Ein einziger Kuss sorgte im idyllischen Badeparadies für einen Sturm der Empörung – und könnte nun eine ganze Branche verändern.
Der Vorfall: Ein zärtlicher Moment, der eskalierte

Am vergangenen Wochenende genügten wenige Sekunden: Zwei junge Männer tauschten im Whirlpool der beliebten Schwarzwald-Therme einen kurzen Kuss aus – und wurden daraufhin von Mitarbeitenden aufgefordert, das Bad unverzüglich zu verlassen. Andere Gäste, so das Personal, hätten sich „beschwert“.
Das Paar verließ das Gelände unter Protest, postete seine Erfahrung noch am selben Abend in den sozialen Medien – der Hashtag #SchwarzwaldKiss trendete innerhalb weniger Stunden. Ein lokales Ereignis wurde zum nationalen Aufreger.
Wie reagierte die Therme auf die wachsende Empörungswelle?
Erste Stellungnahme: „Familienfreundliche Regeln“

In einer knappen Mitteilung berief sich das Management zunächst auf die hauseigene Badeordnung, die „intime Zärtlichkeiten“ grundsätzlich untersage. Von Homophobie könne keine Rede sein, man handle lediglich „konsequent und wertefrei“.
Doch der Schuss ging nach hinten los: Screenshots heterosexueller Pärchen beim Kuscheln in derselben Anlage kursierten, die Erklärung wirkte vorgeschoben. Die Bewertungen des Bades auf den großen Reiseportalen rutschten binnen eines Tages von 4,6 auf 2,1 Sterne ab.
Damit rückte die Politik unter Zugzwang …
Solidarität und Druck aus Gesellschaft & Politik

LGBTQ-Organisationen riefen noch am Sonntag zu einer „Kuss-Demo“ vor dem Thermeneingang auf; rund 800 Unterstützer*innen folgten dem Aufruf. Mehrere Landes- und Bundespolitiker forderten eine lückenlose Aufklärung und verwiesen auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG).
Gleichzeitig startete der LSVD eine Online-Petition für verpflichtende Diversity-Trainings in öffentlichen Wellness-Einrichtungen. Die 50 000-Unterzeichner-Marke fiel bereits am Montagmorgen, Tendenz steigend.
Doch welche juristischen Folgen drohen der Therme konkret?
Rechtlicher Blickwinkel: Von Bußgeld bis Schadensersatz

Nach Einschätzung mehrerer Antidiskriminierungs-Expert*innen könnte der Vorfall unter § 19 AGG fallen, der ungerechtfertigte Benachteiligungen bei Dienstleistungen untersagt. Kommt es zur Klage, drohen der Betreiber-GmbH nicht nur Geldbußen, sondern auch zivilrechtliche Entschädigungszahlungen.
Das Landratsamt hat inzwischen ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Ein Mediationsgespräch mit dem Paar ist für kommende Woche angesetzt; begleitet wird es von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.
Währenddessen spürt die Therme die Folgen bereits an der Kasse …
Wirtschaftliche Turbulenzen: Buchungen brechen ein

Innerhalb von 48 Stunden verzeichnete das Bad laut interner Zahlen einen Umsatzrückgang von knapp 40 Prozent. Firmen, die regelmäßig Mitarbeiterevents in der Therme veranstalteten, stornierten ihre Reservierungen „bis auf Weiteres“. Reise-Influencer entfernten bezahlte Kooperationen, mehrere Online-Reisebüros setzten den Eintrag auf „vorübergehend nicht empfehlenswert“.
Der Schwarzwald-Tourismusverband fürchtet um das Image der gesamten Region und drängt hinter den Kulissen auf schnelle Wiedergutmachung.
Doch gibt es noch einen Weg, die Krise in einen Neuanfang zu verwandeln?
Ausblick: Vom Eklat zur Chance

Gestern Abend lenkte die Geschäftsführung ein: Sie kündigte umfassende Schulungen, einen externen Diversity-Auditor und einen kostenlosen „Pride-Spa-Day“ für queere Gäste an. Das betroffene Paar erhielt eine persönliche Entschuldigung plus lebenslange VIP-Mitgliedschaft.
Ob sie das Angebot annehmen, ließen die beiden offen: „Wir warten ab, ob den Worten wirklich Taten folgen.“ Erst wenn der nächste Kuss in der Schwarzwald-Therme selbstverständlich bleibt, ist der Skandal endgültig beendet – und vielleicht beginnt dann eine neue, offenere Wellness-Ära im Schwarzwald.