Schock im deutschen Lebensmitteleinzelhandel: Eine der beliebtesten Supermarktketten räumt ihr Filialnetz auf – doch welche Märkte verschwinden wirklich, und was bedeutet das für Kundinnen und Kunden?
Warum Edeka jetzt aufräumt

Deutschlands größter Lebensmittelhändler hat sich in den letzten Jahren ein gigantisches Netz an Märkten zugelegt – vom klassischen Edeka-Vollsortimenter bis hin zu kleineren Nah & Gut-Nachbarschaftsläden und den Discount-Ablegern Elli und NP-Markt. Doch steigende Kosten, ein härterer Preiskampf mit Discountern und eine wachsende Online-Konkurrenz zwingen den Konzern dazu, sein Portfolio zu straffen.
Gerade die kleinen Flächen gelten als besonders anfällig: Sie generieren zwar Nähe zum Kunden, kämpfen aber mit höherem Personaleinsatz und schwächerer Frequenz. Externe Branchenanalysten sprechen bereits von einem „Filialnetz der Zukunft“, bei dem unprofitable Standorte konsequent aussortiert werden – eine Marschroute, die sich nun erstmals deutlich in der Fläche zeigt.
Diese Regionen trifft es besonders hart

Besonders im ländlichen Raum Baden-Württembergs und im nördlichen Niedersachsen dürfte die Nachricht für lange Gesichter sorgen. Gleich mehrere Nah & Gut-Filialen schließen hier ihre Türen, häufig die einzige fußläufige Einkaufsmöglichkeit für ältere Bewohnerinnen und Bewohner.
Auch in Ostdeutschland ist der Einschnitt spürbar: Zwei NP-Märkte in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern fallen dem Rotstift zum Opfer. Kommunalpolitiker warnen bereits vor einer „Verödung der Dorfkerne“, sollten sich keine Nachfolger finden – doch noch schweigt der Konzern über mögliche Alternativen.
Das sind die 13 Filialen – und was jetzt aus ihnen wird

Erst ganz am Ende der internen Prüfung hat Edeka nun die Liste veröffentlicht: Insgesamt 13 Standorte werden bis spätestens Oktober geschlossen. Darunter sind fünf Nah & Gut-Läden (u. a. in Schwäbisch Hall, Bühl und Bad Harzburg), vier Elli-Märkte in Brandenburg sowie je zwei NP-Märkte und klassische Vollsortimenter in Mittelhessen.
Spannend: Ein Teil der Flächen könnte nicht leer bleiben. Brancheninsider berichten, dass Rewe bereits für drei Objekte konkrete Angebote abgegeben haben soll. Für die betroffenen 180 Mitarbeitenden bedeutet das Hoffnung – und für die Kundschaft die Aussicht, vielleicht schon bald unter neuer Flagge weiter einkaufen zu können.