Der Name hinter dem Protest – und ihr Vermächtnis

Erst jetzt lüftet sich der Schleier: Die 87-jährige María del Carmen „Maricarmen“ Abascal starb am 7. Oktober in einem Madrider Krankenhaus an den Folgen von Erschöpfung und eines Herzleidens. Ihr Schicksal traf so viele Menschen, weil sie mehr als sieben Jahrzehnte in derselben Wohnung im Stadtteil Retiro gelebt hatte – bis ein internationaler Immobilienfonds sie herausklagte.
Maricarmen Abascal hinterlässt kein Vermögen, aber ein beispielloses Erbe: neue Gesetze zum Schutz von Mieter:innen, ein wachgerütteltes Bewusstsein für soziale Gerechtigkeit und eine Bewegung, die ihr Versprechen erneuert hat, „kein Dach über dem Kopf widerstandslos zu verlieren“. Spanien trauert, doch das Land dankt einer Frau, die unfreiwillig zur Stimme all jener wurde, deren Wohnungen auf dem Spiel stehen – und die nun dafür sorgt, dass ihre letzten Stunden mehr bewirken als ein ganzes politisches Jahrzehnt.