Eisregen, Glatteis, Alarmstufe Rot – Deutschland wacht im Ausnahmezustand auf. Der Deutsche Wetterdienst schlägt am 5. Februar bereits zum zweiten Mal binnen einer Woche höchste Alarmstufe: In Teilen des Nordostens und der Mitte herrscht „Gefahr für Leib und Leben“ durch spiegelglatte Straßen, eingefrorene Oberleitungen und massiven Verkehrschaos.
Rotes Erwachen im Nordosten

Schon in der Nacht senkt sich gefrorener Regen auf Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin. Punkt 06 Uhr leuchtet auf den Warnkarten des DWD flächendeckend Alarmstufe Rot – diesmal sogar bis zur Küste Vorpommerns. Meteorologen erklären den Eispanzer mit einer „Luftmassenschere“: Kalte Festlandsluft bleibt am Boden gefangen, während mildere Atlantikluft darüber regnet – ein Rezept für Glas auf Asphalt.
Die Temperaturen kriechen nicht über –2 Grad hinaus – und gleich schauen wir, wo das Eis die ersten großen Schlagadern lahmlegt.
Hauptstadt ohne Startfreigabe

In Berlin geht nichts mehr: Der Flughafen BER streicht alle Abflüge, nur Ankünfte landen im Schneckentempo. U-Bahn-Linien U2 und U3 sowie mehrere S-Bahn-Strecken melden Weichenstörungen; Busse stecken quer. Die Stadtreinigung konzentriert sich aufs Hauptnetz – Randbezirke bleiben jungfräulich weiß.
Noch dramatischer: Laut BVG fallen rund 30 Prozent der Fahrten komplett aus – und damit wechseln wir zum nächsten Brennpunkt, der heute Morgen ins Rutschen kam.
Sachsen unter Eisglas

Zwischen Dresden und Berlin kippt ein Lkw auf der A 13 um, Diesel läuft aus, Vollsperrung seit 04 Uhr – Bergung ungewiss. Gleich mehrere Landkreise melden mehr als hundert Glätteunfälle binnen drei Stunden; Krankenhäuser rufen Blutspende-Alarm aus.
Der DWD warnt in Sachsen und Sachsen-Anhalt vor weiterem Eisregen bis mindestens 15 Uhr. Und gleich werfen wir einen Blick darauf, wie Schulen und Pendler im Norden reagieren.
Klassenzimmer bleiben dunkel

In Niedersachsen rücken Landkreise von Hanover bis Aurich die Notbremse: Unterrichtsausfall oder Distanzlernen, weil Schulbusse gar nicht erst losfahren. Lehrkräfte posten Fotos von gefrorenen Türen – Türen zu, Klassenzimmer leer.
Gleichzeitig ruft die Polizei dazu auf, Autos vollzutanken und Decken einzupacken. Doch auch im Südwesten zieht ein riskanter Mix aus Regen und Frost auf – dazu gleich mehr.
Südwesten im Zittermodus

Während der Osten eisig erstarrt, liegt Baden-Württemberg in der Kampfzone zwischen Warm- und Kaltluft. Ulm meldet früh 0 Grad und Eisregen, die Schwäbische Alb rüstet Winterdienste mit Streusalz-Schnellschussanlage aus. Pendler berichten von „Eispellets“, die Scheibenwischer blockieren.
Meteorologen halten eine Ausweitung der Alarmstufe Rot bis zum Abend nicht für ausgeschlossen – und jetzt kommt die Frage aller Fragen: Wann endet das Frost-Drama?
Hoffnungsschimmer – mit Haken

Ab Samstag drückt milde Westluft die Tageswerte auf bis zu 14 Grad im Rheinland, doch in der Nacht bleibt Bodenfrost; über Tauwasser friert alles erneut. Zudem kündigt sich ab Sonntag eine neue Front an, die in Norddeutschland wieder Schneefall bringt.
Heißt: Der derzeitige Eis-Thriller ist erst der erste Akt dieser Wetter-Saga – Fortsetzung garantiert.