Ein heißer Frühsommer, eine durchfeierte Nacht und der verlockende Gedanke an ein kühles Bad – was als Abenteuer begann, mündete in einer Katastrophe, die ganz Niederbayern erschüttert.
Sommernacht endet in Tragödie

Mitten in der Nacht klettert eine Gruppe junger Männer über den Zaun des idyllisch gelegenen Freibads von Hohenthann. Das Thermometer zeigt noch immer über 25 Grad, die Luft flirrt, Adrenalin mischt sich mit Alkohol und Übermut. Niemand ahnt, dass die Minuten bis zum Morgengrauen alles verändern werden.
Anwohner berichten später von gedämpftem Gelächter und dem dumpfen Klatschen von Sprüngen ins Wasser. Die Freunde – alle zwischen 19 und 24 Jahren – fühlen sich sicher in der vermeintlichen Abgeschiedenheit. Doch je näher der Morgen rückt, desto dünner wird die Grenze zwischen Spaß und Gefahr.
Verhängnisvoller Sprung – was geschah im Becken?

Gegen vier Uhr morgens wagt der 20-Jährige den letzten Sprung. Sekunden später herrscht Stille. Panik bricht aus, einer der Freunde alarmiert den Notruf, während die anderen versuchen, den Regungslosen ans Beckenrand zu ziehen. Die rettenden Minuten vergehen im Zeitlupentempo.
Sanitäter kämpfen um sein Leben und bringen ihn in eine Klinik – doch am späten Vormittag erliegt der junge Mann seinen schweren Verletzungen. Ermittler rekonstruieren den Ablauf: Ein unbeleuchtetes Becken, ein tiefer Sprung, möglicherweise zu geringe Wassertiefe – der genaue Todeshergang wird erst die Obduktion klären.
Ermittlungen und Warnungen: Was bleibt nach dem Schock?

Die Polizei ermittelt wegen Hausfriedensbruch und prüft, ob Alkohol oder andere Substanzen eine Rolle spielten. Bürgermeisterin Andrea Weiß spricht von tiefer Betroffenheit im Ort, während der Landesverband der Schwimmmeister den Fall als Mahnung nutzt: „Ein nächtliches Freibad wirkt harmlos – ohne Aufsicht können jedoch Sekunden über Leben und Tod entscheiden.“
Das Bad bleibt einen Tag geschlossen, Dorfbewohner legen Blumen am Zaun nieder. Zurück bleiben Fragen nach Verantwortung – und die erschütternde Erkenntnis, dass ein einziger, leichtfertiger Moment reicht, um ein junges Leben zu beenden.