Eine der spektakulärsten Achterbahnen der Welt hat dem Thrill seine Unschuld geraubt – denn jetzt steht sie im Verdacht, das Leben von Fans für immer verändert zu haben.
Der Kick, der zum Albtraum wurde

Schon kurz nach der ersten Meldung machten Chat-Gruppen von Adrenalinjunkies weltweit die Runde: Mehrere Fahrgäste sollen nach einer Fahrt mit dem High-Tech-Coaster über heftige Kopfschmerzen und Schwindel geklagt haben. Zunächst wirkte das wie die üblichen Nebenwirkungen einer besonders wilden Bahn – bis sich die Zahl der Betroffenen nahezu explosionsartig vervielfachte.
Innerhalb weniger Wochen stapelten sich Berichte über Gedächtnislücken, Sprachstörungen und anhaltende Sehstörungen. Hinter vorgehaltener Hand hieß es, die Bahn übe extreme negative g-Kräfte auf den vorderen Teil des Gehirns aus. Je lauter das Raunen wurde, desto mehr wuchs auch die Angst, dass hier mehr als ein Routine-Thrill aus dem Ruder gelaufen sein könnte.
Wenn der Kopf nicht mehr schweigt

Ein Detail verbindet fast alle Betroffenen: Die Symptome treten angeblich nicht sofort nach dem Aussteigen auf, sondern oft erst Stunden später. Viele wachen am nächsten Morgen mit Taubheitsgefühlen oder Sprachfehlern auf. Einige mussten laut Anwälten sogar wieder lernen, zu gehen und zu sprechen – ein Schicksal, das sonst eher mit schweren Verkehrsunfällen assoziiert wird.
Während Ärzte beinahe ratlos nach einer eindeutigen Ursache suchten, bereiteten Kanzleien Sammelklagen vor. Inzwischen wird von deutlich über 100 potenziellen Klägern gesprochen. Die Vergleiche, die bereits hinter verschlossenen Türen diskutiert werden, bewegen sich offenbar im zweistelligen Millionenbereich – doch eine öffentliche Entschuldigung des Betreibers steht weiter aus.
Experten schlagen Alarm, Betreiber mauert

Unabhängige Ingenieure verweisen darauf, dass der betroffene Coaster schon in der Vergangenheit durch sein seltenes Sitz-Rotationssystem auffiel. Bei jeder Fahrt kippen die Sitze mehrfach um 360 Grad, während der Zug bis auf Spitzen von weit über 100 km/h beschleunigt. „Ein biomechanischer Albtraum“, urteilt ein renommierter Neurowissenschaftler, der anonym bleiben will.
Trotzdem ließ die Parkleitung die Bahn noch bis vor Kurzem laufen – erst nach den jüngsten Gutachten wurde sie plötzlich „aus technischer Vorsicht“ vom Netz genommen. Offizielle Stellungnahmen bleiben vage: Man prüfe die Vorwürfe, wolle aber das Ergebnis externer Untersuchungen abwarten.
Schock in Valencia, Kalifornien

Nun steht fest, welches Paradies der Nervenkitzel zum Tatort wurde: Six Flags Magic Mountain im kalifornischen Valencia. Die Achterbahn trägt den Namen X2 und rühmte sich bislang, die weltweit erste „Fünfte-Dimension-Bahn“ zu sein. Genau dieses Konzept sorgt jetzt offenbar für die drastischen Kopfbelastungen, auf die Mediziner und Anwälte den Fokus legen.
Die zuständige Kanzlei hat mittlerweile drei Musterklagen beim Superior Court of California eingereicht und kündigt an, weitere mehr als 100 Fälle nachzureichen. Ob X2 je wieder öffnen darf, ist ungewiss. Sicher ist nur eines: Der Traum vom ultimativen Thrill hat sich an diesem Ort in einen Albtraum mit möglichen „katastrophalen Hirnschäden“ verwandelt – und das Ende dieser Geschichte ist noch lange nicht erreicht.