Zum ersten Mal seit Ende des Kalten Kriegs ruft das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die Deutschen offiziell dazu auf, sich auf einen möglichen Krieg vorzubereiten – ein Paukenschlag, der Ängste weckt, aber auch Handlungswillen mobilisiert.
Alarm aus alter Zeit – die neue Bedrohungslage

Der frisch überarbeitete BBK-Ratgeber nennt “Krieg auf deutschem Boden” als realistische Gefahr. Diese Formulierung hat es seit 35 Jahren nicht mehr gegeben und verdeutlicht, wie dramatisch die Lage eingeschätzt wird.
Gleichzeitig wird das Ziel klar: Bürger sollen wieder lernen, Vorsorge als Selbstverständlichkeit zu begreifen. Welche verborgenen Signale hinter dieser Warnung stecken, zeigt sich im nächsten Abschnitt, wenn ein Geheimdienstchef ungewöhnlich deutliche Worte wählt.
“Wir stehen im Feuer” – der Geheimdienst schlägt Alarm

BND-Präsident Martin Jäger spricht von einem “eisigen Frieden in Europa” und warnt vor hybriden Angriffen auf Infrastruktur. Seine Analyse: Cyberattacken, Drohnen und gezielte Sabotage seien Vorboten konventioneller Gewalt.
Die Brisanz seiner Aussagen erklärt, weshalb das BBK überhaupt den Begriff Krieg nutzt – und sie wirft eine Frage auf: Wie genau sollen sich Haushalte wappnen? Die neue Krisen-Checkliste liefert Antworten.
Die große Checkliste – das muss jetzt in jede Wohnung

Im Mittelpunkt des BBK-Handbuchs steht ein Mindestsicherheitsvorrat für zehn Tage: 20 Liter Trinkwasser pro Person, energiereiche Lebensmittel, batteriebetriebenes Radio, Powerbank, Kerzen, Campingkocher sowie eine Hausapotheke inklusive Jodtabletten.
Neu hinzugekommen ist der Rat, persönliche Dokumente digital auf einem verschlüsselten USB-Stick zu sichern. Doch selbst die beste Vorratskiste hilft wenig, wenn der physische Schutz fehlt – und hier offenbaren sich gravierende Lücken.
Bunkerknappheit – Deutschlands vergessene Schutzräume

Von einst Tausenden Zivilschutzbunkern sind nur noch 579 öffentliche Anlagen in Betrieb, mit Platz für nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung. Experten warnen, dass Großstädte im Ernstfall „ohne Dach“ dastehen würden.
Diese alarmierende Zahl setzt die Politik unter Druck. Welche Milliarden-Pläne folgen nun, um das Sicherheitsnetz zu stopfen? Ein neues Investitionspaket soll Abhilfe schaffen.
Milliarden für Sirenen, Fahrzeuge und Notunterkünfte

Innenminister Alexander Dobrindt kündigt bis 2029 zehn Milliarden Euro für Zivil- und Bevölkerungsschutz an: 1 500 Katastrophenschutzfahrzeuge, mobile Kommandozentralen, moderne Sirenen und der Wiederaufbau ausgewählter Schutzräume.
Doch Geld allein baut keine Resilienz. Welche konkreten Schritte können Bürger parallel ergreifen, um das Zeitfenster bis zur Fertigstellung dieser Projekte zu überbrücken? Experten liefern sofort umsetzbare Ratschläge.
Was Familien jetzt tun sollten – fünf Sofortmaßnahmen

1. Haushalts-Notfallplan: Kommunikationswege, Treffpunkte, Nachbarschaftshilfe festlegen.
2. Trainieren: Einmal pro Quartal Stromausfall und Wasserknappheit simulieren, um Schwachstellen zu erkennen.
3. Digitale Hygiene: Passwörter aktualisieren, Zwei-Faktor-Authentifizierung, Offline-Kopien wichtiger Daten.
4. Erste-Hilfe-Kurs auffrischen: Viele Verbände bieten kostenfreie Programme an.
5. NINA- und Cell Broadcast-Alerts aktivieren: Smartphones zum persönlichen Sirenensystem machen.
Mit diesen Schritten wird jeder Haushalt von einem passiven Zuschauer zum aktiven Teil der nationalen Resilienzkette – und damit zum wichtigsten Bollwerk gegen jede Krise.