Ein ikonischer Sportwagenbauer rutscht in die roten Zahlen: Porsche meldet für das dritte Quartal 2025 einen Verlust von fast einer Milliarde Euro. Was steckt hinter dem dramatischen Einbruch – und gibt es noch eine Chance auf ein glanzvolles Comeback?
Alarmstufe Rot in Zuffenhausen

Die Nachricht schlug ein wie ein Donnerschlag: Zwischen Juli und September verzeichnete Porsche einen operativen Fehlbetrag von rund 967 Millionen Euro. Damit steht das Unternehmen so tief in der Verlustzone wie nie zuvor in seiner Geschichte.
Noch 2024 galt die Marke als Ertragsperle des Volkswagen-Konzerns, jetzt aber droht sie zum Sorgenkind zu werden. Analysten sprechen von der „größten Krise seit der Finanzkrise 2008“ – und die Börse reagiert mit deutlichen Kursabschlägen.
Lassen Sie uns nun anschauen, wie ein gefeierter Gewinnmotor plötzlich zum Kostenfresser werden konnte.
Vom Elektro-Traum zum teuren Strategiewechsel

Porsche hatte 2021 großspurig eine nahezu komplette Elektrifizierung bis 2030 versprochen. Doch 2025 vollzog das Management eine abrupte Kehrtwende und verlängerte die Laufzeit seiner Verbrennungsmotor-Modelle. Die Folge: milliardenschwere Abschreibungen auf eingestellte Batterie- und Softwareprojekte.
Allein die Anpassung des Produktportfolios belastete das Quartal mit 1,8 Milliarden Euro – mehr, als das gesamte Jahresbudget mancher DAX-Unternehmen. Der Stolz, mit dem man einst die Taycan-Erfolgsgeschichte erzählte, ist einer ernüchternden Kostenbilanz gewichen.
Weiter geht’s mit dem globalen Gegenwind, der den Absturz zusätzlich beschleunigt hat.
Zollschock und China-Schwäche

Neue US-Importzölle von bis zu 25 Prozent treffen Premium-Modelle wie den 911 hart. Porsche musste in Nordamerika bereits dreimal die Preise anheben – und dennoch sanken die Margen dramatisch.
Parallel brachen die Verkäufe im einstigen Wachstumsmarkt China um fast 20 Prozent ein. Dort wütet ein erbitterter Preiskrieg um Elektro-SUVs, in dem Porsche mangels günstiger Modelle kaum mithalten kann. Die Doppelbelastung aus Zollkosten und Nachfrageeinbruch erklärt einen Großteil des Rekorddefizits.
Als Nächstes werfen wir einen Blick auf die Personen, die jetzt unter besonderem Druck stehen.
CEO Oliver Blume unter Beschuss

Konzernchef Oliver Blume, der gleichzeitig Volkswagen lenkt, sieht sich massiver Kritik ausgesetzt. Investoren bemängeln eine Doppelfunktion, die klare Prioritäten vermissen lasse. Unterdessen kündigte Porsche bereits seinen Wechsel an der Spitze an: 2026 soll Michael Leiters übernehmen.
Die Führungsetage muss nicht nur das Vertrauen des Finanzmarkts, sondern auch der Belegschaft zurückgewinnen. Immer lauter wird der Ruf nach einer Fokussierung – doch der Spagat zwischen Luxus-Image und Massen-Elektrifizierung bleibt heikel.
Doch welche Opfer werden jetzt von Mitarbeitern und Fans verlangt?
Einschnitte für Belegschaft und Fans

Porsche streicht 1.900 Stellen und verlängert die Kurzarbeit in Zuffenhausen bis mindestens Frühjahr 2026. Zudem sollen rund 2.000 Leiharbeiter keinen Anschlussvertrag erhalten. Für Enthusiasten schmerzlich: Motorsport-Programme wie das LMDh-Projekt stehen auf dem Prüfstand, mancher Werkseinsatz könnte entfallen.
Selbst bei Bestseller-Baureihen ist Sparen angesagt: Facelifts werden verschoben, Entwicklungsbudgets gekürzt. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass „puristische“ 911-Varianten genug Emotionen entfachen, um Käufer bei Laune zu halten.
Gibt es trotzdem Licht am Ende des Tunnels? Ein letzter Blick nach vorn.
Hoffnungsschimmer 2026?

Das Management nennt 2025 „das Tief“ und verspricht ab 2026 wieder eine operative Rendite im hohen einstelligen Bereich. Neue Hybrid-Modelle, ein günstigeres E-Crossover und ein strenger Sparkurs sollen die Wende bringen.
Ob das gelingt, entscheidet sich auf drei Märkten: den USA, China und Europa. Fällt nur einer davon aus, droht Porsche die zweite Milliardenlücke. Doch gelingt die Trendwende, könnte der Mythos 911 in glänzendem Licht zurückkehren – und die heutige Krise als Wendepunkt in die Geschichte eingehen.
Bleiben Sie dran, denn die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob der legendäre Sportwagenbauer wirklich noch einmal aus der Boxengasse beschleunigen kann.