Bundeswehr-Oberst über neue Drohnen-Gefahr: „Militärisch ein Riesenunterschied“

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Die Drohnen brummen über deutschen Städten, Flughäfen und Kasernen – und plötzlich steht die Frage im Raum, ob der Himmel noch sicher ist.

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Alarmstufe Himmel – Wie nah die Gefahr bereits ist

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Drohnen­sichtungen haben sich in diesem Jahr vervielfacht, Sperrungen großer Airports gehören fast schon zum Alltag. Umfragen zeigen: Rund acht von zehn Deutschen befürworten inzwischen den Abschuss illegaler Fluggeräte – ein Wert, der selbst Sicherheitsexperten überrascht.

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Gleichzeitig ringt die Politik um Befugnisse und Technik, denn jede dritte Meldung stammt von Orten, an denen es bislang keine klar definierte Abwehrkette gibt. Bleibt die Frage: Wer darf eigentlich schießen, wenn Sekunden zählen?

Weiter geht’s mit dem Mann, der den Überblick behalten soll…

Der Mann, der es wissen muss – Oberst Guido Schulte

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Guido Schulte, Oberst der Bundeswehr und Chief Information Security Officer, überwacht täglich die digitale Flanke der Streitkräfte. Sein Spezialgebiet: das Zusammenspiel aus Cyberabwehr und physischen Bedrohungen – eine Kombination, die beim Thema Drohnen brandaktuell wird.

Im Interview warnt Schulte, viele unterschätzten den “militärischen Riesen­unterschied”, den moderne Systeme bringen. Während früher eine einzelne Aufklärungs­drohne schon Aufsehen erregte, drohen heute ganze Schwärme – und jede Lücke im Himmel bedeutet eine Lücke im Datenstrom.

Doch wie wird aus einer Silvester-Show plötzlich ein Kriegsszenario?

Vom Silvester-Spektakel zur Kriegsrealität

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Wer die choreografierten Lichtspiele von Hunderten Mini-Drohnen kennt, hat bereits eine Vorahnung: dieselbe Schwarm­logik, die am 31. Dezember Herzen höher­schlagen lässt, kann an jedem anderen Tag zum taktischen Albtraum werden. Die Geräte kommunizieren selbst­ständig, füllen Formations­lücken und reparieren ihr Netz in Millisekunden.

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Treffen sie auf ein militärisches Ziel, liefern sie live-Daten oder tragen kleinst­kalibrige Sprengsätze. Ein Abschuss von zehn Drohnen ist machbar – von hundert kaum, denn jede zerstörte Einheit wird sofort ersetzt.

Welche Antworten hat die Politik bereits vorbereitet?

Laser, Jammer, Skyranger – Deutschlands Abwehrpläne

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Im Kanzleramt liegt ein 30-Punkte-Plan: Laser­systeme von Rheinmetall, Störsender auf Bundespolizei­fahrzeugen und der Flug­abwehrpanzer Skyranger 30. Bislang sind 19 Stück bestellt, Experten halten jedoch 600 für notwendig, um Großstädte und Schlüssel­infrastruktur abzudecken.

Parallell dazu tüftelt der Maschinenbauer Trumpf an Hochenergie­lasern, die selbst Mini-Drohnen in Sekunden verdampfen sollen. Doch jeder neue Schild provoziert den nächsten Speer – und genau hier wird es brenzlig.

Denn der gefährlichste Gegner ist nicht die Hardware, sondern die Schwarm-Intelligenz dahinter…

Das beunruhigendste Szenario – Der selbstheilende Schwarm

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Oberst Schulte beschreibt ein Netzwerk, das ohne externes GPS auskommt, Funk­störungen umgeht und seine Formationen wie Wasser an Hindernisse anpasst. Wird ein Pilotdrohne gehackt oder zerstört, übernimmt sofort die nächste – kein Stall, kein Chaos, nur Algorithmen.

Klassische Abwehr­methoden wie Frequenz­jamming oder kinetische Projektile stoßen an physikalische Grenzen, wenn Dutzende autonome Ziele gleichzeitig manövrieren. Dann entscheidet Reaktions­geschwindigkeit, und die liegt beim Computer, nicht beim Menschen.

Alles steuert auf die Kernfrage zu: Was bedeutet “militärisch ein Riesenunterschied” konkret?

Militärisch ein Riesenunterschied – Was jetzt zählt

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Schulte fasst es drastisch: Ein Schwarm sei keine Waffe mehr, sondern ein “Kampfraum, der sich ausbreitet”. Wer die ersten Sekunden verliert, verliere womöglich die gesamte Gefechtsführung – Sensoren, Kommunikation, Nachschub­wege.

Deutschlands nächster Verteidigungs­haushalt sieht Milliarden für Drohnenabwehr vor, doch Zeit ist inzwischen die knappste Ressource. Entscheidet sich die Politik nicht rasch für flächendeckende Laser- und KI-Systeme, könnte der Himmel über Europa bald zum Spielfeld fremder Algorithmen werden – und genau das wäre der Unterschied zwischen Kontrolle und Kontrollverlust.

Wie lange bleibt uns, bis die Gefahr Realität wird? Die Uhr tickt.

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