Rund 40 Tote bei Silvesterparty: Augenzeugen berichten von traumatischen Szenen

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Ein stilles Silvesterlicht verwandelte sich in ein loderndes Inferno: In einer Kellerbar verloren in den frühen Morgenstunden des 1. Januar rund 40 Menschen ihr Leben, über 100 wurden verletzt. Augenzeugen stehen noch immer unter Schock – und erzählen jetzt ihre Geschichte.

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Die Nacht, in der Crans-Montana alles verlor

Image: IMAGO / ZUMA Press Wire
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Im luxuriösen Wintersportort Crans-Montana ist nichts mehr wie zuvor. Was als glanzvolle Silvesternacht begann, verwandelte sich binnen Sekunden in ein Inferno. Eine Explosion, ein rasender Brand – und Szenen, die Augenzeugen später als apokalyptisch beschrieben.

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In der Bar „Le Constellation“ feiern junge Menschen aus ganz Europa den Jahreswechsel. Dann zerreißt ein Knall die Nacht. Mindestens 40 Menschen sterben, 115 werden verletzt, mehr als 80 erleiden schwerste Verbrennungen. Viele Opfer sind zwischen 16 und 30 Jahre alt. Laut Polizei stammen sie aus mehreren Ländern. Ob auch Deutsche betroffen sind, ist weiterhin unklar.

„Plötzlich stand alles in Flammen“

Image: AI
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Der 19-jährige Skilehrer Tim Steffens steht vor der Bar, als die Katastrophe beginnt. Gegenüber dem Schweizer Medium 20 Minuten schildert er den Moment, der sich in sein Gedächtnis eingebrannt hat:

Dann habe ich einen Knall gehört. Innen drin stand plötzlich alles in Flammen.

Menschen drängen panisch zur Treppe, versuchen zu fliehen. Steffens ringt um Worte:

Es war schlimm. Sie waren alle verbrannt. Die Kleider waren ihnen weggebrannt. Es sah wirklich nicht schön aus. Die Schreie … nicht schön, nicht schön.

Viele schaffen es nicht mehr rechtzeitig hinaus.

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Kriegsszenen mitten im Alpenort

Image: AI
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Auch Anwohner werden aus dem Schlaf gerissen. In einem Sonderbericht des Fernsehsenders RTS berichtet ein Bewohner von einem lauten Knall – kein Feuerwerk, sondern etwas völlig anderes. Sekunden später: Rauch, Chaos, Tod.

Ein Mann Anfang 30, der kurz nach der Explosion eintrifft, sagt dem Tages-Anzeiger, die Szenerie habe an einen Kriegsschauplatz erinnert. Dicker schwarzer Rauch quoll aus der Bar, brennende Menschen seien schreiend ins Freie gerannt, andere reglos liegen geblieben.

Ein Tourist aus New York filmt die Flucht durch die Dunkelheit. Selbst Gäste, die kurz zuvor noch ausgelassen gefeiert hatten, stehen unter Schock.

Sekunden trennen Fest und Tod

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Der Berner Lokalpolitiker Raphaël Karlen (52) war an diesem Abend noch mit seiner Familie in der Bar. Er berichtet, Silvester in Crans-Montana gleiche einem riesigen Straßenfest – vergleichbar mit dem Times Square in New York. Die Straßen seien voller Menschen gewesen, Champagner floss in Strömen.

Nur wenige Minuten später folgte die Explosion.

Noch immer ist unklar, wie viele Menschen sich genau in der Bar befanden. Viele Verletzte wurden in mehrere Kliniken gebracht. Das Gebäude selbst sowie ein Nachbarhaus wurden vollständig zerstört.

Sicherheitsmängel? Jetzt beginnen die heiklen Fragen

Image: AI
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Nach den Berichten der Überlebenden rücken massive Sicherheitsfragen in den Fokus. Ein früherer Besucher sagt der Zeitung Blick, das Untergeschoss habe nur einen einzigen Fluchtweg gehabt. Schon vor zwei Jahren habe er befürchtet, dass eine Panik dort tödlich enden könnte.

Sollte sich dies bestätigen, hätte das gravierende Konsequenzen. In der Schweiz gelten strenge Brandschutzvorschriften der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen. Versammlungsstätten für mehr als 100 Personen müssen mindestens zwei voneinander unabhängige Fluchtwege besitzen. Ein einzelner Ausgang kann bei Rauch oder Explosion zur Falle werden.

Auch die Technik steht auf dem Prüfstand: Rauch- und Wärmeabzüge sind in unterirdischen Lokalen oft Pflicht. Doch was passiert, wenn Explosion oder Stromausfall die Systeme lahmlegen?

Ein Hotspot ausgelöscht – ein Ort im Schockzustand

Image: AI
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Die Bar „Le Constellation“ galt als Hotspot der Region. Laut Polizei bot sie Platz für rund 300 Gäste im Innenbereich, dazu eine Terrasse. Gegen 1.30 Uhr kam es zur Explosion – Ursache bislang ungeklärt. Medien berichten, dass Pyrotechnik während eines Konzerts eine Rolle gespielt haben könnte.

Gegründet wurde das Lokal 2015, betrieben von einem französischen Ehepaar aus Korsika. Es war täglich geöffnet, bot DJ-Musik, Shisha- und Raucherbereiche, Sportübertragungen – und war stark mit Holzelementen ausgestattet. Am Morgen nach der Katastrophe waren die Social-Media-Seiten gelöscht, bei Google hieß es nur noch: temporär geschlossen.

Crans-Montana steht unter Schock. Eine Anwohnerin sagt, die ausgelassene Silvesterstimmung sei mit einem Schlag verschwunden. Was bleibt, ist Stille, Trauer – und die bange Frage, wie es so weit kommen konnte.

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