Münchens Tram-Westtangente verzögert sich weiter – SWM ziehen Konsequenzen

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Großprojekt mit Dauerkrimi-Potenzial: Die Tram-Westtangente, Münchens ehrgeizigstes Schienen-Vorhaben seit Jahrzehnten, steckt erneut fest. Die Stadtwerke (SWM) haben gestern Abend einen „aktualisierten“ Baukalender vorgelegt – und der sorgt für lange Gesichter.

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Zeitplan erneut ins Wanken

Die ursprünglich für Dezember 2025 geplante Teilinbetriebnahme zwischen Agnes-Bernauer- und Ammerseestraße rutscht nun offiziell auf den 27. Februar 2026. Laut SWM sind „aufgebrauchte Puffer“ und ein „massiver Mehraufwand“ schuld.

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Auch das Herzstück, die komplette Strecke vom Laimer Platz zum Ratzingerplatz, bleibt ein ferner Traum: Erst Ende 2028 soll die Westtangente nun rollen.

Lassen Sie uns einen Blick auf die harten Ursachen werfen – und warum selbst Nachtschichten den Rückstand nicht mehr einholen konnten.

Die wahren Bremsklötze

Hauptwasserleitung 5, schlechter Baugrund, A-96-Brücke: Diese drei Schlagworte liest man in jeder Projektmail. Die verlegte 900-Millimeter-Leitung erwies sich als Zeitfresser, weil sie nur in Nachtfenstern umgehängt werden durfte.

Hinzu kommt ein instabiles Bodenprofil unter der Fürstenrieder Straße; dort mussten Fundamente nachvergossen werden. Gleichzeitig blockierten verlegte Versorgungsleitungen den Brückenhub über die A 96, wodurch Monate verloren gingen.

Doch was bedeutet das alles für die täglichen Pendlerinnen und Pendler? Genau das klären wir jetzt.

Ersatzbus statt Straßenbahn – schon wieder

Die Tram 19 bleibt bis kurz vor Weihnachten im Schienenersatzverkehr, Busse schleusen die Fahrgäste weiterhin durch Laim. Für die neue Tram 14 gibt es nur Testfahrten im Werksgelände – frühestens im März darf sie mit Publikum rollen.

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Pendler Richtung Pasing verlieren zusätzlich ihre gewohnte Haltestelle Fürstenrieder Straße; Umleitungen über die Friedenheimer Straße verlängern die Fahrt um bis zu zehn Minuten.

Ob das Verkehrskonzept rund um die Agnes-Bernauer-Kreuzung standhält, sehen wir im nächsten Abschnitt.

Baustellen-Hotspot Fürstenrieder Straße

Der Knoten Agnes-Bernauer / Fürstenrieder Straße bleibt bis Dezember nur einseitig befahrbar. Ost- und Westverkehr enden jeweils vor der Kreuzung, Wendeschleifen wurden notdürftig eingerichtet.

Gleichzeitig schlängeln sich fünf Großprojekte durch dieselbe Schneise: Wasser, Strom, Telekom, Fernwärme – und ganz nebenbei der Tram-Neubau. „Neubau Laim“ tauften es Bauleiter schon sarkastisch.

Doch können die SWM ihren neuen Februar-Termin diesmal wirklich halten? Wir blicken auf den überarbeiteten Masterplan.

Blick in den „aktualisierten“ Masterplan

Der frisch veröffentlichte Baukalender listet 47 Meilensteine, von denen 19 bereits rot markiert sind. Kritische Pfade liegen nun beim Brückeneinschub über die Autobahn und beim Einheben der Gleiskreuzung Laimer Platz.

Positiv: Für jedes Verzugskapitel gibt es ein Beschleunigungspaket – mehr Personal, verlängerte Schichten, modularisierte Gleisfelder. Negativ: Der Puffer für Unvorhergesehenes ist jetzt exakt null Tage.

Wie reagiert die Stadtpolitik auf diese riskante Planung ohne Netz und doppelten Boden? Genau das erzählt die nächste Folie.

Politischer Druck und öffentliche Reaktionen

Im Rathaus wird bereits an Ausfallprämien für die Baufirmen gefeilt. Der ÖPNV-Ausschuss fordert monatliche Fortschrittsberichte, während Anwohnende im Westend eine Petition für „Baustellen-Frieden“ gestartet haben.

Gleichzeitig warnen Umweltverbände, dass längere Bauzeiten mehr Lkw-Verkehr bedeuten – und damit höhere Feinstaubwerte entlang der Route. Die Westtangente bleibt also nicht nur ein Verkehrs-, sondern auch ein Klimathema.

Doch wo liegen trotz allem die Chancen des Projekts? Zum Schluss werfen wir einen optimistischen Blick nach vorn.

Warum sich das Warten trotzdem lohnen könnte

Ist die Tram-Westtangente erst fertig, verbindet sie Pasing, Laim, Sendling und Obersendling in unter 30 Minuten – ganz ohne Umsteigen. Fachleute rechnen mit bis zu 50 000 Fahrgästen täglich, die dann Busse und Autos ersetzen.

Außerdem entstehen entlang der Strecke neue Radwege, breitere Gehsteige und mehr Grünflächen. Ausgerechnet die aktuelle Verzögerung verschafft Planern nun Zeit, zusätzliche Klimabäume und Lärmschutzwände einzuplanen.

Bleibt zu hoffen, dass Münchens Geduld bis 2028 nicht endgültig entgleist – denn dann erst endet dieses Langzeit-Drama auf vier Stahlrädern.

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