes in vier Fällen. Damit endet eine Nacht, die zeigt, wie dünn die Grenze zwischen Alltag und Abgrund manchmal ist.