Ein scheinbar kleiner Diebstahl erschüttert Cottbus: Eine Regenbogenflagge verschwindet spurlos vor einem Supermarkt – und löst eine Ermittlungswelle aus, die weit über einen einfachen Ladendiebstahl hinausgeht.
Tatort Supermarkt: Die Fahne verschwindet mitten am Tag

Der Donnerstagnachmittag in der Lausitzer Straße verläuft zunächst ruhig, bis Mitarbeitende des Marktes auf eine leere Halterung blicken. Die Regenbogenflagge, die seit Monaten an der Fassade weht, ist weg – nur der nackte Mast ragt in den grauen Herbsthimmel. Passanten haben nichts bemerkt, obwohl der Bereich von Kundenströmen frequentiert ist.
Die Polizei wird alarmiert – doch schnell stellt sich heraus: Jemand muss ganze Arbeit geleistet haben, denn der Fahnenmast wurde aus der Verankerung gelöst, bevor die Flagge abgezogen wurde. Und damit nimmt die Geschichte eine Wendung, die in unserer nächsten Szene an Dramatik gewinnt.
Wie der Fahnenmast zum stummen Zeugen wurde

Am Tatort liegen Holzsplitter und verbogene Schrauben; der Mast selbst kippt halb über das Pflaster, als wolle er noch einmal lautlos von der Tat berichten. Ermittler sichern Spuren, finden Abdruckfragmente von Arbeitshandschuhen, aber keinen Zopf aus Stoff – die Flagge scheint gezielt mitgenommen worden zu sein.
Ein Detail sorgt für Stirnrunzeln: Die Täter mussten Werkzeuge dabeihaben und mehrere Minuten ungestört arbeiten. War es also wirklich reiner Vandalismus? Oder steckt mehr dahinter? Die Antwort führt direkt zu den Spezialisten des Staatsschutzes.
Ermittler stufen den Fall als mögliches Hassdelikt ein

Weil die Regenbogenfahne für Vielfalt und LGBTQ-Rechte steht, übernimmt der polizeiliche Staatsschutz die Akte. Die Beamten prüfen, ob ein politisch motiviertes Hassdelikt vorliegt – ein Verdacht, der im von CSD-Paraden geprägten Cottbus besonders sensibel ist.
Noch gibt es keine öffentlichen Fahndungsbilder, doch im Hintergrund laufen Datenabgleiche mit ähnlichen Vorfällen in Brandenburg. Dass die Flagge nicht einfach weggeworfen, sondern gezielt mitgenommen wurde, nährt eine Theorie, die Betroffene schockiert – und die Community wachrüttelt. Gleich darauf melden sich die ersten Stimmen.
Reaktionen aus der Community: Zwischen Wut und Zusammenhalt

Aktivistinnen vom Cottbuser CSD-Verein zeigen sich bestürzt: „Das ist ein Angriff auf unsere Sichtbarkeit“, erklärt Sprecherin Lea Schulze. Binnen Stunden wächst in sozialen Medien ein Solidaritätsstrom; Nutzerinnen posten Regenbogenemojis, Händler im Viertel hängen Ersatzfahnen auf.
Parallel fordert ein offener Brief an die Stadtverwaltung konkrete Schutzmaßnahmen für queere Symbole im öffentlichen Raum. Doch was sagt eigentlich der Supermarkt, vor dessen Tür die Flagge verschwand? Ihre Stellungnahme birgt eine überraschende Wendung, die wir gleich enthüllen.
Supermarktleitung spricht – und stellt eine überraschende Frage

Marktleiter Jens Kramer bedankt sich zunächst für die Anteilnahme, dann verkündet er: „Wir ersetzen die Fahne nicht nur – wir vervielfachen sie.“ Man habe 50 Miniflaggen für Kundinnen bestellt und plane eine Spendenaktion zugunsten von Jugend-LGBTQ-Projekten.
Gleichzeitig richtet Kramer einen Aufruf an die Täter: „Bringen Sie die Fahne zurück – wir hängen sie erneut auf und erzählen Ihre Geschichte, wenn Sie möchten.“ Eine provokante Geste, die Aufmerksamkeit sichert. Doch ob sich die Täter davon beeindrucken lassen, könnte von einem entscheidenden Puzzleteil abhängen – den Videoaufnahmen.
Was Überwachungskameras zeigen – und wer jetzt im Visier steht

Spätabendlich sichten Ermittler die CCTV-Bilder des Supermarkts: Zwei Gestalten, Kapuzen tief im Gesicht, lösen den Mast in weniger als drei Minuten, laden Flagge und Werkzeug in einen dunklen Kleinwagen und verschwinden Richtung Bundesstraße. Das Kennzeichen ist teils verdeckt – dennoch erkennt man einen regionalen Händleraufdruck am Heck.
Die Fahndung nach dem Fahrzeug läuft, Zeug:innen werden noch heute befragt. Sollte der Staatsschutz eine politisch motivierte Tat bestätigen, drohen den Dieben nicht nur Diebstahls-, sondern auch Straftatbestände aus dem Extremismuskatalog. Damit steht fest: Die Regenbogenflagge könnte bald wieder wehen – diesmal als noch kräftigeres Signal gegen Hass. Und das letzte Wort in dieser spannenden Cottbuser Flaggenstory ist damit noch längst nicht gesprochen.