Der Wochenstart beginnt mit einem mulmigen Gefühl – noch bevor der erste Wecker klingelt, rauscht von Südwesten her ein wetteraktiver Schub über Deutschland hinweg. Zwar liegt über vielen Orten noch tiefe Dunkelheit, doch der Deutsche Wetterdienst registriert bereits auffällige Windspitzen und sich verdichtende Regenfelder. Wer jetzt genau hinlauscht, hört das ferne Grollen, das mehr verspricht als einen gewöhnlichen Regenschauer.
Graue Wolken vor dem Morgengrauen

In den frühen Morgenstunden türmen sich über dem Alpenvorland schwerfällige Wolkenberge. Vorerst bleibt es bei verhaltenen Böen, doch jede Windfahne kündigt das Kommende an: eine Kaltfront mit kräftigen Luftdruckgegensätzen, die sich rasant von der Schweiz her nähert. Auf den Satellitenbildern leuchtet der Wolkensaum bereits fahlgelb – ein untrügliches Zeichen für eingefrorene Gewitterkerne, die in der Höhe rasch nach Osten abziehen.
Noch halten sich die ersten Pendler an den warmen Cappuccino, ahnungslos, dass eine rapide Wetterverschlechterung bevorsteht. Meteorologische Modelle zeigen, wie die Front pünktlich zum Berufsverkehr über der Isarachse auftrifft. Das Barometer fällt, und mit jeder Minute sinkt die Gewitterbasis. Was jetzt wie ein harmloser Morgennebel aussieht, ist in Wahrheit der Auftakt zu einem unruhigen Tag.
Meteorologen schlagen Alarm

Kurz nach sechs Uhr schalten mehrere Regionalstudios in die Warnschaltung des DWD. Die Experten sprechen von „rotierenden Zellen“, die besonders in der Südhälfte Bayerns für Sturmböen von bis zu 80 km/h sorgen können. Als Begleiterscheinung erwarten sie Starkregen, der binnen einer Stunde 20 bis 25 Liter pro Quadratmeter fallen lässt. Der Hagelradar zeigt punktuell Eisbrocken, die durchaus zwei Zentimeter Durchmesser erreichen könnten – genug, um Dachfenster einzudrücken.
Die Prognosen betreffen jedoch nicht nur das Alpenvorland. Einzelne Gewitterlinien sollen im Tagesverlauf nordwärts ausgreifen und auch die Oberpfalz sowie Teile Schwabens erfassen. Selbst in Höhenlagen um 600 Meter rechnet der DWD mit schnellen Druckwechseln, die Sturmböen noch heftigere Kraft verleihen. Der alles entscheidende Faktor: Das Tief zieht nur langsam ab, sodass jede Gewitterzelle Zeit hat, sich auszuwachsen, bevor sie sich entlädt.
Diese Landkreise trifft es besonders hart

Am stärksten im Fokus stehen am Montagvormittag die Kreise Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen, Ostallgäu und Berchtesgadener Land. Hier gilt Warnstufe 2 von 4 wegen Sturmböen – lokal sogar aufgestuft auf Warnstufe 3, sobald Hagelkerne sichtbar werden. Auch die Landeshauptstadt München liegt zeitweise im Warnkorridor; dort können kurzfristige Böen bis 75 km/h auftreten, begleitet von Starkregen, der Unterführungen binnen Minuten überflutet.
Weiter nordöstlich dehnt sich das Gefahrenband am Nachmittag auf Regensburg und die Hallertau aus. Wer im Freien unterwegs ist, sollte lose Gegenstände sichern, Fahrzeuge nicht unter alten Bäumen abstellen und im Ernstfall trockene, tiefer gelegene Keller meiden. Entscheidend ist: Die Front lässt erst in der Nacht zum Dienstag nach. Bis dahin heißt es, Wetter-Apps aktivieren, Radio einschalten – und den Blick immer wieder skeptisch zum verdächtig dunklen Himmel heben.