Ein Abend in Dortmund eskaliert binnen weniger Minuten zu einem Einsatz, der selbst erfahrene Kräfte an die Grenze bringt. In einer Wohnung im Stadtteil Höchsten soll sich ein Mann verschanzt haben, nachdem zuvor ein Polizist angeschossen worden war. Dazu kommt der Verdacht, dass sich Kinder in der Gewalt des Bewaffneten befanden – ein Szenario, das die Lage schlagartig dramatisch machte.
Stundenlange Geiselnahme beendet: Täter ergibt sich der Polizei

Nach einer dramatischen Nacht in Dortmund ist die gefährliche Geisellage beendet. Der Mann, der am Dienstagabend auf einen Polizeibeamten geschossen und sich anschließend mit seinen drei Kindern in einer Wohnung im Stadtteil Höchsten verschanzt hatte, hat sich am frühen Mittwochmorgen den Einsatzkräften ergeben.
Nach Informationen der BILD handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 51-jährigen serbischen Staatsbürger. Demnach soll er seine drei Töchter im Alter von sieben, zehn und zwölf Jahren in der Wohnung festgehalten haben. Für die Kinder endete das stundenlange Drama glücklicherweise ohne körperliche Verletzungen. Nach der Befreiung wurden sie in die Obhut der Behörden übergeben.
Während der gesamten Nacht stand das Wohngebäude unter Beobachtung schwer bewaffneter Spezialkräfte. Einsatzkräfte des SEK umstellten das Haus und bereiteten sich auf unterschiedliche Szenarien vor. Dabei kamen unter anderem ballistische Schutzschilde und ein gepanzertes Einsatzfahrzeug zum Einsatz.
Parallel versuchte eine Verhandlungsgruppe des SEK, den Mann zur Aufgabe zu bewegen. Das oberste Ziel bestand darin, die Situation friedlich zu lösen und die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten. Stundenlang blieb die Lage angespannt, ehe schließlich die erlösende Nachricht kam: Der Mann gab auf und ließ sich widerstandslos festnehmen.
Schüsse auf Polizisten und Randale: Was dem Drama vorausging

Die Eskalation begann offenbar bereits vor dem eigentlichen Großeinsatz. Nach bisherigen Informationen soll der 51-Jährige zuvor in einem Restaurant randaliert haben. Dabei habe er Gäste bedroht, mit einem Knüppel hantiert und zudem Pfefferspray versprüht. Anschließend flüchtete er mit einem Fahrzeug.
Kurz darauf wurde die Polizei wegen eines Hilferufs alarmiert. Gegen 19.15 Uhr rückten Beamte zu einem Wohn- und Geschäftshaus an der Wittbräucker Straße im Dortmunder Stadtteil Höchsten aus. Dort soll sich die Situation dramatisch zugespitzt haben.
Nach Angaben der Polizei trat der Mann vor das Gebäude und eröffnete offenbar mit einer Kleinkaliber-Pistole das Feuer auf die Einsatzkräfte. Ein Beamter wurde dabei getroffen. Glücklicherweise verhinderte seine Schutzweste schwerere Verletzungen.
Ein Polizeisprecher erklärte am Abend: „Ein Projektil traf die Schutzweste eines der eingesetzten Polizeibeamten.“ Weiter hieß es: „Der Beamte wurde dadurch nach derzeitigen Erkenntnissen leicht verletzt.“
Im weiteren Verlauf soll der Tatverdächtige Kontakt zu seinen Eltern gehabt haben. Möglicherweise trugen diese Gespräche dazu bei, dass er schließlich einlenkte. Nach stundenlangen Verhandlungen beendete er die Geiselnahme und stellte sich der Polizei.
Für die Ermittler beginnt nun die Aufarbeitung der Ereignisse. Dabei wird unter anderem untersucht, welche Motive hinter dem Angriff auf die Polizei und der anschließenden Geiselnahme standen. Fest steht jedoch bereits jetzt: Das nächtliche Drama in Dortmund-Höchsten hätte deutlich tragischer enden können.