Im Hubschrauber: Hier trainiert Astro-Alex für die Mondlandung

- Advertisement -

Alexander Gerst tauscht Raumanzug gegen Rotorblätter: Im deutschen Herbsthimmel trainiert Europas bekanntester Astronaut in einem Bundeswehr-Helikopter für den großen Sprung Richtung Mond. Doch warum sitzt „Astro-Alex“ plötzlich am Steuer eines EC135 – und was verrät das über Europas ehrgeizigste Raumfahrtpläne seit Apollo?

- Advertisement -

Der erste tiefe Blick ins Cockpit

IMAGO / APress

Die Rotoren wirbeln Herbstlaub auf, als Gerst konzentriert die Hebel des EC135 zieht. Was nach Routineflug aussieht, ist in Wahrheit ein lebensechter Test für künftige Mondlandungen: Präzises Schweben aus 30 Metern, sanftes Absinken auf ein staubiges „Lande-Pad“ – nur dass hier statt Mondstaub Gras wächst.

- Advertisement -

Noch wichtiger als der Touchdown ist das Timing: Start- und Bremsmanöver im Sekundenfenster sind Voraussetzung dafür, dass Artemis-Astronauten 2027 mit dem neuen Human Landing System millimetergenau in eine Kraterbucht steuern können.

Und genau dafür haben die Trainer in Bückeburg einen Trick in petto, der im nächsten Slide enthüllt wird …

Simulator-Mond in Bückeburg

IMAGO / Future Image

Tief in einer unscheinbaren Halle flimmern graue Krater über 180-Grad-Leinwände. In diesem „Moon-Motion-Sim“ lernt Gerst, Entfernungen ohne atmosphärische Referenzen zu deuten – eine der größten Gefahren beim senkrechten Anflug.

Überraschung: Die Bundeswehr-Ingenieure haben Staubpartikel in die Projektion eingebaut. Sobald der virtuelle Helikopter drosselt, zieht ein Wolkenschleier hoch und raubt die Sicht – exakt wie beim echten Triebwerksstrahl auf dem Mond.

Aber warum zieht es die Astronauten anschließend unbedingt in die Alpen? Weiter geht’s …

Adrenalinkick im Allgäu

IMAGO / APress

Von Kaufbeuren aus steigen zwei EC135 in die Föhnturbulenzen der Allgäuer Alpen. Die Piloten dirigieren den Heli auf winzige Felsabsätze, wo nur Zentimeter freie Kufe zwischen Erfolg und Absturz liegen. Genau dieses Gefühl brauchen sie, wenn später jeder falsche Steuerimpuls einen 40-Milliarden-Dollar-Lander gefährdet.

- Advertisement -

„Wir müssen lernen, dem Instrument zu vertrauen, nicht unseren Augen“, sagt Gerst nach einem Anflug durch dichten Nebel. Optische Illusionen sind am Mond die Regel – dort gibt es keinen Horizont, nur Licht und Schatten.

Wer aber vervollständigt das europäische Quartett im Cockpit? Die Antwort folgt jetzt …

Das Artemis-Quartett

IMAGO / Political-Moments

Neben Gerst schwitzt Matthias Maurer beim Pre-Flight-Check, während Samantha Cristoforetti und Thomas Pesquet per Funk Trainingsdaten vergleichen. Zusammen repräsentieren sie die Raumfahrt-Giganten Deutschland, Italien und Frankreich – und damit Europas stärkste Karte im NASA-geführten Artemis-Programm.

Der Deal: Liefert die ESA das Servicemodul für das Orion-Raumschiff, darf ein Europäer an Bord der ersten bemannten Landung teilnehmen. Insider munkeln, dass „Astro-Alex“ dank seiner 363 ISS-Tage die Pole-Position hat.

Doch wieso besteht die Übung ausgerechnet aus Helikopterflügen – und nicht etwa aus Space-X-Simulatoren? Das klären wir gleich …

Warum Helikopter statt Rakete?

IMAGO / Political-Moments

Helis sind die einzige Flugplattform, die vertikales Schweben, Seitenwind-Korrekturen und Sichtverlust in einem Paket simuliert. Anders als bei Strahlflugzeugen reagiert ein Helikopter ähnlich träge wie ein Mondlander, sobald er in Bodennähe gerät.

Die Erfahrungen aus Vietnam-Rettungseinsätzen und moderner Gebirgsfliegerei haben gezeigt: Piloten, die extreme Landezonen meistern, beherrschen auch unvorhersehbare Kraterhänge. Genau diese Kompetenz will die ESA auf den Mond übertragen.

Alles läuft also auf ein Datum hinaus – wann hebt Europas Mission wirklich ab? Das Finale verrät es …

Countdown zum Krater

IMAGO / APress

Die frisch verteilten Abschluss-Urkunden datieren auf 17. Oktober 2025 – ein Meilenstein, der Gerst & Co. offiziell für das Hardware-Training in den USA qualifiziert. Ab Frühjahr 2026 testen sie das Starship-Lander Cockpit in Houston, gefolgt von Parabelflügen in Florida.

Wenn SpaceX und NASA den Zeitplan halten, fällt 2027 die schwarze Staubfahne im „Malapert-Krater“ – und ein Deutscher könnte als erster Europäer den Mond betreten. Bis dahin bleiben Helikopter-Rotoren die heimliche Geräuschkulisse hinter einer der spannendsten Missionen unserer Zeit.

Und wer weiß: Vielleicht hören wir bald nicht mehr das Dröhnen der Rotorblätter, sondern das gedämpfte Knirschen von Mondstaub unter deutschen Stiefeln.

- Advertisement -

Latest Posts