Heute Vormittag hat der Deutsche Bundestag das Steueränderungsgesetz 2025 beschlossen – ein Milliardenpaket, das Millionen Bürgerinnen und Bürger ab 2026 spürbar entlasten soll.
Das Paket ist beschlossen – aber was steckt wirklich drin?

Der Beschluss fiel kurz nach 11 Uhr: Mit den Stimmen der Ampel-Koalition passierte das Gesetz das Parlament. Kern des Pakets sind eine dauerhaft günstigere Mehrwertsteuer auf Speisen, eine höhere Pendlerpauschale und bessere Abzugsmöglichkeiten für Ehrenamtliche, Parteispender und Gewerkschaftsmitglieder.
Während sich die Koalition für einen «großen Entlastungsschritt» feiert, warnen Kritiker vor milliardenschweren Einnahmeausfällen für die Länder – ein Streit, der sich erst im Bundesrat entscheiden wird.
Kommen wir nun zu der Maßnahme, die Berufspendler am meisten interessieren dürfte.
Pendlerpauschale: **38 Cent ab dem ersten Kilometer**

Bislang erhielten Arbeitnehmer erst ab dem 21. Kilometer die volle Kilometerpauschale von 38 Cent – damit ist ab 1. Januar 2026 Schluss. Künftig werden 38 Cent ab Kilometer eins erstattet; für täglich zehn Kilometer Arbeitsweg macht das 176 Euro pro Jahr extra.
Pendler mit langen Strecken profitieren noch stärker: Bei 30 Kilometern steigt der Abzug um rund 228 Euro pro Jahr. Ein echter Anreiz, weiterhin ins Büro zu fahren – oder doch zum Umzug aufs Land?
Und schon wartet die Gastronomie auf ihre Schlagzeile.
Restaurant-Rechnung: **Dauerhaft nur 7 % Mehrwertsteuer**

Die Senkung des Steuersatzes auf Speisen von 19 % auf 7 % wurde in der Pandemie befristet eingeführt – jetzt wird sie dauerhaft. Das Entlastungsvolumen für die Branche liegt allein bei gut 3 Mrd. Euro jährlich.
Ob die Ersparnis bei den Gästen ankommt, bleibt offen: Restaurants entscheiden selbst, ob sie die Preise senken oder lieber investieren. Verbraucherschützer fordern Transparenz, Wirte verweisen auf gestiegene Energie- und Personalkosten.
Doch das Paket umfasst weit mehr als Essen gehen.
Ehrenamt, Spenden, Gewerkschaften: **Mehr Anreize fürs Engagement**

Die Übungsleiterpauschale steigt auf 3 300 Euro, die Ehrenamtspauschale auf 960 Euro. Damit lassen sich freiwillige Tätigkeiten stärker steuerlich absetzen – ein Plus von bis zu 180 Euro im Jahr für Engagierte.
Auch Parteispenden und Gewerkschaftsbeiträge werden großzügiger behandelt: Der abzugsfähige Höchstbetrag für Parteispenden verdoppelt sich, Gewerkschaftsbeiträge bleiben künftig selbst dann voll wirksam, wenn der Arbeitnehmer-Pauschbetrag nicht überschritten wird.
Doch alles hängt an einer letzten Hürde.
Showdown im Bundesrat: **Wer bezahlt die Rechnung?**

Die Länder verlieren laut Finanzministerium rund 2 Mrd. Euro Steuereinnahmen pro Jahr. Mehrere Ministerpräsidenten verlangen daher einen Ausgleich aus Berlin – sonst drohe ein Vermittlungsausschuss.
Finanzministerin Schulze hält dagegen: Die Entlastung sei „ein nötiger Konjunkturimpuls“, den die Länder über höhere Konsumsteuern wieder einspielen würden. Die entscheidende Abstimmung im Bundesrat ist für den 19. Dezember terminiert.
Und was bedeutet das konkret für Sie und Ihren Geldbeutel?
Finale Rechnung: **So viel sparen typische Haushalte wirklich**

Beispiel Single-Pendler, 15 km Arbeitsweg, gelegentliche Restaurantbesuche (1 000 € Jahresumsatz in Speisen): netto rund 260 € Entlastung pro Jahr – plus bis zu 180 € bei Ehrenamt. Familien mit zwei Berufstätigen und 25 km Pendelstrecke kommen auf gut 620 €.
Ob die Summe im Portemonnaie ankommt, entscheidet sich an der Supermarktkasse, in Kantine und Cafe – und nicht zuletzt am 19. Dezember im Bundesrat. Bis dahin bleibt es spannend.