Ein Flüstern ging durch den Saal des Landgerichts Rostock, als der Vater des getöteten Fabian zum dritten Mal den Zeugenstand betrat – doch niemand ahnte, welch schockierende Aussage nur wenige Minuten später folgen würde.
Ein Prozesstag voller Andeutungen und aufgewühlter Stimmung

Der dritte Verhandlungstag im Mordfall Fabian begann mit routiniert wirkenden Formalien, doch die Atmosphäre war greifbar elektrisiert. Staatsanwälte ordneten Beweismittel, Verteidiger flüsterten hektisch, während Zuschauer und Journalisten jedes Wort aufsaugten – die Frage nach Fabians letzten Stunden hängt seit Wochen wie ein Schatten über Güstrow.
Schon früh zeigte sich, dass es nicht nur um Fakten, sondern auch um Gefühle geht. Immer wieder fielen die Blicke des Vaters zur Anklagebank, wo Gina H. dem Richter mal angestrengt folgte, mal verstohlen ihr Handy-Display musterte. Flankiert von Justizbeamten wirkte sie gefasster als an den ersten beiden Tagen – und doch lag eine kaum greifbare Spannung in der Luft, die deutlich machte: Heute könnte etwas Unerhörtes passieren.
Unruhe im Saal – und erste Hinweise auf mehr

Als Fabian R.s Anwältin die Chatprotokolle zwischen ihrem Mandanten und der Angeklagten verlesen ließ, wurde es unruhig. Gelöschte Nachrichten, nächtliche Anrufe, vertraute Spitznamen – Stück für Stück baute sich ein Bild einer Beziehung auf, die längst nicht so zerbrochen war, wie alle dachten. Die Schöffen tauschten Blicke aus, der Richter runzelte die Stirn, und selbst die Geschworenen beugten sich dichter über ihre Notizblöcke.
Doch je tiefer man sich in die digitale Spurensuche grub, desto klarer wurde: Hier geht es nicht nur um mögliche Motive – hier steht eine intime Nähe im Raum, die eigentlich niemand mehr erwartet hatte. Währenddessen suchten Zuschauer nach Erklärungsmustern: War das alles nur Täuschung? Ein verzweifelter Versuch, den Sohn zurückzugewinnen? Die Antworten blieben vorerst in der Schwebe – bis zur entscheidenden Frage des Richters.
Der Paukenschlag: „Wir sind wieder ein Paar.“

Dann kam der Moment, der alle Spekulationen übertraf: Auf die direkte Frage, ob er aktuell eine Beziehung zur Angeklagten führe, holte Fabians Vater tief Luft – und sagte ohne Zögern: „Ja, wir sind wieder ein Paar.“ Sekundenlang herrschte Stille, ehe ein Raunen durch den Saal rollte. Einige Prozessbeobachter schüttelten ungläubig den Kopf, andere griffen nach Taschentüchern. Der Richter ordnete eine kurze Unterbrechung an, um die Fassung aller Beteiligten zu wahren.
Mit diesem Geständnis hat der Prozess eine völlig neue Dimension erreicht. Der Vater eines mutmaßlichen Mordopfers bekennt sich zu jener Frau, der vorgeworfen wird, genau dieses Kind getötet zu haben – ein emotionales Beben mit juristischen Folgen. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob sich daraus neue Ermittlungsansätze ergeben; die Verteidigung sieht darin eher einen Hinweis auf Zweifel an der Schuldfrage. Klar ist nur: Das überraschende Liebescomeback dürfte nicht das letzte Donnerwetter in diesem aufwühlenden Verfahren gewesen sein.