Die Post sieht harmlos aus, doch hinter der freundlichen „Gewinn“-Botschaft steckt eine perfide Abzock-Falle – und sie greift aktuell rasant um sich.
Die neue Betrugswelle im Briefkasten

Lange galten Phishing-Mails als Hauptgefahr, nun warnen Verbraucherschützer vor personalisierten Papierbriefen, die quer durch Deutschland in den Hausfluren landen.
Besonders heimtückisch: Die Schreiben erreichen nicht nur ältere Menschen, sondern auch digital affine Haushalte – weil sie bewusst auf das vermeintlich seriöse Medium „Post“ setzen.
Weiter geht’s mit der Frage, warum ausgerechnet der Eurojackpot zum Köder wird …
Eurojackpot als perfekter Lockstoff

Der europäische Millionen-Jackpot genießt einen seriösen Ruf und weckt Hoffnungen – ein ideales Einfallstor für Kriminelle, die das Vertrauen in staatlich lizensierte Lotterien ausnutzen.
Die Betrüger geben vor, eine „exklusive Spielgemeinschaft“ zu betreiben – so entsteht bei Empfängern das Gefühl, automatisch an hohen Gewinnen beteiligt zu sein, ohne ein Los gekauft zu haben.
Lassen Sie uns nun einen Blick darauf werfen, wie die Masche im Detail aufgebaut ist …
So läuft der Coup Schritt für Schritt

Zunächst flattert ein überschwängliches Willkommensschreiben ins Haus: Gratulation, man sei auserwählt, Mitglied zu sein. Der Ton ist jovial, gespickt mit Großbuchstaben, Siegeln und Logos.
Wenig später folgt ein zweites Dokument mit Bankdatenformular – scheinbar routiniert, tatsächlich aber darauf ausgelegt, die Empfänger psychologisch unter Druck zu setzen, „nichts mehr tun zu müssen“.
Doch wer steckt hinter den Briefen? Gleich lüften wir das Geheimnis um die Absenderadresse …
Spur führt bis nach Bulgarien

Die angebliche Firma residierte einst in England, taucht nun jedoch unter einer Seitenstraße im bulgarischen Petrič auf – ein Wechsel, den Experten als Versuch werten, Ermittlern zu entgehen.
Trotzdem prangt auf dem Schreiben das Prüfsiegel „Made in Germany“. Dieser Widerspruch ist Absicht: Er soll Skepsis zerstreuen und Vertrauen vorgaukeln, während das Geld längst im Ausland landet.
Was raten Verbraucherschützer Betroffenen? Die wichtigsten Schutzmaßnahmen gleich im nächsten Slide …
So schützen Sie sich und reagieren richtig

Juristen betonen: Ohne eigenhändige Unterschrift kommt kein wirksamer Vertrag zustande. Deshalb sofort per Einschreiben widersprechen und die Abbuchung bei der Bank zurückbuchen lassen – bis zu 13 Monate rückwirkend.
Hilfreich ist außerdem, den Brief digital zu dokumentieren, eine Strafanzeige zu erwägen und mit anderen Betroffenen Erfahrungen zu teilen, um die Masche öffentlich zu machen.
Fehlt nur noch ein entscheidendes Detail – das perfide Kernstück, das viele erst im Kleingedruckten entdecken …
Das verräterische Detail im Kleingedruckten

Ganz am Ende des Schreibens steht in unscheinbarer Schrift, dass alle 4 Wochen 79 € vom bereits aufgeführten Konto abgebucht werden – eine Mindestlaufzeit von drei Monaten inklusive.
Erst beim zweiten Hinsehen bemerken viele, dass die IBAN bereits vollständig eingedruckt ist. Genau dieser Punkt macht den Brief so gefährlich: Die Betrüger besitzen die echten Kontodaten schon, alles Weitere läuft automatisiert.