„Das kotzt mich an“: Wal-Experte wütet über entscheidenden Fehler

- Advertisement -

Ein tonnenschweres Drama spielt sich in der Wismarer Bucht ab: Buckelwal „Timmy“ strandet zum zweiten Mal – und plötzlich eskaliert ein Streit, der die ohnehin schwierige Rettung in Gefahr bringt.

- Advertisement -

Schwere Tonnen, flaches Wasser

IMAGO / Agentur 54 Grad
IMAGO / Agentur 54 Grad

Als sich an diesem Ostersonntag der Morgennebel lichtet, liegt der 30-Tonnen-Koloss wieder reglos auf einer Sandbank. Zweimal hatte er sich in der Nacht aus eigener Kraft befreit, doch das flache Wasser der Ostsee zog ihn erbarmungslos zurück. Augenzeugen berichten von leisen Klagerufen, Möwen hocken auf seinem Rücken – ein Bild, das sich binnen Stunden in sozialen Medien verbreitet und tausende Menschen an die Küste lockt.

- Advertisement -

Polizeiboote kreisen im Leerlauf, Greenpeace-Aktivisten paddeln auf Schlauchbooten, Drohnen summen über der Szene. Noch ist unklar, ob sich eine neue koordinierte Bergung überhaupt lohnt – oder ob man den Wal in Ruhe lassen soll. Die Anspannung knistert, denn ein entscheidender Akteur fehlt plötzlich an Deck.

Nächste Slide: Wer diesen Akteur ausgeschlossen haben soll – und was er dazu sagt.

Der Ausgebootete: Robert Marc Lehmann steigt von Bord

IMAGO / Agentur 54 Grad
IMAGO / Agentur 54 Grad

Robert Marc Lehmann, preisgekrönter Meeresbiologe und YouTube-Star, war beim ersten Befreiungsversuch mitten im Wassergraben, den Baggerfahrer in den Ostseesand frästen. Nun steht er an Land und lässt in einem 20-minütigen Instagram-Video kein gutes Haar an den Verantwortlichen: „Das kotzt mich an! Ich wurde aktiv ausgeschlossen.“ Seine Community klickt millionenfach, Medien greifen das Zitat dankbar auf.

Lehmann behauptet, er habe einen minutiösen Nachsorge-Plan erarbeitet: Begleiten, beruhigen, guiden – ohne Druck und ohne Motorlärm. Doch nachdem „Timmy“ kurz frei war, sei genau diese Phase ignoriert worden. Der Vorwurf: aus Hast und Selbstdarstellung heraus sei der Wal in die Irre getrieben worden.

Weiter geht’s mit: Welcher „entscheidende Fehler“ tatsächlich passiert sein soll.

Der strittige Moment nach dem Jubel

Image: AI
Image: AI

Laut Lehmann endete der Erfolg zu früh: Kaum schwamm „Timmy“ erstmals an, dröhnten Motoren, Kameraleute rückten heran, Boote schnitten dem Tier den Weg ab. Statt seicht ins Tiefe zu gleiten, habe der Wal panisch gewendet – ein Szenario, das der Biologe in Briefings „von Anfang an“ gefürchtet habe.

- Advertisement -

Diese verlorenen Minuten seien fatal gewesen: Stress, Dehydrierung, Sonnenbrand, Netzreste im Maul – der Körper des Wals habe keine Reserve mehr. „Wer Wale lesen kann, weiß, dass er da schon aufgab. Ich hasse es, wenn ich Recht behalte“, wettert Lehmann.

Doch es gibt eine zweite Version der Geschichte – und die klingt ganz anders.

Dementis auf offener See

Image: AI
Image: AI

Bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz auf dem Polizeiboot „Uecker“ weist Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus die Vorwürfe zurück: „Niemand hat Herrn Lehmann ausgeschlossen.“ Auch Greenpeace-Sprecher und ITAW-Forscher beteuern, man habe den Experten „jederzeit willkommen“ geheißen.

Stattdessen betont Museumsdirektor Burkard Baschek, dass eine 500-Meter-Sperrzone eingerichtet wurde, um Motorgeräusche zu minimieren. Man lasse den Wal „in Ruhe Kraft tanken“. Zwei Narrative prallen frontal aufeinander – und irgendwo dazwischen ringt „Timmy“ um sein Leben.

Im Fokus der nächsten Slide: Wie schlecht es dem Wal wirklich geht – und welche Optionen bleiben.

Drei düstere Szenarien für „Timmy“

Image: AI
Image: AI

Lehmann zeichnet ein unbarmherziges Bild: Eine neue Bergung sei „extrem unwahrscheinlich“, das Tier sei ausgezehrt und verbrannt. Lässt man es sich selbst überlassen, drohten qualvolle Wochen, in denen der Wal immer wieder strande. Bleibt noch die Euthanasie – doch „es gibt weltweit keine humane Methode für ein zehnfaches Elefantengewicht“, warnt der Biologe.

Derweil verweisen Behörden auf die biologische Belastbarkeit von Buckelwalen: „Wochenlang ohne Nahrung“ sei möglich, wenn nur endlich Ruhe einkehre. Zwischen Hoffnung und Horror wächst ein medialer Sturm, Fans des Meeresriesen spenden in Livestreams und fordern „Save Timmy“ – doch Planung und Zeit zerrinnen.

Kommen jetzt die ersehnte Wende – oder die bittere Schlussnote? Die Antwort folgt.

Ein letzter Hoffnungsschimmer – und eine Lehre

Image: AI
Image: AI

Kurz vor Mittag die Nachricht: Bei steigendem Pegel dreht sich „Timmy“ erneut frei, wird von Polizei- und Greenpeace-Booten behutsam aus der Bucht eskortiert. Doch die Gefahr bleibt – überall lauern Sandbänke, das Tier wirkt stark geschwächt. Die Crew beschließt, diesmal Lehmanns Guiding-Konzept zu testen – stilles Geleit bis in tieferes Wasser, Drohnen begleiten aus der Luft, Motoren bleiben aus.

Ob der Wal überlebt, entscheidet sich in den kommenden Stunden. Sicher ist nur eines: Rettung gelingt nur, wenn Experten, Aktivisten und Behörden an einem Strang ziehen – statt Schlagzeilen zu produzieren. Für „Timmy“ ist jeder zusätzliche Meter Richtung offene Ostsee nun Gold wert, und vielleicht rettet gerade dieses späte Miteinander sein riesiges, pochendes Herz.

Fortsetzung ungewiss – doch die Küste hält den Atem an.

- Advertisement -

Latest Posts