Nach dem Blackout: Strom fließt wieder – doch der Alltag bleibt gestört

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Nach fünf Tagen Dunkelheit fließt wieder Strom im Südwesten Berlins – dennoch bleibt die Stadt im Ausnahmezustand.

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Licht an – aber nur vorsichtig

Image: IMAGO / PIC ONE
Image: IMAGO / PIC ONE

Seit Mittwoch, 7. Januar, 11 Uhr werden alle betroffenen Leitungen schrittweise zugeschaltet. Stromnetz-Techniker warnen jedoch vor einer Überlastung: Großverbraucher wie Waschmaschinen oder Wallboxen sollen weiterhin ausgeschaltet bleiben, bis die Netze stabil sind. Viele Wohnzimmer leuchten deshalb nur in halber Helligkeit, Heizungen brauchen mehrere Stunden, bis sie wieder gleichmäßig Wärme liefern.

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Doch allein die Tatsache, dass Lampen wieder brennen, sorgt bei zehntausenden Haushalten für spürbare Erleichterung. Menschen stehen auf Balkonen, applaudieren den Monteuren und teilen in sozialen Netzwerken Fotos ihres ersten heißen Kaffees seit Tagen. Doch wie sieht es in den Klassenzimmern aus?

Schulen starten holprig

Image: IMAGO / Independent Photo Agency Int.
Image: IMAGO / Independent Photo Agency Int.

Mehrere Grund- und Oberschulen zwischen Zehlendorf und Wannsee öffnen nur für Notbetreuung. Heizkörper laufen erst seit dem Morgen, daher bleibt der Unterricht verkürzt. Etliche Eltern lassen ihre Kinder weiterhin zu Hause, weil Buslinien ausfallen und Ampeln an Schulwegen nicht funktionieren.

Die Bildungsverwaltung rechnet frühestens zum Wochenende mit regulärem Betrieb – vorausgesetzt, alle Turnhallen werden wieder beheizt und die WLAN-Router in den Klassenräumen starten problemlos. Während Schüler frieren, kämpfen Mobilfunkkunden mit ganz anderen Problemen.

Handynetze flackern

Image: IMAGO / Achille Abboud
Image: IMAGO / Achille Abboud

In Teilen von Nikolassee melden Nutzer weiterhin „kein Netz“. Mobile Basisstationen hängen an Notstromaggregaten – und die müssen alle drei Stunden betankt werden. Eine schrille Cell-Broadcast-Warnung um 9.30 Uhr erinnert viele Berliner schmerzhaft an den Blackout: Das System testete seine Reichweite, erreichte aber nicht alle Endgeräte.

Nach Angaben der Betreiber werden defekte Glasfaserkabel bis zum Abend ersetzt. Bis dahin kann ein einfaches Telefonat zur Geduldsprobe werden, während Datenverbindungen im Schneckentempo laufen. Wenn selbst das Handy bockt, wie kommt man eigentlich zur Arbeit?

Verkehr noch im Ausnahmezustand

Image: IMAGO / Funke Foto Services
Image: IMAGO / Funke Foto Services

Die S-Bahnhöfe Mexikoplatz, Wannsee und Nikolassee sind wieder am Netz, doch Züge fahren nur im 20-Minuten-Takt, da Stellwerke erst kalibriert werden müssen. Mehr als 50 Ampelanlagen blinken weiterhin gelb, Verkehrsleitung bittet Autofahrer um gegenseitige Rücksicht.

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Auf den Straßen übernehmen Freiwillige der Feuerwehr den Verkehrsdienst, während BVG-Busse Umleitungen fahren, um gesperrte Kabelbrücken zu umfahren. Die Folge: Pendler brauchen doppelt so lange wie üblich für den Weg zur Arbeit. Schon jetzt spüren Ladentheken die Nachwirkungen.

Gastronomie und Handel kämpfen

Image: AI
Image: AI

Supermärkte werfen Ware im Millionenwert weg: Tiefkühltruhen waren über 48 Stunden außer Betrieb. Einige Filialen schenken warme Suppe aus, um das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht zu überschreiten. Kleine Bäckereien kneten Teig in Rekordzeit, weil die ersten Lieferungen frischer Milch erst am Nachmittag eintreffen.

Restaurants bleiben trotz Stromrückkehr vorerst geschlossen – Kühlsysteme müssen geprüft, Lager aufgefüllt und Versicherungsfragen geklärt werden. Stadtteilinitiativen organisieren Food-Sharing, damit nichts Verderbliches im Müll landet. Doch was bedeutet der Anschlag für die Zukunft der Stadt?

Blick nach vorn – Lehren aus dem Blackout

Image: AI
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Die Polizei bestätigt eine linksextremistische Bekennerschrift; Ermittler werten Überwachungsvideos aus, um die Täter zu identifizieren. Der Senat verspricht, Kabeltrassen künftig zu verkapseln und 200 Millionen Euro in zusätzliche Redundanzen zu investieren.

Zugleich diskutiert das Abgeordnetenhaus eine Pflicht zur Vorratshaltung von Notstromaggregaten für kritische Infrastruktur wie Schulen und Pflegeheime. Fachleute warnen jedoch: „Absolute Sicherheit gibt es nicht.“ So endet die Woche, in der das Licht zurückkehrte – und Berlin nicht mehr dieselbe Stadt ist. Damit schließt unsere Bilderreise durch den Alltag nach dem Blackout.

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