Ein rätselhafter Hügel auf dem Gizeh-Plateau versetzt die Archäologie in Aufruhr.
Die kühne Behauptung

Der Paukenschlag kam in einem US-Podcast, als der italienische Geophysiker Filippo Biondi erklärte, sein Team habe „eine riesige, symmetrische Struktur“ unter einem unscheinbaren Sandhügel identifiziert. Erste Radaraufnahmen ließen für ihn keinen Zweifel: Die klassische Ost-West-Ausrichtung der Pyramiden weise spiegelgleich auf eine zweite, liegende Löwengestalt hin.
Sollte sich diese These bewahrheiten, stünde die Geschichtsschreibung der altägyptischen Kunst komplett auf dem Kopf – und genau das macht die Fachwelt nervös.
Weiter geht es mit der Frage, wo genau diese geheimnisvolle Spur im Sand beginnt …
Spurensuche im Sand

Ausgangspunkt der Untersuchung war eine alte Beobachtung: Die sogenannte Traumstele zwischen den Vorderpfoten der bekannten Sphinx zeigt zwei nahezu identische Figuren. Lange galten sie als rein symbolisch, doch Biondi fragte sich, ob die alten Steinmetze vielleicht wörtlicher gemeint waren, als bisher angenommen.
Mittels Bodenradar kartierte sein Team das Gelände südwestlich der Mykerinos-Pyramide; dort verzeichnete die Software ein langgezogenes, löwenförmiges Echo – exakt gespiegelt zur heutigen Sphinx.
Wem wir diese gewagte Neuinterpretation zu verdanken haben, klären wir gleich …
Der Mann hinter der Theorie

Filippo Biondi, Jahrgang 1981, stammt aus Florenz und machte sich mit Hochfrequenz-Scans an römischen Ausgrabungen einen Namen. Sein Markenzeichen: Er verbindet klassische Archäologie mit militärischer Satellitentechnik, um verborgene Strukturen sichtbar zu machen.
Nach eigenen Angaben finanzierte er das Gizeh-Projekt jahrelang aus privaten Sponsorgeldern – unter anderem eines Tech-Milliardärs, der anonym bleiben will. Dass Biondi nun mit seiner spektakulären Sphinx-Behauptung an die Öffentlichkeit geht, hat einen Grund, den wir im nächsten Abschnitt lüften …
Die Technik, die Nächte durchdringt

Erstmals kamen in Gizeh großflächig Spaceborne-Ground-Penetrating Radar-Satelliten zum Einsatz. Sie senden Mikrowellenimpulse, die selbst durch mehrere Meter dichten Wüstensand dringen und geologische Anomalien millimetergenau vermessen.
Laut Biondi zeigen die Daten „vertikale Schächte und Hohlräume“ in exakt der Tiefe, in der bei der bekannten Sphinx Querschnitte des Gesteins liegen. Ein scheinbar perfekter Spiegelbau – Grund genug, offiziell eine Grabungsgenehmigung zu beantragen. Doch aus Kairo kommt Gegenwind …
Skepsis aus Kairo

Ägyptens Antikenbehörde reagierte kühl: Man habe das Gebiet „seit Jahrzehnten vollständig ausgegraben“, heißt es. Ein zweites Kolossaldenkmal dieser Größe sei „archäologisch unplausibel“. Der ehemalige Antikenminister Zahi Hawass sprach sogar von „Pseudo-Wissenschaft“.
Andererseits sorgt der bevorstehende Grand-Opening-Termin des Grand Egyptian Museum für Druck, jeden potenziellen Sensationsfund zu prüfen. Hinter verschlossenen Türen wird bereits über Testbohrungen diskutiert. Was geschieht, wenn die Genehmigung erteilt wird, erfahren Sie gleich …
Was passiert als Nächstes?

Biondis Team legte gestern einen formellen Expeditionsplan vor: Binnen drei Monaten könnten endoskopische Minisonden den mutmaßlichen Hohlraum erkunden, ohne den Hügel aufzugraben. Sollten Kameras dort Skulpturen zeigen, wäre das die größte ägyptologische Entdeckung seit Tutanchamun.
Bis dahin bleibt das Rätsel ungelöst – doch die Aussicht auf eine zweite Sphinx beflügelt bereits Tourismus-Werber und Hollywood-Studios gleichermaßen. Vielleicht schreiben wir schon bald ein neues Kapitel der Menschheitsgeschichte – oder wir erleben den spektakulärsten Irrtum des Jahrzehnts.