Nichts war vorbereiteter als dieser zweite Verhandlungstag – bis plötzlich alles dunkel wurde.
Knappe sechs Minuten Gerichtsbetrieb

Im Hochsicherheitssaal des Oberlandesgerichts Dresden nimmt am 26. November 2025 jede und jeder seinen Platz ein, als hätte es die aufgeregte Stimmung des Vortags nie gegeben. Verteidiger sortieren Akten, Medienvertreter justieren Kameras, die sieben Angeklagten mustern schweigend den Saal.
Richter Joachim Kubista startet pünktlich um 11 Uhr: Alle Anträge auf Aussetzung des Verfahrens werden abgelehnt – die Verteidigung schluckt hörbar.
Lassen Sie uns aber zum eigentlichen Dramatik-Moment kommen …
Abgeschmetterte Anträge, steigende Spannung

Kaum endet Kubistas Begründung, wechselt die Stimmung unvermittelt von geordnet zu gespannt. Das Publikum spürt, dass der Prozess gegen die mutmaßliche „Hammerbande“ von nun an Fahrt aufnimmt: Gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung und gar versuchter Mord stehen im Raum.
Zwischen 2018 und 2023 sollen die Beschuldigten rechte Aktivisten gezielt attackiert haben – ein Vorwurf, der selbst Routine-Prozessbeobachter elektrisiert.
Und dann kommt der Moment, der jede Planung über den Haufen wirft …
Blackout im Hochsicherheitssaal

11 Uhr 06: Ein abruptes Klicken, dann völlige Finsternis. Bildschirme erlöschen, Mikrofone knacken, Notbeleuchtung springt an – doch auch sie versagt Sekunden später. Ein flüchtiger Schreckschrei hallt durch den Saal, bevor absolute Stille einsetzt.
Die Technik versagt nicht nur im Gericht: Zeitgleich liegen die benachbarte Justizvollzugsanstalt und umliegende Straßenzüge im Dunkeln.
Aber wie reagiert die Sicherheit auf dieses unvorhersehbare Risiko?
Fesselblitz statt Lichtblitz

Sofort sichern Justizbeamte die vier Untersuchungshäftlinge mit Handschellen, die übrigen drei Angeklagten werden hastig in Nebenräume verbracht. Mit schweren Schuhtritten hallt die Geleitsgruppe über die Gänge, während draußen Sirenen näherkommen.
Knapp sechzig Minuten dauert der Ausnahmezustand, ehe Generatoren anspringen und Licht zurückkehrt. Doch der Zeitplan der vorsitzenden Kammer ist nun Makulatur.
Welche Folgen hat dieser Totalausfall für den eng getakteten Mammutprozess?
Zeitplan zerknittert – aber nicht zerrissen

Der Prozesskalender umfasst rund 70 Sitzungstage bis Juli 2026. Nach dem Blackout wird die Verhandlung auf 13 Uhr verlegt; ob alle Zeugen anreisen können, bleibt offen. Rechtsanwälte sprechen schon von neuen Verzögerungsanträgen – das Misstrauen gegenüber der Justiz-IT wächst.
Gleichzeitig hoffen Opfervertreter auf eine zügige Fortsetzung, denn ihre Mandanten warten seit Jahren auf ein Urteil, das die Attacken der „Hammerbande“ ahndet.
Doch wer oder was hat diesen Stromausfall überhaupt ausgelöst?
Spurensuche im Dunkeln

Energieversorger prüfen derzeit Leitungen, Transformatoren und Schaltkästen; ein Sabotageverdacht steht im Raum, wird aber noch nicht bestätigt. Das Gericht selbst hat eine interne Taskforce gebildet, um die Sicherheitsinfrastruktur zu testen und Schwachstellen sofort nachzurüsten.
Fest steht: Der Prozess gegen Johann G. und seine Mitangeklagten geht weiter – nur der nächste Verhandlungstag entscheidet, ob das Dunkel des 26. November ein einmaliger Schock oder ein böses Omen bleibt.
Bleiben Sie dran, denn die nächste Unterbrechung könnte ganz andere Gründe haben.