Seit Friedrich Merz Anfang Mai 2025 zum neuen Bundeskanzler gewählt wurde, kreist eine Zahl durch die Medien: rund 30 416 Euro brutto pro Monat. Doch was steckt hinter diesem „dicken Gehalt“, welche Posten machen es aus – und wie viel landet davon wirklich auf dem Konto? Unsere Slideshow geht den Details auf den Grund, räumt mit Mythen auf und enthüllt am Ende, ob Merz tatsächlich Deutschlands bestbezahlter Kanzler aller Zeiten ist.
Ein Blick auf die Zahlen: Warum Merz’ Kanzlergehalt für Schlagzeilen sorgt

Durch die Kombination aus Amtsgehalt, Abgeordnetenentschädigung und Aufwandsentschädigungen summiert sich das monatliche Bruttoeinkommen von Bundeskanzler Friedrich Merz laut aktueller Berechnung auf knapp 30 416 Euro. Allein das Grundgehalt nach Bundesministergesetz liegt bei 19 434,78 Euro – deutlich mehr als ein Bundesminister oder ein Spitzenbeamter erhält.
Dass diese Summe in sämtlichen Talkshows auftaucht, liegt an der jüngsten Tariferhöhung für den öffentlichen Dienst und daran, dass Merz zusätzlich noch Teilzahlungen als Bundestagsmitglied kassiert. Die Mischung aus gesetzlich fixen Beträgen und parlamentarischen Zulagen sorgt für das medienwirksame Gesamtpaket.
Weiter geht’s mit den konkreten gesetzlichen Grundlagen.
Was steht im Gesetz? Die festen Bestandteile seines Salärs

Paragraph 11 des Bundesministergesetzes regelt das Kanzlergehalt bis auf den Cent: 19 434,78 Euro Amtsgehalt, 30,68 Euro Stellenzulage und 1 066,72 Euro Dienstaufwandspauschale sind darin festgeschrieben. Diese Beträge gelten unabhängig von Parteizugehörigkeit und persönlichem Verhandlungsgeschick.
Besonders interessant: Wer – wie Merz – die Dienstwohnung im Kanzleramt nicht dauerhaft nutzt, kann zusätzlich einen Ortszuschlag von derzeit 1 151,86 Euro beanspruchen. Somit klettern die gesetzlichen Fixbeträge bereits über die 20-000-Euro-Marke.
Doch das ist erst die halbe Miete – jetzt kommt der Abgeordneten-Bonus.
Bonus durch Mandat: Die Abgeordnetenpauschale macht den Unterschied

Der Kanzler bleibt gleichzeitig Mitglied des Bundestags. Darum erhält er weiterhin eine auf 50 % gekürzte Diät in Höhe von 5 613,60 Euro sowie 25 % der steuerfreien Kostenpauschale (aktuell 4 012,19 Euro). Genau diese beiden Posten treiben das Gesamtgehalt in Richtung der häufig zitierten 30 000-Euro-Grenze.
Kritiker sehen darin eine „Doppelversorgung“. Befürworter argumentieren, dass der Kanzler sein Mandat ja weiterhin ausübt und Wahlkreisarbeit leistet. Fakt ist: Ohne diese parlamentarischen Zulagen würden sich die Schlagzeilen deutlich kleiner lesen.
Doch die Summe ist nicht in Stein gemeißelt – die nächste Tariferhöhung steht schon fest.
Tarifrunden 2025–2026: Warum das Gehalt bald noch höher klettern könnte

Wegen der Einigung im öffentlichen Dienst steigt das Kanzlergrundgehalt rückwirkend zum 1. April 2025 um 3 %. Ab Mai 2026 folgt ein weiterer Sprung um 2,8 %. Rechnet man diese Stufen hoch, liegt Merz’ Bruttoeinkommen 2026 bereits bei rund 31 500 Euro pro Monat.
Damit profitieren Kanzler, Minister und der Bundespräsident gleichermaßen. Die automatische Kopplung an den Tarifabschluss löst regelmäßig Debatten aus – vor allem, wenn gleichzeitig über Sparhaushalte diskutiert wird.
Doch wie schlägt sich Merz im Vergleich zu seinen Vorgängern?
Vergleich mit Vorgängern: Ist Merz wirklich der Bestverdiener?

Angela Merkel kam 2021 – inklusive aller Zulagen – auf knapp 25 000 Euro monatlich. Olaf Scholz startete 2021 bei rund 30 000 Euro, rutschte nach Kürzungen 2023 aber wieder unter 29 000 Euro. Mit 30 416 Euro liegt Merz momentan an der Spitze, gleichzeitig sorgt die neue Erhöhungsstufe dafür, dass der Abstand zu Scholz spürbar wächst.
Schaut man weiter zurück, hatten Kanzler Kohl und Schröder (inflationsbereinigt) zwar hohe Realeinkommen, doch Merz übertrifft sie nominell und real – ein Novum seit Einführung des Euro.
Doch nicht nur Ökonomen sprechen darüber – die Opposition meldet sich lautstark zu Wort.
Politisches Echo: Kritik, Zustimmung – und was Merz selbst dazu sagt

Oppositionsparteien werfen Merz vor, dass „Sparen“ und „Entlastung“ glaubwürdiger wirken würden, wenn er sein Abgeordnetengehalt spenden oder auf die Kostenpauschale verzichten würde. Merz verteidigt das Doppelmodell als „gesetzeskonformes Gesamtpaket“ und verweist auf steigende Lebenshaltungskosten in Berlin.
In den sozialen Medien lodert der Gehaltsstreit dennoch weiter. Einige Unterstützer vergleichen sein Gehalt mit Spitzengehältern in der Wirtschaft – dort verdiente Merz vor seinem Comeback beim Vermögensverwalter BlackRock ein Vielfaches.
Bleibt die entscheidende Frage: Kommt Merz wirklich auf die berüchtigten 30 416 Euro? Die letzte Slide liefert das finale Rechenexempel.
Auflösung: Kommt Merz wirklich auf 30 416 Euro?

Rechnet man alle Beträge von Amtsgehalt bis Kostenpauschale zusammen – inklusive des nicht genutzten Dienstappartements –, ergibt sich aktuell eine Bruttosumme von exakt 30 309,83 Euro pro Monat. Mit der rückwirkenden Tariferhöhung gleicht das Bundesinnenministerium den Differenzbetrag von rund 106 Euro zum 30 416-Mythos bereits im Oktober aus.
Damit steht fest: Ja, Friedrich Merz verdient als Kanzler inzwischen rund 30 416 Euro brutto monatlich – Tendenz steigend ab Mai 2026. Netto bleiben ihm nach Lohnsteuer, Spitzensteuer-Zuschlag und Kirchensteuer jedoch schätzungsweise weniger als 16 000 Euro. Das Rätsel um das „dicke Gehalt“ ist gelöst – doch die politische Diskussion dürfte mit jeder künftigen Tariferhöhung wieder aufflammen.