In der Nacht zu Mittwoch lief am mitteldeutschen Drehkreuz alles anders als gewohnt – und doch ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand, wie brisant die Situation wirklich war.
Nächtlicher Alarm an Sachsens wichtigstem Luftdrehkreuz

Kurz nach zwei Uhr meldete die Leitstelle des Flughafens Leipzig/Halle eine „technische Unregelmäßigkeit“ im nordwestlichen Vorfeld. Warnleuchten gingen an, Einsatzfahrzeuge formierten sich, der Tower stoppte startbereite Maschinen. Für Passagiere auf der Besucherterrasse sah es nach einem routinemäßigen Sicherheitsmanöver aus, doch hinter den Kulissen wuchs die Nervosität.
Dass es sich um mehr als eine bloße Vorsichtsmaßnahme handelte, zeigte sich, als die Bundespolizei in voller Schutzmontur ausrückte. Einem Insider zufolge hatte das Airport-Radar ein unidentifiziertes Flugobjekt erfasst, das sich aus Richtung Schkeuditz dem Areal näherte – trotz bestehender Flugverbotszone für unbemannte Systeme. Welche Art von Gerät unterwegs war, blieb zunächst unklar.
Flugbetrieb kurzfristig gestoppt – was bislang offiziell bestätigt ist

Nach BILD-Informationen wurde der gesamte zivile Verkehr für rund 45 Minuten unterbrochen. Cargo-Airlines wie DHL verlegten ankommende Frachtmaschinen nach Prag und Brüssel, Linienflüge rotierten in Warteschleifen. Erst gegen vier Uhr durfte die erste Passagiermaschine wieder landen. Offizielle Stellen sprachen von einer „koordinieren Gefahrenabwehr“, ohne Details preiszugeben.
Fest steht: Weder Reisende noch Crew-Mitglieder kamen zu Schaden. Die Flughafenfeuerwehr kontrollierte sämtliche Außenpositionen, während Spürhunde der Polizei angrenzende Feldwege absuchten. Zeitgleich wurde der Funkverkehr mit der Flugsicherung ausgewertet, um die Flugroute des unbekannten Objekts rekonstruieren zu können.
Ermittler setzen auf Technik und Zeugenhinweise

Noch in der Nacht sicherten Spezialisten Videomaterial aus über 200 Überwachungskameras. Die Hoffnung: Reflektionen oder Wärmesignaturen könnten Aufschluss über Startpunkt und Steuerung geben. Parallel gingen bereits erste Hinweise von Anwohnern im Umkreis der Startbahn 26R ein, die eine surrende Drohne über ihren Gärten beobachtet haben wollen.
Im Fokus steht zudem die Frage, ob das System autonom programmiert oder per Funk gesteuert wurde. Sollte Letzteres zutreffen, suchen Beamte nun nach verdächtigen Fahrzeugen, die zwischen zwei und drei Uhr in Sichtweite des Airports standen. „Wir analysieren jedes potenzielle Signal“, heißt es aus Ermittlerkreisen.
Sprengsatz an Drohne – Experten entschärfen gefährlichen **Zünder**

Gegen fünf Uhr dann die entscheidende Entdeckung: Einsatzkräfte lokalisierten das Fluggerät auf einer Grünfläche unweit des Rollwegs Kilo. An der Unterseite der Drohne hing ein zylindrischer Behälter, gesichert mit Kabelbindern – darin ein improvisierter Sprengsatz mit funktionsfähigem Zünder. Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes entfernten die Ladung und machten sie noch vor Ort unschädlich.
Nach bisherigen Erkenntnissen hätte die Konstruktion beim Aufprall oder per Fernbefehl gezündet werden können. Welches Ziel der Täter verfolgte, bleibt offen. Ermittler prüfen nun Verbindungen zu früheren Störaktionen an deutschen Flughäfen. Für den Moment aber ist klar: Nur dank des schnellen Eingreifens der Sicherheitskräfte blieb der nächtliche Vorfall ohne katastrophale Folgen.