Ein Stromausfall legt Berlin lahm – und entfacht einen politischen Schlagabtausch, der bis ins Mark der Ampel-Koalition reicht.
Die Stadt im Dunkel

Mitten im eisigen Januar zerreißt ein Feuer an einer Kabelbrücke das Stromnetz im Südwesten Berlins. Zehntausende Haushalte und Betriebe sitzen stundenlang im Kalten, Kliniken arbeiten mit Notaggregaten, und an S-Bahnhöfen herrscht Chaos.
Noch während Techniker brennende Kabelreste abkühlen, kursieren erste Mutmaßungen über einen gezielten Anschlag aus der linksextremen Szene. Die Hauptstadt hält den Atem an.
Lassen Sie uns sehen, wer die ersten Schuldzuweisungen ausspricht …
Dobrindts Alarmruf

Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) meldet sich früh aus dem oberbayerischen Seeon – per Fernschalte. Seine Botschaft: „Der Linksterrorismus ist zurück!“ Er fordert Vorratsdatenspeicherung, mehr Videoüberwachung und ein neues Sicherheitspaket für kritische Infrastruktur.
Damit stößt er eine Lawine an Stellungnahmen los, während sein eigenes Ministerium längst an einem entsprechenden Gesetzentwurf feilt.
Und genau hier beginnen sich die Grünen zu formieren …
Grüner Konter aus Berlin

Parlamentsgeschäftsführerin Irene Mihalic wirft Dobrindt vor, den „Mahner in Panikpose“ zu geben, statt endlich ein aktuelles Lagebild auf den Tisch zu legen. Ihr Vorwurf: Ohne Daten tauge jedes Sicherheitspaket bloß zur Schlagzeile.
Parteichef Felix Banaszak legt nach: „Markige Sprüche aus Seeon helfen niemandem, der gerade im Dunkeln friert.“ Für die Berliner sei wichtiger, wann Strom und Heizung wieder konstant laufen.
Doch die Kritik bleibt nicht im grünen Kosmos …
Koalitionskater statt Koalitionsklima

Während SPD-Kanzler Scholz schweigt, distanziert sich FDP-Fraktionsvize Djir-Sarai nur höflich: „Jetzt ist Sacharbeit gefragt.“ Hinter den Türen rumort es: Wird Dobrindt zu hart angegangen oder hat er sich verrannt?
Ein Ampel-Insider spricht von „selbst erzeugtem Getöse“ und sieht darin „den Probelauf für den CSU-Landtagswahlkampf“.
Damit rückt die Frage in den Fokus, warum die Grünen derart scharf schießen …
Warum die Grünen auf Dobrindt losgehen

Aus Sicht der Grünen ist Dobrindt Doppelmoral pur: Seit Wochen liege ein Gesetzentwurf aus seinem Haus zur IP-Adressen-Speicherung in der Ressortabstimmung – doch er präsentiere sich, als gäbe es keinerlei Plan. Zugleich, so Banaszak, habe der Minister weder zusätzliche Bundespolizei nach Berlin geschickt noch konkrete Hilfe bei der Reparatur kritischer Netze angeboten.
Kurz gesagt: viel Alarm, wenig Aktion. Genau diese Kluft zwischen Rhetorik und Verantwortung treibt die Grünen auf die Barrikaden.
Welche Lösungen liegen nun wirklich auf dem Tisch? …
Ausblick: Schutzschirm statt Schlagabtausch

Der Berliner Senat will nun jede oberirdische Leitung mit KI-gestützter Videoüberwachung sichern, die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen die mutmaßliche „Vulkangruppe“ wegen Terrorverdachts. Parallel rechnen Stromnetz-Experten mit vollständiger Versorgung bis Donnerstagabend.
Ob Dobrindts Sicherheitspaket in dieser Form den Ampel-Test besteht oder umgearbeitet wird, dürfte sich noch im Januar entscheiden – vielleicht erst nach der nächsten Krisensitzung im Kanzleramt.
Bleibt zu klären, wer politisch am Blackout gewinnt …