Mitten in der Nacht färbte gleißendes Orange den Himmel, Sirenen zerschlugen die Stille – doch wo genau die Flammen lodern, blieb bis zum Morgen ein gut gehütetes Geheimnis.
Brennende Nacht auf der Südtrasse

Ein Waldbrand hat sich in den späten Abendstunden rasend schnell entlang einer der wichtigsten Alpenrouten ausgebreitet. Augenzeugen berichten von meterhohen Flammen, die sich durch dichten Mischwald fraßen und den Asphalt der Fernstraße in glutrotes Licht tauchten.
Die ersten Einsatzkräfte, darunter Spezialzüge für Vegetationsfeuer, erreichten das Brandgebiet nur Minuten nach dem Notruf – doch der Funkensturm fraß sich bereits über Böschungen und Moorflächen hinweg. Rauch legte sich wie ein endloses Tuch über die Fahrbahn, die Hitze ließ Leitplanken knacken.
Pendler im Morgengrauen kalt erwischt

In den frühen Morgenstunden herrschte Ausnahmezustand: Wer zur Arbeit musste, stand plötzlich im Stau der Ratlosigkeit. Digitale Verkehrstafeln zeigten blinkende Warnmeldungen, Navigationsgeräte schlugen hektisch Umfahrungen vor und verzweifelte Reisende wendeten auf Parkplätzen.
Die Sperrung traf tausende Pendler und Urlauber gleichermaßen – doch ein Vorankommen blieb unmöglich. Selbst Rettungswagen mussten über Landstraßen ausweichen, weil die Schnellverbindung vollständig dicht war. Die Sorge: Bei weiter auffrischendem Wind könnte sich die Feuerfront noch ausweiten.
Was wir bislang über das Feuer wissen

Erste Analysen deuten darauf hin, dass tagelange Hitze und ausbleibender Regen die Vegetation in eine Pulverkammer verwandelten. Ein einzelner Funke – ob durch Fahrlässigkeit oder Technikdefekt, bleibt unklar – genügte, um die Böden wie Zunder auflodern zu lassen.
Die Feuerwehr war mit mehr als 200 Kräften, Löschhubschraubern und Großtanklöschfahrzeugen im Dauereinsatz. Während sich die Löschlinien Stück für Stück vorarbeiteten, mahnte der Katastrophenschutz Anwohner, Fenster geschlossen zu halten und Lüftungen abzuschalten.
Hier spielt sich das Drama ab

Jetzt steht fest: Das Inferno tobt in Bayern, direkt am nördlichen Ufer des Chiemsees zwischen den Anschlussstellen Bernau und Übersee. Die Flammen griffen bis an die A8 – die Lebensader zwischen München und Salzburg – weshalb die Autobahn komplett dichtgemacht werden musste.
Noch ist unklar, wann die Autobahn wieder freigegeben werden kann. Laut Einsatzleitung brennt ein Areal von mehreren Hektar Wald- und Moorfläche; erst wenn keine Glutnester mehr auflodern, dürfen Pendler zurück auf die Spur. Bis dahin bleibt nur die weiträumige Umfahrung – und die Hoffnung, dass der Regen, der für den Abend angekündigt ist, als natürlicher Helfer eintrifft.