Schon wieder steigt der Puls an der Zapfsäule: Während der Iran-Konflikt eskaliert, jagt der Benzinpreis von Rekord zu Rekord – und plötzlich steht sogar ein möglicher Engpass im Raum.
Preisschock an der Zapfsäule

Die Anzeige springt inzwischen routinemäßig über die 2-Euro-Marke: Diesel kostete gestern vielerorts 2,11 €, Super E10 lag nahe bei 1,95 €. Seit Beginn der Gefechte im Persischen Golf hat sich der Preis um gut 30 Cent pro Liter verteuert – schneller als nach dem Ukraine-Überfall 2022.
Pendler, Handwerker und Speditionen treffen die Aufschläge hart. Viele füllen jetzt noch einmal alle Kanister, bevor es „noch schlimmer“ werde, wie ein Tankstellenpächter in Dortmund berichtet.
Doch warum gerät die Politik plötzlich unter Zeitdruck?
Streit im Bundestag um die „Einmal-am-Tag-Regel“

Heute debattiert das Parlament über ein Gesetz, das Tankstellen nur noch eine Preisanpassung täglich um Punkt 12 Uhr erlauben soll. Die Koalition verspricht mehr Transparenz, Kritiker warnen, Konzerne könnten die Preise kurz vor Mittag gleich deutlich höher ansetzen.
Selbst der ADAC spricht von einem „Experiment am offenen Herzen der Autofahrer“. Hinter den Kulissen tobt ein Machtkampf zwischen Wirtschafts- und Finanzressort um Steuersenkungen – bislang ohne Ergebnis.
Doch die Ursachen liegen nicht nur in Berlin.
Blockierte Straße von Hormus bringt Nachschub ins Stocken

Seit iranische Revolutionsgarden Teile der Meerenge vermint haben, stauen sich Tanker in der Hitze des Golfes. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels steckt dort fest; Versicherer verweigern zunehmend Deckung.
Die Internationale Energieagentur hat bereits 400 Millionen Barrel aus strategischen Reserven freigegeben. Doch Logistiker warnen: „Das hilft gegen Preise, nicht gegen fehlende Schiffe.“
Welche Folgen drohen jetzt für Deutschlands Wirtschaft?
Industrie und Pendler wappnen sich für den Ernstfall

Chemie- und Stahlwerke prüfen Notfallpläne, von Schichtverkürzungen bis zum Umstieg auf Flüssiggas. Speditionen kalkulieren Baustellenzuschläge, Autoclubs vermelden Rekordnachfragen nach Fahrgemeinschafts-Apps.
In Grenzorten zu Polen, Luxemburg und Tschechien bilden sich kilometerlange Schlangen – ein Déjà-vu zu 2022. „Damals war es teuer, diesmal könnte es schlicht kein Benzin mehr geben“, unkt ein Berufspendler aus Aachen.
Was weiß das Wirtschaftsministerium, das wir nicht wissen?
Geheime Szenarien im Wirtschaftsministerium

Intern kursieren drei Stufenpläne: Preiskontrolle, Rationierung und – als Ultima Ratio – Fahrverbote an Werktagen. Noch betont Ministerin Katherina Reiche öffentlich, dass „derzeit genügend Volumen“ vorhanden sei.
Doch vertrauliche Lageberichte sprechen von schrumpfenden Pufferbeständen: Nur noch 38 Tage Dieselreserve, sollte kein Tropfen neues Öl anlanden.
Und dann lässt Reiche die Bombe platzen.
Die brisante Warnung: Ende April könnte der Sprit ausgehen

In einer frühen Sitzung des Haushaltsausschusses legte Reiche heute Morgen erstmals eine konkrete Prognose vor: „Wenn der Krieg anhält, erwarten wir ab Ende April – spätestens Anfang Mai – echte Versorgungsengpässe.“ Dann könne nicht nur der Preis, sondern die reine Verfügbarkeit zum Problem werden.
Damit rückt ein Szenario in greifbare Nähe, das vor Wochen noch Panikmache schien: leere Zapfsäulen bereits in fünf Wochen. Ob Preisdeckel, Reservefreigabe oder Fahrverbote – alles hängt jetzt am zähen Ringen um einen Waffenstillstand am Golf.
Wie Sie sich trotzdem wappnen können, lesen Sie in unserem Service-Update am Abend.