Ganz Hohenfels wartet gespannt: Bürgermeister Christian Graf hat seine Zukunftspläne ausgerollt – und dabei mehr versprochen als nur frischen Asphalt.
Die Bühne gehört dem Bürgermeister: Erste Einblicke in die Vision 2035

Hohenfels’ Rathaussaal platzte bei der jüngsten Bürgerversammlung aus allen Nähten, als Christian Graf um Punkt 19 Uhr das Mikrofon ergriff. Schon der Einstieg ließ aufhorchen: „Wir denken heute nicht nur bis 2026, wir denken bis 2035“, kündigte der Bürgermeister selbstbewusst an und verwies auf eine „Strategielandkarte“, die er gemeinsam mit Verwaltung, Vereinen und Wirtschaftspartnern erarbeitet habe.
Graf machte klar, dass Wohlstand, Lebensqualität und Nachhaltigkeit gleichberechtigt im Fokus stehen. Während an den Wänden Projektskizzen hingen, versprach er: „Hohenfels soll oberpfälzischer Taktgeber bleiben – klimaneutral, digital vernetzt und sozial stark.“
Lasst uns einen Blick auf die ersten konkreten Baustellen werfen.
Baustellen, Haushalt, Pflichtaufgaben – der nüchterne Teil der Zukunft

Bevor die Vision fliegen darf, muss Bodenarbeit her: 7,8 Millionen Euro sind allein 2026 für Pflichtaufgaben eingeplant. Darunter fallen die Sanierung maroder Ortsstraßen, die Modernisierung des Abwasserkanalsystems sowie der Neubau eines Feuerwehrhauses, das mit Solarstrom und Regenwasseraufbereitung Maßstäbe setzen soll.
Finanziert wird das Paket durch Fördermittel des Freistaats, Eigenkapitalreserven und – durchaus umstritten – eine moderate Grundsteuererhöhung. Graf betonte jedoch, dass jeder Cent in „Infrastruktur, die Generationen trägt“ wandert.
Doch trockene Zahlen waren nur das Aufwärmen – jetzt wird’s digital.
Digital-Schub & Glasfaser: Hohenfels will Turbo-Internet

Bereits 93 Prozent der Haushalte sind ans Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen, doch Graf will den weißen Flecken endgültig Lebewohl sagen. Ein neues „Gigabit-Cluster“ rund um die Schulen, das Rathaus und den Gewerbepark soll bis Ende 2026 stehen und 10-Gigabit-Leitungen ermöglichen.
Parallel kündigte der Bürgermeister einen Bürger-App-Relaunch an: Vom Kita-Platz bis zur Sperrmüllabfuhr soll künftig alles „per Wisch“ erledigt werden. „Digitale Verwaltung spart Zeit, Geld und Nerven“, warb Graf – und läutete damit das nächste emotionale Kapitel ein.
Denn dort, wo Technik endet, beginnt das soziale Herzstück seines Plans.
Kinder, Kultur, Begegnung: Das Herzstück nimmt Konturen an

Der große Coup heißt „Haus der Generationen“. Auf dem Areal der alten Brauerei entsteht ein Holz-Hybridbau mit Bibliothek, Probenräumen, Familiencafé und Co-Working-Flächen. Graf nennt es „mein Herzensprojekt“, weil hier Jung und Alt, Neubürger und US-Soldatenfamilien zusammenkommen sollen.
90 Prozent der Baumaterialien stammen aus der Region, die Dachterrasse wird mit Urban-Gardening-Beeten bestückt – gepflanzt von Kita-Kindern und Senioren. Baustart: Frühjahr 2026, Eröffnung: symbolträchtig zum Volksfest 2027.
Und genau dieses Volksfest verrät, warum internationale Partnerschaft für Hohenfels so wichtig ist.
Deutsch-amerikanische Freundschaft als Wachstumsmotor

Ob Volksfest oder die frisch eröffnete „Waffler’s Kantine“ auf dem US-Gelände: Graf nutzt jede Gelegenheit, um die Verbindung zur Army-Community zu stärken. Der Bürgermeister sieht in der NATO-Präsenz einen Standortvorteil – nicht nur für Gastronomie und Einzelhandel, sondern auch für duale Ausbildungsprogramme, die 2025 angelaufen sind.
Künftig soll ein gemeinsamer Business-Inkubator Start-ups aus beiden Kulturen fördern. „Wenn Bayern und die USA hier im Labertal kollaborieren, gewinnt ganz Europa“, schwärmt Graf – und leitet elegant zum politisch spannendsten Teil seiner Rede über.
Jetzt wird es persönlich: Wie geht es für Christian Graf selbst weiter?
Der Showdown: Graf verrät sein „Herzensprojekt“ – und seinen Wahlfahrplan

Am Ende zieht Graf die Folie mit der größten Überschrift auf: „Kommunalwahl 2026 – Mission zweite Amtszeit“. Unter großem Applaus bestätigt er, erneut kandidieren zu wollen. Sein Versprechen: Die Vollendung des Hauses der Generationen wird zum Gradmesser seiner Leistungsbilanz.
Er bittet die Bürger um zwei Jahre Vertrauen – „damit wir gemeinsam den letzten Stein setzen können“. Mit Standing Ovations verabschiedet sich der Bürgermeister in den Abend; draußen leuchten bereits Baukräne im Flutlicht. Hohenfels weiß nun, worauf es sich freuen darf – und wem es 2026 die Schlüssel zum Rathaus anvertrauen soll.
Fortsetzung? Die liegt jetzt in den Händen der Wähler.