Geisel-Alarm ignoriert? Staatsschutz warnte vor Weihnachtsmarkt-Attentäter – doch niemand griff ein!

- Advertisement -

Es begann mit einem Alarm, der niemanden erreichte – und endete in einer Dezember-Nacht voller Chaos und Entsetzen. Die Geschichte des Psychiaters Taleb al Abdulmohsen ist eine Chronik verpasster Chancen, überhörter Warnungen und einer tödlichen Amokfahrt, deren Folgen bis heute nachhallen.

- Advertisement -

Alarmrufe lange vor der Amokfahrt

Image: AI
Image: AI

Viele Monate vor der späteren Horror-Fahrt über den Magdeburger Weihnachtsmarkt hatten Polizisten eindringlich vor Taleb al Abdulmohsen (51) gewarnt. Ermittler des Staatsschutzes sahen damals sogar das Risiko, dass der im öffentlichen Dienst beschäftigte Psychiater zu einer Geiselnahme greifen könnte. Trotzdem geschah – trotz klarer Hinweise – nichts.

- Advertisement -

Am 20. Dezember 2024 raste der aus Saudi-Arabien stammende Mediziner schließlich mit einem Mietwagen über den Weihnachtsmarkt in Magdeburg, tötete sechs Menschen und verletzte über 300 weitere. Seit dem 10. November läuft der Prozess vor dem Landgericht. Parallel untersucht ein Ausschuss des Landtages von Sachsen-Anhalt die Hintergründe der Tat und die Vorgeschichte des auffälligen Arztes im Maßregelvollzug.

Polizeiaussagen, die für Fassungslosigkeit sorgen

Image: AI
Image: AI

Was Polizisten aus Bernburg, dem Wohnort des späteren Attentäters, im Untersuchungsausschuss schildern, lässt die Landtagsabgeordneten nur fassungslos zurück. Die Berichte zeichnen ein Bild von Warnsignalen, die bekannt waren – aber offenbar ins Leere liefen.

Bereits ein Jahr vor der Tat, 2023, führten zwei Staatsschutzbeamte des Reviers im Salzlandkreis eine sogenannte Gefährderansprache mit Taleb al Abdulmohsen durch. Der Hintergrund: Der Psychiater war wütend über den Verlauf eines Verfahrens der Staatsanwaltschaft Köln und hatte Drohungen ausgesprochen. In diesem Zusammenhang erfuhren die Ermittler auch, dass al Abdulmohsen als Stationsarzt im Maßregelvollzug mit Straftätern arbeitete.

Ein Alarm, der nie richtig ankam

Image: AI
Image: AI

Der zuständige Sachgebietsleiter im Staatsschutz machte im Ausschuss deutlich, „dass diese Person kritisch an seiner Arbeitsstelle zu betrachten sei“. Er und sein Kollege stellten sich damals die Frage, was passieren würde, wenn der Arzt im Maßregelvollzug selbst eine Geiselnahme oder ähnliche Straftat begehen sollte.

Der Beamte ging davon aus, dass der Revierleiter nach der Ansprache entsprechende Schritte einleiten würde – etwa Gespräche mit übergeordneten Stellen. Doch was danach wirklich passierte, wisse er nicht. Eigentlich, sagt er, hätte eine höhere Instanz – möglicherweise das Innen- oder das Sozialministerium – tätig werden müssen.

Warnungen, die offenbar versickerten

Image: AI
Image: AI

Genau dieser Punkt erschüttert nun die Abgeordneten: Die Hinweise der Staatsschützer wurden offenbar nicht weitergegeben – oder schlicht ignoriert. SPD-Politiker Rüdiger Erben (58) formuliert es unmissverständlich: „Den Revierleiter wird man hören müssen.“

- Advertisement -

Auch Sebastian Striegel (44, Grüne), der dem Prozessauftakt am Landgericht persönlich beiwohnte, betont: „Erstmals wurde deutlich, dass im Polizeirevier Salzlandkreis über die Gefährlichkeit von al-Abdulmohsen gesprochen wurde.“ Bis heute sei unklar, ob der Arbeitgeber des Psychiaters jemals informiert wurde. Genau das müsse nun lückenlos geklärt werden.

Juristische Konflikte & Vorwürfe des Täters

Image: AI
Image: AI

Im laufenden Prozess sollen zudem zwei frühere Rechtsanwälte des Arztes aussagen. Sie hatten al Abdulmohsen im langjährigen Streit mit einer Organisation der Flüchtlingshilfe in Köln vertreten.

Der Angeklagte selbst behauptet nun, die Anwälte hätten ihn hintergangen. „Sie stecken mit der korrupten Flüchtlingshilfe, der Polizei und der Staatsanwaltschaft unter einer Decke, die alle gegen mich arbeiten“, erklärt er vor Gericht. Der ausufernde Zivilstreit soll – nach eigener Darstellung des Täters – ein Auslöser dafür gewesen sein, den Anschlag in Magdeburg zu verüben.

Ein Systemversagen mit tödlichen Folgen?

Image: AI
Image: AI

Die Kombination aus internen Warnungen, unklaren Kommunikationswegen und einer jahrelangen Vorgeschichte des Psychiaters wirft nun gewichtige Fragen auf:

Wer wusste wann was – und warum wurde trotz eindeutiger Hinweise nicht gehandelt?

Der Untersuchungsausschuss sucht nach Antworten, während vor Gericht jede neue Aussage das Bild eines Mannes schärft, der über Jahre hinweg auffällig war – und dennoch unbehelligt weiterarbeiten durfte. Ob es sich am Ende um ein tragisches Behördenversagen handelt, sollen nun beide Verfahren klären.

- Advertisement -

Latest Posts