Seit Tagen fiebern das ganze Land und Abertausende Meeresfreunde mit „Timmy“, dem Buckelwal, der sich in der Wismarer Bucht verirrt hat. Heute, am 31. März 2026, überschlagen sich die Ereignisse – und jeder neue Faktus könnte über sein Überleben entscheiden.
Frei, aber nicht befreit

Timmy schwimmt wieder eigenständig durch die Bucht, doch von Entwarnung sprechen die Fachleute nicht. Die massive Hautentzündung am Rücken hat sich trotz verbesserter Wasserzirkulation weiter ausgebreitet und lässt das Tier sichtlich schwächer wirken.
Gleichzeitig bleibt die Bucht ein tückisches Labyrinth aus Sandbänken und seichten Stellen. Sollte Timmy noch einmal aufsetzen, könnte sein geschwächter Körper den Druck nicht mehr kompensieren. Sein Schicksal hängt also buchstäblich an jedem Flossenschlag.
Weiter geht es mit einem Blick auf das unerbittliche Ostsee-Wetter …
Sturmböen peitschen die Rettungskräfte

Regenbänder drängen seit dem Morgen von Westen herein, und Böen von über 70 km/h preschen über die Wasseroberfläche. Schlauchboote stampfen in den Schaumkronen, Drohnen driften ab – jede Maßnahme, Timmy in tieferes Fahrwasser zu lotsen, wird zur Nervenschlacht.
Besonders brisant: Die Helfer müssen das Tier von der Bucht von Poel fernhalten, wo bei Niedrigwasser großflächiger Schlick wartet. Ein einziges falsches Manöver, und der Wal könnte dort endgültig festsitzen.
Doch das ist nicht die einzige Bedrohung, die im Wasser lauert …
Das Rätsel im Maul – ein Stück Geisternetz

Als Timmy gestern kurz aufgetaucht ist, blitzte zwischen den Barten erneut ein Strang Kunststofffaser hervor. Ob es nur ein kurzes Seil oder ein größeres Netzfragment ist, bleibt unklar – sichtbar ist nur ein faustgroßer Knoten. Ein Eingriff im offenen Maul gilt als Hochrisiko-Operation: Ein zuckender Wal könnte Menschen schwer verletzen, und eine Sedierung im offenen Meer brächte Lebensgefahr für das Tier.
Währenddessen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Gewebe entzündet oder die Fäden sich tiefer ins Zahnfleisch schneiden. Jeder zusätzliche Tag ohne Entfernung verschlechtert die Prognose.
Trotz aller Widrigkeiten formiert sich nun ein bislang einmaliges Bündnis …
Ein Rettungsteam, das Grenzen sprengt

Greenpeace, Sea Shepherd, das Deutsche Meeresmuseum und lokale Behörden haben über Nacht eine schwimmende „Wal-Gasse“ aus Pontons errichtet. Sie dient als Leitkorridor Richtung offene See und ermöglicht zugleich verlässliche Beobachtungspunkte für Veterinärmediziner.
Finanziell hat die Aktion bereits die 100-000-Euro-Marke überschritten; das Land Mecklenburg-Vorpommern hat heute früh zusätzliche Mittel freigegeben. Freiwillige tauchen Netze ab, Fischer melden Echolot-Sichtungen – selten stand die Ostseeküste so vereint hinter einem fünfzehn Meter langen Patienten.
Bleibt am Ende nur noch eine entscheidende Frage …
Kann Timmy das Zeitfenster nutzen?

Die Meteorologen erwarten für den frühen Donnerstagmorgen eine sechs-stündige Windpause. Das könnte der Moment sein, in dem Tierärzte per endoskopischem Fanghaken das Netzfragment entfernen wollen – ein Manöver, das weltweit noch nie an einem freischwimmenden Buckelwal versucht wurde.
Gelingt es, könnte Timmy kräftig genug sein, um der Wismarer Bucht zu entkommen und Kurs auf tiefes Wasser zu nehmen. Scheitert der Plan, droht eine erneute Strandung – und dann wäre die Ostsee wohl endgültig seine letzte Bühne.
Lasst uns also die Daumen drücken, denn das spektakulärste Kapitel dieser Rettungsgeschichte wird in wenigen Stunden geschrieben.