Bombenzyklon im Anmarsch: Heute Abend wird es brenzlig!

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Der erste kräftige Herbststurm der Saison ist da: Ein sogenannter Bombenzyklon zieht heran, der Deutsche Wetterdienst warnt vor Sturmböen und örtlich sogar vor Orkanböen. Besonders der Freitagabend und die Nacht zum Samstag werden kritisch – und das ist erst der Anfang.

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Mit dem goldenen Oktober ist es vorbei. Ab dem Nachmittag frischt der Wind spürbar auf, dazu kommt teils kräftiger Regen. Meteorologen raten, lose Gegenstände zu sichern und unnötige Wege zu vermeiden. Wie stark der Sturm wird, welche Gefahr viele unterschätzen und wo es heute besonders brenzlig wird.

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Heute Abend erreicht der Sturm seinen ersten Höhepunkt

Symbolbild: Herbststurm über einer Landstraße. Bild: KI-generiert
Symbolbild: Herbststurm über einer Landstraße. Bild: KI-generiert

Ein kräftiges Sturmtief rollt über Deutschland hinweg und bringt Wind, Regen und örtlich sogar Gewitter. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat bereits erste Warnungen ausgegeben – und die Experten erwarten, dass es im Laufe des Abends noch ungemütlicher wird.

Das Tief trägt den Namen „Luise“ (international „Austen“). Nach einem vielerorts noch ruhigen Vormittag nimmt der Wind ab dem Mittag und Nachmittag deutlich zu. Die stärksten Böen werden laut den Prognosen am Freitagabend und in der ersten Nachthälfte zum Samstag erwartet.

> „In der Nacht zum Samstag erreicht der Sturm seinen Höhepunkt.“

> – Prognose nach DWD-Angaben, zitiert nach Berliner Kurier

Für Pendler und alle, die ins Wochenende starten, ist das eine ungünstige Zeit: Herabstürzende Äste und umgestürzte Bäume können Straßen und Bahnstrecken blockieren. Erst in der zweiten Nachthälfte lässt der Wind allmählich nach.

Was hinter dem „Bombenzyklon“ steckt

Symbolbild: Spiralförmiges Sturmtief aus dem All gesehen. Bild: KI-generiert
Symbolbild: Spiralförmiges Sturmtief aus dem All gesehen. Bild: KI-generiert

Der Begriff klingt dramatisch, ist aber ein Fachausdruck aus der Meteorologie. Von einem Bombenzyklon (Bombogenese) spricht man, wenn der Luftdruck im Zentrum eines Tiefs innerhalb von 24 Stunden um mindestens 24 Hektopascal fällt. Das Tief verstärkt sich also explosionsartig.

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Angetrieben wird das System von einem kräftigen Jetstream mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h in großer Höhe. Über dem Meer, bevor es Deutschland erreicht, zeigten Wettermodelle Böen von bis zu 160 km/h. Auf dem Weg zum Festland schwächt sich das Tief zwar ab – stark genug für Sturm- und örtlich Orkanböen bleibt es trotzdem.

Zum Vergleich: Der Kerndruck von rund 970 Hektopascal entspricht etwa dem von Orkan „Herwart“, der im Oktober 2017 über Deutschland zog. Anders als damals soll das aktuelle Tief aber nicht direkt über das Land ziehen.

So ordnen Meteorologen die Windstärken ein:

| Bezeichnung | Windstärke (Beaufort) | Geschwindigkeit |

|—|—|—|

| Stürmische Böen | 8 | 62 bis 74 km/h |

| Sturmböen | 9 | 75 bis 88 km/h |

| Schwere Sturmböen | 10 | 89 bis 102 km/h |

| Orkanartige Böen | 11 | 103 bis 117 km/h |

| Orkanböen | 12 | ab 118 km/h |

Diese Gefahr unterschätzen jetzt viele

Warnschild vor Windbruch und herabfallenden Ästen, 31.07.2026. Foto: IMAGO / Chromorange (Elke Münzel)
Warnschild vor Windbruch und herabfallenden Ästen, 31.07.2026. Foto: IMAGO / Chromorange (Elke Münzel)

Ein Herbststurm im Oktober ist oft gefährlicher, als die nackten Zahlen vermuten lassen. Der Grund: Viele Bäume tragen jetzt noch einen Großteil ihres Laubs. Die volle Krone wirkt laut daswetter.com „wie ein riesiges Segel“. Kommt aufgeweichter Boden hinzu, halten die Wurzeln schlechter – Äste brechen ab, und selbst scheinbar gesunde Bäume können umstürzen. Das passiert schon bei Böen, die im Winter kaum jemand ernst nehmen würde.

> „Goldenes Oktoberwetter ist gestrichen und wir müssen uns auf windiges und nasses Wetter einstellen.“

> – Meteorologin Renate Molitor, zitiert nach t-online

Molitor warnt zudem vor herumfliegenden Ästen und möglichen Behinderungen im Straßen- und Bahnverkehr. Der DWD rät:

– Lose Gegenstände sichern: Balkonmöbel, Blumenkästen, Trampoline, Zelte und Planen festmachen oder hereinholen.

– Wälder, Parks und Alleen meiden: Dort besteht die größte Gefahr durch herabfallende Äste.

– Nicht unter Bäumen parken: Fahrzeuge möglichst frei abstellen.

– Vorsicht auf Landstraßen durch Waldgebiete: Mit umgestürzten Bäumen auf der Fahrbahn rechnen.

– Aktuelle Warnungen prüfen: etwa über die Warn-App des DWD oder die Seite des Wetterdienstes.

Hier wird es heute besonders brenzlig

Dunkle Wolken über dem Rhein-Main-Gebiet mit dem Taunus im Hintergrund (Archivbild), 26.04.2017. Foto: IMAGO / imagebroker (Frank Wagner)
Dunkle Wolken über dem Rhein-Main-Gebiet mit dem Taunus im Hintergrund (Archivbild), 26.04.2017. Foto: IMAGO / imagebroker (Frank Wagner)

Am stärksten trifft der Sturm den Westen und Südwesten sowie die Mittelgebirge. Laut Meteorologin Molitor ist die Sturmgefahr von Nordrhein-Westfalen bis nach Baden-Württemberg am größten. Der Osten startet dagegen noch trocken – für Berlin und Brandenburg lagen zunächst keine Warnungen vor.

| Region | Erwartete Böen (laut DWD-Prognosen) |

|—|—|

| Brocken (Harz) | Orkanböen bis 130 km/h in der Nacht zum Samstag |

| Feldberg (Schwarzwald) | Orkanböen bis 120 km/h |

| Schwarzwald-Gipfel | Schwere Sturmböen um 100 km/h ab Freitagmittag |

| Rhön | Schwere Sturmböen bis 95 km/h |

| Kammlagen Thüringens, Gipfel in Sachsen | Schwerer Sturm um 90 km/h |

| NRW-Bergland und Nordwesten NRW | 80 bis 100 km/h in der Nacht |

| Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz (Flachland) | Um 70 km/h, exponiert um 80 km/h |

Für Köln hat der DWD für Freitag von 15 bis 22 Uhr vor Sturmböen von 60 bis 75 km/h gewarnt, bei Schauern und in exponierten Lagen bis 85 km/h. Im Schwarzwald und am Oberrhein sind am Nachmittag und Abend zudem einzelne Gewitter mit Sturmböen bis 80 km/h möglich.

Dazu kommt Regen: In den Staulagen der westdeutschen Mittelgebirge können örtlich 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter fallen.

Am Sonntag droht schon der nächste Sturm

Nach einem Sturm auf ein Auto gestürzter Baum, die Stelle ist abgesperrt (Symbolbild), 30.07.2026. Foto: IMAGO / Chromorange (Gerd Harder)
Nach einem Sturm auf ein Auto gestürzter Baum, die Stelle ist abgesperrt (Symbolbild), 30.07.2026. Foto: IMAGO / Chromorange (Gerd Harder)

Eine echte Verschnaufpause gibt es nicht. Am Samstag lässt der Wind im Tagesverlauf zwar vorübergehend nach – auf dem Brocken herrscht laut DWD aber auch dann noch Orkan. Die Temperaturen erreichen 8 bis 13 Grad, im äußersten Süden kann oberhalb von 1.200 Metern Schneeregen oder Schnee fallen.

Ab der Nacht zum Sonntag frischt der Wind dann erneut auf: Ein zweites Tief bringt an den Küsten und im Bergland Sturmböen. An der Nordsee sind schwere Sturmböen möglich, auf einigen Inseln bis Windstärke 10 (rund 100 km/h). In höheren Lagen der Mittelgebirge drohen teils orkanartige Böen. In den Staulagen von Eifel, Rothaargebirge und Schwarzwald könnte die Warnschwelle für Dauerregen überschritten werden.

Mitten in das Sturmwochenende fällt die Zeitumstellung: In der Nacht zu Sonntag, dem 25. Oktober, werden die Uhren von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt. Erst ab Montag wird es ruhiger – dann sorgt ein Zwischenhoch für weniger Wind und Temperaturen von 11 bis 16 Grad.

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