Nach „Stadtbild“-Streit: Union will doppelte Staatsbürgerschaft kippen

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Ein Satz über das „Stadtbild“ hat die Republik elektrisiert – jetzt zielt die Union auf die doppelte Staatsbürgerschaft. Zwischen Protestmärschen, Rekord-Einbürgerungen und internen Machtspielen bahnt sich der nächste große Pass-Paukenschlag an.

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Der Auslöser: Ein Satz, der Städte spaltete

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Mitten in einer Pressekonferenz sprach Kanzler Friedrich Merz von einem „Stadtbild“, das sich wegen integrationsferner Migranten „sichtbar verändert“ habe. Der Begriff wirkte wie ein Funke im Benzinfass: Binnen Stunden trendete #WirSindDasStadtbild, tausende Demonstranten zogen durch Hamburg, Hildesheim und Berlin.

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Während linke Gruppen „Bunt statt Merz-Grau“ skandierten, sahen 63 Prozent der Befragten laut Politbarometer die Aussage als „berechtigt“. Ein Kulturkampf um Sichtbarkeit in deutschen Innenstädten war geboren.

Weiter geht’s mit den ersten Reaktionen aus der Union …

Aufschrei im eigenen Lager: Konservative schlagen Alarm

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Kaum verebbten die Straßenparolen, legte der CSU-Innenpolitiker Stephan Mayer nach: „Gewalttätern, Verfassungsfeinden und Antisemiten muss der deutsche Pass sofort entzogen werden.“ Auch Hessens Innenminister Roman Poseck will bei Hamas-Sympathisanten „den Entzug prüfen“.

Selbst in CDU-Kreisen rumort es: Einige warnen vor „Rassismus-Vorwürfen“, andere verweisen auf Umfragen, die harte Maßnahmen mehrheitlich stützen.

Doch wie viele Doppelstaatler betrifft das überhaupt? Lasst uns auf die Zahlen schauen …

Drei Millionen? Fünf Millionen? Wer hat eigentlich den Doppelpass?

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Der Bund führt kein zentrales Register. Der Zensus 2022 schätzt 5,8 Millionen Doppelstaatler, der Mikrozensus 2024 nur 3,1 Millionen – eine gigantische Grauzone.

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Fest steht: 2023 durften 80,9 Prozent der neuen Deutschen ihren alten Pass behalten. Kein Wunder, dass Konservative fragen: „Wie groß ist die Identifikation wirklich?“

Doch erst der Turbo der Ampel ließ die Zahlen explodieren …

Turbo-Einbürgerung der Ampel: Was die Union zurückdrehen will

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Seit der Reform von 2024 reicht oft ein dreijähriger Aufenthalt für den deutschen Pass. Ergebnis: 292 000 Einbürgerungen im Vorjahr – ein Allzeithoch, fast ein Drittel davon Syrerinnen und Syrer.

Die Union sieht darin den „Ramsch-Rabatt“ aufs Bekenntnis zu Deutschland und will die Frist wieder auf acht Jahre anheben.

Welche juristischen Schrauben sollen jetzt gedreht werden? Wir schauen genauer hin …

Der Plan: Entzug, Ausnahme, Ausweisung

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Die Bundestagsfraktion arbeitet an einem Paket, das den Doppelpass zur Ausnahme erklärt: Nur noch bei EU-Bürgern und „nachweisbarer Härte“ soll er bleiben. Wer bereits zwei Pässe hat, könnte ihn bei schwerer Straftat oder „Hass gegen Deutschland“ verlieren – ein Tabubruch im geltenden Staatsangehörigkeitsrecht.

Flankiert werden sollen schnellere Ausweisungen und ein Integrations-TÜV für Neu-Deutsche. Kritiker warnen: „Zweite-Klasse-Deutsche“ drohen.

Ob es dazu kommt, entscheidet sich bald im Parlament …

Showdown im Bundestag: Kommt es zum großen Pass-Rücklauf?

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Mit ihrer Mehrheit im Bundesrat könnte die Union bereits vor der Wahl 2026 Druck machen. Die Ampel kontert, sie werde „keinen Schritt zurück“ gehen und setzt auf SPD-, Grünen- und FDP-Geschlossenheit.

Während Lobbygruppen Klagen in Karlsruhe prüfen, kalkuliert Merz mit einem Wahlkampfthema, das jede Talkshow füllt. Eins ist sicher: Der Streit um die doppelte Staatsbürgerschaft hat gerade erst begonnen – und könnte das Gesicht Deutschlands nachhaltiger verändern als jede Stadtbild-Debatte zuvor.

Bleiben Sie dran, denn die nächste Runde ist längst terminiert: die Haushaltsdebatte im Dezember, in der es wieder um Identität – und ums Geld – gehen wird.

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