Traumhafte Strände, türkisblaues Wasser – und doch absolutes Sperrgebiet: Diese Inseln locken mit paradiesischer Kulisse, bergen jedoch Gefahren, Geheimnisse oder streng geschützte Schätze der Natur und Menschheitsgeschichte. Wer hier anlandet, riskiert nicht nur Geld- oder Haftstrafen, sondern im schlimmsten Fall sein Leben.
Poveglia – Italiens verfluchte Laguneninsel

Schon zu Zeiten der Pest diente die kleine Insel in der Lagune von Venedig als Quarantänestation; massenhaft wurden hier Erkrankte und Tote verbrannt oder verscharrt. Später folgten ein Lazarett, ein Altersheim und zuletzt eine psychiatrische Klinik mit düsterem Ruf. Heute zerfallen die Häuser, und Gerüchte über rastlose Geister halten jeden Neugierigen fern.
Die italienische Regierung denkt bisweilen laut über eine touristische Nutzung nach, doch alle Pläne scheitern am Veto der Denkmal- und Gesundheitsbehörden – und am Aberglauben der Venezianer.
Weiter geht’s zu einer Inselgruppe vor Kalifornien, deren Gefahr unsichtbar lauert …
Farallon Islands – verstrahltes Naturparadies vor San Francisco

Die schroffen Felsen westlich der Golden-Gate-Bridge sind Brutplatz riesiger Seevogel-Kolonien und Hotspot für Weiße Haie. Besucher könnten die sensiblen Ökosysteme stören – doch das Betretungsverbot hat noch einen zweiten, radioaktiven Grund: Zwischen 1946 und 1970 versenkte das US-Militär Tausende Fässer Atommüll vor den Inseln. Niemand weiß genau, wie viel Strahlung entweicht.
Forscher dürfen nur selten für Zählungen an Land; Touristen müssen Abstand halten.
Von der Westküste springen wir nun in den Greifswalder Bodden …
Riems – Deutschlands Hochsicherheits-Vireninsel

Zwischen Festland und Rügen liegt das Friedrich-Loeffler-Institut, das älteste Virologie-Zentrum der Welt. Hier werden Tierseuchen wie Vogelgrippe oder Schweinepest in Hochsicherheitslaboren erforscht. Wer die Insel betreten will, durchläuft mehrfach Desinfektionsschleusen, trägt Vollschutzanzug – und braucht eine behördliche Sondergenehmigung.
Fotografieren ist tabu, und sogar Boote müssen einen Sicherheitsabstand wahren, um jede Chance einer Erreger-Flucht auszuschließen.
Streng bewacht ist auch unser nächstes Ziel vor New York …
Plum Island – Amerikas geheime Tierseuchen-Festung

Nur wenige Seemeilen von Long Island entfernt untersucht das Plum Island Animal Disease Center hochansteckende Krankheiten wie die Maul- und Klauenseuche. Damit kein Tier den Erreger ans Festland bringt, wird jedes Säugetier auf der Insel notfalls sofort getötet. Zivilisten kommen höchstens in Sichtweite und müssen dort bleiben.
Gerüchte über Biowaffenprogramme ranken sich seit Jahrzehnten um das Areal, was die Faszination – und das Verbot – noch verstärkt.
Doch nicht alle verbotenen Inseln haben militärische Wurzeln – einige sind einfach vom Pech verfolgt …
North Brother Island – New Yorks vergessene Quarantänestation

Typhus-Mary verbrachte ihre letzten Jahre hier, Lepra- und Pockenkranke wurden zuvor schon isoliert. Später landeten drogenabhängige Soldaten auf dem Eiland im East River. Seit der Schließung 1964 verfallen Pavillons und Wohnheime, überwuchert von Wald, in dem Reiher nisten.
Die Stadt erlaubt nur Biologen begrenzten Zugang, um die Brutplätze zu schützen.
Weiter südlich wartet eine Insel, auf der jede Bewegung zischelt …
Snake Island (Ilha da Queimada Grande) – Brasiliens Reich der Lanzenottern

Schätzungen gehen von bis zu fünf Schlangen pro Quadratmeter aus, darunter die hochgiftige Goldene Lanzenotter. Bereits 1920 sperrte die brasilianische Marine das Eiland; heute dürfen nur Herpetologen mit Sondergenehmigung an Land.
Die Schlangen haben mangels natürlicher Feinde die komplette Nahrungs- und Lebenswelt erobert – ein einzigartiges, aber tödliches Labor der Evolution.
Unser nächster Halt: ein Atoll, das keiner Nation frei zugänglich ist …
Diego García – Geopolitisches Sperrgebiet im Indischen Ozean

Die USA betreiben hier seit den 1970ern eine strategisch bedeutende Luft- und Marinebasis. Dafür vertrieben Briten und Amerikaner über 2 000 Einheimische von ihrer Heimat. Seitdem bleibt das Atoll zivilen Schiffen, Flugzeugen und sogar den Vertriebungsopfern verwehrt.
Aus Sorge vor Spionage und Protesten patrouillieren Kriegsschiffe rund um die Uhr – wer sich nähert, wird abgefangen.
Doch manche Verbote dienen rein der Wissenschaft – wie auf unserem nächsten, brandneuen Vulkanfelsen …
Surtsey – Islands unberührtes Freiluftlabor

1963 schoss die Insel aus dem Atlantik; seitdem beobachten Forscher minutiös, wie Leben aufs kahle Lavagestein zurückkehrt. Nur handverlesene Wissenschaftler erhalten Zutritt, müssen jede Spur wieder entfernen und dürfen nicht einmal Nahrungskrümel hinterlassen.
Dank dieser strengen Regeln gilt Surtsey als eines der weltweit besten Beispiele für natürliche Lebensraumentwicklung ohne menschlichen Einfluss.
Von der arktischen Kälte geht’s jetzt in tropische Gefilde, die sich Privatbesitzer abschotten …
Ni‘ihau – Hawaiis „Verbotene Insel“

Seit 1864 gehört das 180 Quadratkilometer große Eiland einer hawaiianisch-schottischen Familie. Es gibt keinen Strom, keine Geschäfte und nur knapp 200 Bewohner, die überwiegend Hawaiianisch sprechen. Besucher werden ausschließlich auf persönliche Einladung oder für extrem teure Helikopter-Jagdausflüge eingelassen.
Alkohol, Zigaretten und Fotografieren sind tabu – Traditionen haben Vorrang.
Noch abgeschotteter ist allerdings unser Spitzenreiter …
North Sentinel Island – Kontakt verboten aus gutem Grund
Das Volk der Sentinelesen lebt seit Zehntausenden Jahren ohne äußere Einflüsse. Jeder Annäherungsversuch wird mit Pfeil, Speer oder SteinTraumhafte Strände, türkisblaues Wasser – und doch absolutes Sperrgebiet: Diese Inseln locken mit paradiesischer Kulisse, bergen jedoch Gefahren, Geheimnisse oder streng geschützte Schätze der Natur und Menschheitsgeschichte. Wer hier anlandet, riskiert nicht nur Geld- oder Haftstrafen, sondern im schlimmsten Fall sein Leben.