RTL überrascht sein Publikum: Nach fünf Staffeln endet eine beliebte Reihe – und das ausgerechnet kurz nachdem sie für einen renommierten Fernsehpreis nominiert wurde. Warum der Sender diesen Schritt geht und was das für Fans bedeutet, baut sich erst im Laufe der Geschichte auf.
Überraschender Kurswechsel bei RTL

Auf den ersten Blick schien alles perfekt zu laufen: Die Einschaltquoten lagen stabil, Social-Media-Kanäle glühten vor Fanliebe und eine frisch eingegangene Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis hätte das Format zusätzlich adeln können. Doch statt Jubelmeldungen folgte ein unerwarteter Einschnitt.
Intern war schon länger klar, dass RTL strategisch umdenken will. Der Markt für Reality- und Dating-Shows ist enger geworden, während gleichzeitig neue Streaming-Konkurrenten um Aufmerksamkeit ringen. Hinter verschlossenen Türen wurde deshalb geprüft, welche Formate auch in Zukunft noch in diese Agenda passen – mit einem überraschenden Ergebnis.
Hinter den Kulissen wächst Unmut

Für die Produktionsfirma kam das Sender-Votum wie ein Schlag: Nach all den Jahren kontinuierlicher Arbeit stand plötzlich die Frage im Raum, wie es überhaupt weitergehen kann. Zahlreiche Kreative hatten bereits Ideen für eine frische Staffel ausgearbeitet, die die jüngsten gesellschaftlichen Debatten stärker in den Mittelpunkt rücken sollte.
Besonders bitter: Gerade die abgelaufene fünfte Runde galt vielen Branchenbeobachter:innen als bisher stärkste. Sie hatte neue Erzählperspektiven eröffnet und wurde in Feuilletons als Meilenstein für queere Repräsentation im deutschen Fernsehen gefeiert. All das reichte offenbar nicht aus, um das Format zu retten.
Fans zwischen Enttäuschung und Hoffnung

In Fanforen und auf den einschlägigen Plattformen dominieren mittlerweile zwei Emotionen: Fassungslosigkeit und Pragmatismus. Einerseits trifft viele das abrupte Ende mitten im Höhenflug bis ins Mark; andererseits klammert man sich an die vage Aussicht, dass RTL+ die Türen für eine spätere Rückkehr ausdrücklich offengelassen hat.
Auch Mitglieder des Kernteams meldeten sich öffentlich zu Wort. Produzentin Yvonne Plume sprach von einem „schmerzlichen, aber vielleicht nicht endgültigen Abschied“ und dankte allen, die das Projekt über fünf Jahre hinweg mitgestaltet haben. Zwischen den Zeilen war zu lesen, dass man intern noch immer auf ein Comeback setzt – wenn sich die Rahmenbedingungen ändern.
Das Aus für **Princess Charming**

Erst hier wird klar, welches Format tatsächlich betroffen ist: Princess Charming. Die weltweit erste lesbische Dating-Show hatte 2021 Geschichte geschrieben und sich in fünf Staffeln vom Nischen-Experiment zum Kult-Liebling entwickelt. Ihre jüngste Nominierung in der Kategorie „Beste Unterhaltung Reality“ konnte den vorläufigen Stopp dennoch nicht verhindern.
Ob es bei einer Pause bleibt oder doch ein endgültiges Ende droht, hängt nun von vielen Faktoren ab – von Budgetentscheidungen bis zur programmlichen Neuausrichtung des Senders. Fest steht nur: Für die Community und das gesamte Kreativ-Team endet eine Ära, während die Zuschauer:innen auf ein mögliches Wiedersehen hoffen müssen.