Nach Festnahme in Israel: Greta Thunberg berichtet von Misshandlungen – zu wenig Wasser, kaum Essen und Bettwanzen

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Als Greta Thunberg am Morgen des 2. Oktober zusammen mit der „Global Sumud Flotte“ in Richtung Gaza auslief, wollte sie nichts weiter als medizinische Güter und Trinkwasser in den belagerten Küstenstreifen bringen. Wenige Stunden später endete die Mission im Griff der israelischen Marine – und in einer Haft, deren Zustände die Klima-Ikone nun offenlegt.

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Festnahme auf offener See

IMAGO / ZUMA Press Wire
IMAGO / ZUMA Press Wire

Israels Marine stoppte sämtliche Schiffe der Flotte noch in internationalen Gewässern und schleppte sie in den Hafen von Aschdod. Dort wurden insgesamt 437 Aktivistinnen und Aktivisten – darunter Abgeordnete, Anwälte und Journalistinnen – festgenommen, weil sie versucht hatten, die 16-jährige Seeblockade zu durchbrechen. (de.euronews.com)

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Die Verhafteten wurden per Bus in das Hochsicherheitsgefängnis Ketziot in der Negev-Wüste überführt. Kontakt zur Außenwelt war für viele Tage unmöglich, Mobiltelefone wurden konfisziert, Rechtsbeistand großteils verweigert. (theguardian.com)

Lassen Sie uns nun einen Blick hinter die Gefängnismauern werfen …

„Kein Wasser, kein Essen“

Image: AI
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Nach Angaben des schwedischen Außenministeriums berichtete Thunberg, sie habe stundenlang auf hartem Boden gesessen, ohne Trinkwasser oder Nahrung. Erst spät in der Nacht gab es eine winzige Ration – „eine einzelne Tüte Chips“, wie ihre Anwälte schildern. (welt.de)

Auch Mitgefangene sprechen von systematischer Dehydrierung: Leitungswasser war oft abgestellt, Trinkflaschen wurden abgenommen, und wer nach mehr verlangte, riskierte Repressalien. (theguardian.com)

Doch das war nur der Anfang der Tortur – weiter geht’s mit den hygienischen Zuständen.

Bettwanzen und Hautausschlag

Image: AI
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Thunberg beschreibt ihre Zelle als „Verseuchungs­herd“: Bettwanzen krochen über Decken und Matratzen, in der stickigen Hitze des Wüstengefängnisses entstanden juckende Hautausschläge. Ein Arztbesuch? „Nur für Menschen“, habe ein Wärter geantwortet, so Ex-Barcelona-Bürgermeisterin Ada Colau, die inzwischen freigelassen ist. (theguardian.com)

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Die schwedische Aktivistin schlief meist im Sitzen, weil das Bettzeug lebte. Andere Gefangene berichten von ähnlichen Parasitenproblemen und von offenen Wunden, die unbehandelt blieben. (welt.de)

Wie reagierte die Gefängnisleitung auf die Vorwürfe? Die Antwort folgt.

„Lügen“, sagt Jerusalem – Hungerstreik hinter Gittern

Image: AI
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Das israelische Außenministerium bezeichnet sämtliche Berichte als „dreiste Lügen“ und betont, alle Rechte der Gefangenen seien gewahrt. National­ sicherheits­minister Itamar Ben-Gvir lobte das Personal sogar öffentlich. (theguardian.com)

Gleichzeitig halten laut Rechtsorganisation Adalah rund 40 Inhaftierte einen Hunger- und Durststreik durch, um medizinische Versorgung zu erzwingen. Schwere Misshandlungen, Drohungen mit Hunden und das Vorführen von Hamas-Videos gehören laut Zeugenaussagen zum Haftalltag. (apnews.com)

Doch nicht alle bleiben hinter Gittern – wer darf gehen, wer muss bleiben?

Deportationen in Etappen

Image: AI
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Am 6. Oktober wurden 171 Aktivistinnen und Aktivisten – darunter Greta Thunberg – nach Griechenland und in die Slowakei ausgeflogen. Mehr als 150 Menschen aus elf Ländern bleiben jedoch vorerst in Ketziot; einige haben ihre Identitätsdokumente zerstört, um eine Abschiebung zu verhindern. (reuters.com)

Diplomatische Proteste nehmen zu: Athen stellte einen scharfen Verbal­protest, während Stockholm „sofortigen konsularischen Zugang für alle schwedischen Staatsbürger“ fordert. Israel weist die Kritik zurück und verweist auf „Sicherheitsrisiken“. (theguardian.com)

Bleibt die Frage: Wie blickt Greta Thunberg selbst auf das Erlebte?

Thunbergs erste Worte – und was jetzt kommt

Image: AI
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In einer Audio­botschaft aus der Abschiebehaft sagte die 22-Jährige: „Wenn das hier schon schwer auszuhalten ist, stellt euch vor, wie es den Menschen in Gaza ergeht.“ Sie kündigte an, ihre Kampagne für einen offenen humanitären Korridor fortzusetzen – „jetzt erst recht“. (welt.de)

Noch bevor ihr Flugzeug abhob, erreichte die Klima­aktivistin eine letzte Nachricht ihrer Mitgefangenen: Sie baten sie, die Welt über Bettwanzen, Durst und Schläge zu informieren. Thunberg versprach es – und genau das tut sie nun. (theguardian.com)

Und damit ist klar: Die Geschichte dieser Flotte endet nicht in Ketziot – sie beginnt dort erst.

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