Neues Verkehrsprojekt nach den Ferien – vor einer Schule ändert sich plötzlich alles

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Es war der erste Schultag nach den Winterferien, als in Preetz vor der Friedrich-Ebert-Schule plötzlich Stille einkehrte.

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Der Morgen, an dem der Lohmühlenweg verstummte

Image: IMAGO / Hanno Bode
Image: IMAGO / Hanno Bode

Der 7. Januar 2026, 7.30 Uhr: Hütchen und Polizeiwagen sperren den Lohmühlenweg, irritierte Autofahrer lenken ab – und die Kinder strömen zu Fuß, per Roller oder Rad aufs Schulgelände. Die zweite Schulstraße Schleswig-Holsteins ist eröffnet – ein Moment, der den Alltag vieler Familien auf den Kopf stellt.

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Mit dem Pilotversuch soll der Bring-und-Hol-Stau der „Elterntaxis“ verschwinden, damit der Schulweg selbstverständlicher Teil der kindlichen Eigenständigkeit wird. Das Experiment ist auf ein Jahr angelegt, doch sein Ausgang könnte weit über Preetz hinaus wirken. Als Nächstes wird wichtig, wie genau die neue Regel greift …

So funktioniert die neue Schulstraße

Image: IMAGO / Funke Foto Services
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Während der heißen Phasen – morgens von 7.30 bis 8.15 Uhr und mittags von 11.45 bis 12.15 Uhr – bleibt der Abschnitt zwischen Ragniter Ring und Am Jahnplatz für Autos tabu. Nur Anwohnende mit Ausweis dürfen passieren; allen anderen droht ein 50-Euro-Bußgeld.

Für automobilgebundene Eltern wurden Ausweich-„Elternhaltestellen“ im Ragniter Ring und in der Kührener Straße ausgeschildert. Die Polizei begleitet den Start, später sollen Stichproben reichen. Doch wer hat diesen radikalen Schritt eigentlich möglich gemacht?

Vier Jahre Kampf der Eltern – und ein Pilot, der Geschichte schreiben will

Image: IMAGO / Funke Foto Services
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Hinter der Absperrung stehen zwei Mütter: Antje Seebens-Hoyer und Simone Treplin. Seit 2021 kämpften sie mit Petitionen, Aktionswochen und Kidical-Mass-Demos gegen gefährliche Wendemanöver von teils 30 Autos täglich direkt vor dem Schultor.

Erst nachdem der Kreis Plön im Sommer 2025 einstimmig grünes Licht gab, wurde aus hartnäckigem Ehrenamt kommunale Entscheidung. Bürgermeister Tim Brockmann nennt den Versuch zwar einen „erheblichen Eingriff“, sieht aber eine Chance, Verkehrsprobleme anderswo aufzufangen. Dennoch rumort es – und zwar lauter, als die gesperrte Straße vermuten lässt.

Freude trifft Skepsis: Warum nicht alle jubeln

Image: IMAGO / Jochen Tack
Image: IMAGO / Jochen Tack

Manche Eltern zweifeln am Lerneffekt, wenn nach einigen Wochen keine Kontrollen mehr stattfinden. Sie befürchten, dass Regeln ohne dauerhafte Schranke schnell ausgereizt werden. Zudem fürchten Anwohnende eine Verlagerung des Verkehrs in ruhige Nebenstraßen.

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Kritikerinnen erinnern an frühere Poller- und Halteverbotsversuche, die mangels Überwachung verpufften. Nur wenn Stadt und Polizei konsequent blieben, könne die Schulstraße mehr sein als ein kurzlebiges PR-Projekt. Doch ein Blick nach Kiel zeigt, was passieren kann, wenn die Sperre wirklich wirkt.

Blick nach Kiel: Was der Vorreiter verrät

Image: AI
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Seit September 2025 regelt eine Schranke den Skagenweg vor der Schule am Heidenberger Teich – Kiels erste Schulstraße. Dort drängten sich früher bis zu 60 Autos; jetzt melden Stadt und ADFC deutlich geringere Pkw-Zahlen und mehr Kinder, die selbstständig kommen.

Die Erfahrungen liefern Preetz wertvolle Daten: klare Zeiten, feste Elternparkplätze und sichtbare Barrieren gelten als Erfolgsfaktoren. Doch am Ende entscheidet nicht Kiel, sondern die Auswertung in Preetz – und die tickt bereits.

Die große Bewährungsprobe in 12 Monaten

Image: AI
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Bis Januar 2027 erfassen Verkehrs­zähler und Beobachter, ob sich das Chaos wirklich legt – oder bloß verschiebt. Fällt die Bilanz positiv aus, könnte die Schulstraße dauerhaft bleiben und Vorbild für weitere Grundschulen im Land werden.

Erst dann wird sich zeigen, ob Preetz mutig vorausgegangen ist oder nur einen Autostau verlagert hat. Die spannendste Erkenntnis kommt also am Ende – wenn die Kinder vielleicht längst vergessen haben, dass die Straße je offen war.

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