Forscher wollen eine vierte Ampelfarbe: Erste Tests finden bereits statt

- Advertisement -

Ampeln sollen künftig nicht mehr nur Rot, Gelb und Grün zeigen – Forschende arbeiten an einer vierten Farbe, die den Verkehr revolutionieren könnte.

- Advertisement -

Was hinter der Vision steckt

Image: AI
Image: AI

Autonomes Fahren verspricht seit Jahren flüssigeren Verkehr, doch an Kreuzungen staut sich alles wieder auf. Die North Carolina State University will das ändern: Eine zusätzliche Lichtphase soll Autos eigenständig verhandeln lassen, wer fährt und wer wartet.

- Advertisement -

Das Prinzip klingt radikal simpel: Das neue Signal aktiviert sich erst, wenn genügend autonome Fahrzeuge in der Nähe sind. Menschen hinter dem Steuer müssen dann nur noch dem Vordermann folgen. Chaos soll sich in kollektiven Flow verwandeln.

Ob und wie das überhaupt sichtbar wird, zeigt der nächste Abschnitt.

Die „weiße Phase“ – eine Farbe, die nur wenige Sekunden zählt

Image: AI
Image: AI

Die Forschenden sprechen von einem weißen Licht, manche Testampeln leuchten bereits türkis oder bläulich, wichtig ist nur: Es darf nicht mit Rot, Gelb, Grün verwechselt werden. Sobald das Signal erscheint, übernehmen die vernetzten Wagen selbst die Regie und tauschen ihre Routen in Millisekunden aus.

Für menschliche Fahrer wirkt das wie ein kleiner Zaubertrick: Die Ampel schaltet auf „Weiß“, der Vordermann rollt – also rollen alle. Kein Blick mehr auf Gegenverkehr, keine gelbe Hektik.

Doch funktioniert das nur in der Theorie? Die Resultate aus dem Labor lassen aufhorchen.

Simulationen versprechen bis zu 94 % weniger Wartezeit

Image: AI
Image: AI

In Hunderten virtuellen Kreuzungen setzte das System bereits Maßstäbe. Schon bei einem Anteil von nur zehn Prozent selbstfahrender Autos sanken Verzögerungen spürbar; bei dreißig Prozent wurde jede zehnte Minute Stau schlicht weggezaubert.

- Advertisement -

Die spektakulärste Zahl liefern Szenarien mit fast ausschließlich autonomen Fahrzeugen: Im Modell verschwand beinahe jede zweite Rotphase, die Wartezeit schrumpfte um bis zu 94 Prozent. Zusätzlich sank der Spritverbrauch deutlich – ein Nebeneffekt, der die Klimabilanz aufpolieren würde.

Aber Theorie ist das eine – das echte Verkehrschaos sieht anders aus. Wo wird bereits geprobt?

Erste Tests laufen – allerdings fernab der Innenstadt

Image: AI
Image: AI

Auf dem Campus der NC State steht seit Frühjahr ein Mini-Stadtkreisel mit echten Ampeln und Modellautos im Maßstab 1:10. Kameras verfolgen jede Bewegung, die „weiße Phase“ leuchtet hier alle paar Minuten auf. Die Resultate sind so stabil, dass das Team den Versuchsaufbau inzwischen mit echten Golf-Carts nachspielt.

Parallel dazu hat das Verkehrsministerium von North Carolina im Februar eine Connected-Vehicle-Pilotstrecke rund um die Uni eingerichtet. Smartphones funken mit den Lichtsignalen, noch blinkt dort kein Weiß, doch die Infrastruktur ist vorbereitet – in der nächsten Software-Version soll das neue Symbol erstmals live getestet werden.

Was heißt das für Europa und speziell für Deutschland? Die Antwort überrascht.

Vom Hafen aufs echte Straßennetz – der geplante Fahrplan

Image: AI
Image: AI

Weil öffentliche Kreuzungen streng geregelt sind, startet die Technik voraussichtlich in abgeschlossenen Arealen: Häfen, Werksgelände, Flughäfen. Gespräche mit Logistikzentren in Antwerpen und Bremerhaven laufen bereits. Dort könnten autonome Lkw die weiße Phase bald im 24-Stunden-Betrieb erproben.

Läuft alles glatt, verschiebt sich der Fokus 2027 in Stadtviertel mit Tempo-30-Zonen und hohem E-Auto-Anteil. Bis 2030, so das optimistische Szenario, könnte jede fünfte High-Tech-Kreuzung in Europa das neue Licht integriert haben – sofern Gesetzgeber und Industrie sich einig werden.

Doch wer zahlt den Umbau und was haben Autofahrer wirklich davon? Die letzte Folie bringt Klarheit.

Kosten, Konflikte – und der mögliche Jackpot

Image: AI
Image: AI

Eine komplett neue Ampel kostet inklusive Sensor-Upgrade rund 35 000 Euro; bundesweit wären das Milliarden. Hersteller werben deshalb mit LED-Modulen, die sich in vorhandene Masten clippen lassen – halb so teuer, doppelt so schnell montiert.

Am Ende entscheidet der Nutzen: Flüssiger Verkehr, weniger Emissionen, niedrigere Unfallzahlen – gelingt dieser Dreiklang im realen Test, könnte die weiße Phase zum größten Update seit Einführung des gelben Lichts werden. Andernfalls bleibt sie nur eine futuristische Idee, die in Laboren weiterleuchtet.

Lass uns also beobachten, ob das nächste Warten an der Kreuzung wirklich das letzte seiner Art sein wird.

- Advertisement -

Latest Posts