Prozess um falsche Maddie: McCanns schildern jahrelanges Stalking

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Kate McCanns Stimme zittert noch, als sie im Zeugenstand beschreibt, wie eine Fremde plötzlich vor ihrer Haustür steht, sie „Mum“ nennt – und behauptet, das seit 2007 vermisste Mädchen zu sein.

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Ein schockierender Augenblick im Gerichtssaal

 IMAGO / Noah Wedel
IMAGO / Noah Wedel

Kate McCann schildert, dass sie sich „eingedrungen und zutiefst verunsichert“ fühlte, als die Angeklagte Julia Wandelt sie an einem kalten Dezemberabend 2024 unvermittelt vor dem Haus abfing. Die Erinnerung daran lässt die Mutter von Maddie im Gericht leise nach Luft ringen; selbst Jahre nach dem Verschwinden ihrer Tochter bleibt jeder neue Hoffnungsschimmer ein emotionales Minenfeld.

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Auch der vorsitzende Richter bemerkt die Spannung: Auf der Besuchertribüne halten Reportende und Prozessbeobachtende den Atem an, als McCann den an sie adressierten Brief vorzeigt, den Wandelt nur 24 Stunden nach dem Hausbesuch hinterließ – unterschrieben mit „Deine Tochter“.

Nächste Folie: Wer ist die Frau, die sich für Madeleine McCann ausgibt?

Die „falsche Maddie“ – Julia Wandelt

Image: AI
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Seit Juni 2022 bombardierte die 24-jährige Polin die McCanns mit E-Mails, Sprachnachrichten und Instagram-Posts. Ihr Mantra: Sie sei Madeleine und brauche endlich den DNA-Beweis. Ermittler zählen mehr als 200 Kontaktversuche – darunter heimliche Anrufe mitten in der Nacht und kryptische Videos, in denen Wandelt vermeintliche Kindheitserinnerungen beschreibt.

Der Höhepunkt ihres Feldzugs: die Anreise von Polen nach Leicester, flankiert von der 61-jährigen Karen Spragg, die laut Anklage als „Mentorin“ half, die Stalking-Aktionen zu planen. Beide Frauen weisen jede Schuld zurück – obwohl bereits ein genetisches Gutachten vorliegt, das jegliche Verwandtschaft ausschließt.

Gleich erfahren wir, wie nah die Stalkerin den Eltern wirklich kam …

Nächtliche Schatten und ein Brief mit fünf Worten

Image: AI
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Dezember 2024: Kameraaufnahmen zeigen Wandelt, wie sie um 22 Uhr das McCann-Grundstück betritt. Als Kate kurze Zeit später zurückkehrt, konfrontiert Wandelt sie direkt: „Ich bin deine Maddie.“ Trotz mehrfacher Aufforderung, zu gehen, bleibt die Angeklagte stehen, bis Gerry McCann die Polizei ruft.

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Am Morgen danach findet Kate im Briefkasten einen Umschlag: „Für Mum, von Maddie.“ Die fünf Worte genügen, um alte Wunden aufzureißen; die Familie verschanzt sich tagelang im Haus. Dieser Brief wird nun als Schlüsselbeweis für den „großen psychischen Schaden“ gewertet, den die Staatsanwaltschaft Wandelt anlastet.

Weiter geht’s mit den harten Fakten, die die Jury jetzt aufgetischt bekommt …

Wissenschaft gegen Wunschdenken

Image: AI
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Staatsanwalt Michael Duck präsentiert „eindeutig wissenschaftliche Ergebnisse“: Zwei unabhängige DNA-Institute bestätigen, dass Wandelt keinerlei genetische Verbindung zu den McCanns hat. Zusätzlich legen Ermittler Handy-Datensätze vor, die Hunderte Kontaktversuche belegen – darunter Notrufe, in denen Wandelt ihre eigene angebliche Entführung 2007 schildert.

Die Indizien zeichnen das Bild einer minutiös geplanten Kampagne: Von gefälschten Kindheitsfotos bis zu bezahlten Social-Media-Posts, die ihre Behauptung viral machen sollten. Die Anklage fordert eine Haftstrafe von mindestens fünf Jahren wegen „Stalkings unter erschwerenden Umständen“.

Doch im Gericht toben zugleich starke Emotionen – und die Verteidigung schlägt zurück …

Tränen, Tobsucht – und die Strategie der Verteidigung

Image: AI
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Während Kate McCann aussagt, wischt sich Wandelt wiederholt die Augen und bricht am Ende der Befragung in lautes Schluchzen aus. Ihr Anwalt zeichnet das Bild einer „verzweifelten jungen Frau, die selbst Opfer eines Identitätsdilemmas“ sei. Spragg wiederum behauptet, sie habe „nur helfen wollen, die Wahrheit ans Licht zu bringen“.

Die Jury ist sichtlich hin- und hergerissen: Zwischen Mitgefühl für eine mögliche psychische Störung und Empörung über die jahrelange Belästigung. Auch psychiatrische Gutachten stehen noch aus – könnten sie das Blatt für die Angeklagten wenden?

Bleiben Sie dran, denn jetzt rückt der mögliche Urteilsspruch in greifbare Nähe …

Finale Fragen und der Blick nach vorn

Image: AI
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Nach drei Verhandlungstagen kündigt der Richter an, dass das Verfahren „voraussichtlich binnen zwei Wochen“ abgeschlossen sein soll. Sollte die Jury Wandelt und Spragg schuldig sprechen, drohen nicht nur Gefängnisstrafen, sondern auch ein lebenslanges Kontaktverbot zur Familie McCann.

Für Kate und Gerry McCann wäre das das Ende einer weiteren Qual – jedoch nicht das Ende ihrer Suche nach Madeleine. Wie jedes Jahr planen sie auch 2026 eine Mahnwache zum Vermissten-Jahrestag. Ihre Botschaft bleibt unverändert: „Solange keine Beweise für das Gegenteil vorliegen, glauben wir, dass unsere Tochter noch lebt.“

Wie sich die Jury entscheidet – und ob die McCanns endlich ein Stück Ruhe finden – erfahren wir schon bald.

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