Drei Tote, ein eingestürztes Haus und nun eine neue Wendung.
Plötzlicher Umschwung im Fall

Nach dem verheerenden Hauseinsturz in Görlitz mit drei Toten gibt es eine neue Entwicklung. Gegen zwei Männer wurde Haftbefehl erlassen.
Die beiden stehen im dringenden Verdacht, im Mai eine Gasexplosion in dem Gebäude verursacht zu haben. Das teilte die Staatsanwaltschaft Görlitz mit.
Bei der Explosion und dem anschließenden Einsturz des Hauses kamen zwei Frauen und ein Mann ums Leben. Nun sollen die Ermittlungen den Tatverdacht gegen die beiden Männer weiter erhärtet haben. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.
Ermittler sehen Tatverdacht verdichtet

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft erklärte am Dienstag: „Die Beantragung der Haftbefehle wurde jetzt möglich, nachdem sich durch die geführten Ermittlungen der Tatverdacht nunmehr verdichten ließ.“
Das bedeutet: Nach Ansicht der Ermittler liegen inzwischen genügend Anhaltspunkte vor, um die Haftbefehle zu begründen.
Der Fall hatte bereits im Mai für großes Entsetzen gesorgt. Ein Mehrfamilienhaus in der Görlitzer Innenstadt war nach einer Explosion eingestürzt. Tagelang suchten Einsatzkräfte in den Trümmern nach Vermissten.
Verdacht gegen zwei Männer

Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um den Polen Bartosz K. und den Afghanen Zolmai K. Beide Männer sollen sich bereits wegen einer anderen Angelegenheit in Untersuchungshaft befunden haben.
Nach Angaben der Behörden sollen sie Rohrleitungen in dem Haus manipuliert haben. Dadurch sei Gas ausgetreten, was später zur Detonation geführt haben soll.
Die Haftbefehle wurden wegen gemeinschaftlichen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung in drei Fällen erlassen.
Waren die Männer auf Beutezug?

Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden Männer am 18. Mai in der Grenzgegend auf der Suche nach Beute gewesen sein sollen.
Nach Angaben der Behörden hätten sie es unter anderem auf Fahrräder, Schrott oder Kupferkabel abgesehen. Schließlich sollen sie in das Mehrfamilienhaus gelangt sein.
Dort soll es beim Versuch, eine Kupferleitung abzusägen, zu einem Gasleck gekommen sein. Anschließend sollen die Männer geflüchtet sein. Später filmte eine Überwachungskamera an der Grenze den 27-Jährigen auf einem Fahrrad.
Drei Menschen starben in den Trümmern

Bei dem Unglück verloren drei Menschen ihr Leben. Unter den Opfern waren zwei Touristinnen aus Rumänien im Alter von 25 und 26 Jahren.
Außerdem starb ein 48-jähriger Mann. Er stammte aus Bulgarien und besaß auch die deutsche Staatsbürgerschaft.
Für Angehörige und Einsatzkräfte war die Suche nach den Vermissten besonders belastend. Über mehrere Tage hinweg kämpften sich Helfer durch den Trümmerberg, immer in der Hoffnung, noch Menschen zu finden.
Hunderte Einsatzkräfte suchten tagelang

Nach der Explosion waren Hunderte Einsatzkräfte vor Ort. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Polizei und Rettungshundestaffeln suchten in den Trümmern nach den Vermissten.
Teilweise arbeiteten sich die Helfer mit Schaufeln und bloßen Händen durch den zerstörten Gebäudekomplex. Am Ende konnten die drei Vermissten nur noch tot geborgen werden.
Nun sollen die Haftbefehle gegen die beiden Tatverdächtigen helfen, den Fall juristisch weiter aufzuarbeiten. Für die Angehörigen der Opfer bleibt die zentrale Frage: Wie konnte es zu dieser tödlichen Explosion kommen?