Eine eisige Nacht, blitzblanke Fahrbahnen – und plötzlich steht halb Norddeutschland still: Schnee und Glätte sorgen heute (4. Februar 2026) für massenhaft Unterrichtsausfälle.
Kaltfront legt den Norden lahm

Meterweise Neuschnee war es nicht, doch gefrierender Regen hat Straßen in spiegelglatte Rutschbahnen verwandelt. Schon in der Nacht meldeten Polizei und Wetterdienste unzählige Glätteunfälle, liegengebliebene Lkw und erste Notrufe verunsicherter Eltern. Die Verkehrsmanagementzentralen schlugen Alarm und schickten die Liste der betroffenen Kreise stündlich erneut ins Netz.
Während Streudienste verzweifelt Salz nachlieferten, wuchs der Druck auf die Behörden: Würde der Präsenzunterricht halten? Wer jetzt wissen will, wie Bremen als Erstes reagierte, sollte weiterlesen – denn dort fiel die Entscheidung noch vor Tagesanbruch.
Bremen & Bremerhaven schalten auf Distanz

Kurz nach 04:00 Uhr stellte die Bildungsbehörde klar: Alle öffentlichen Schulen in Bremen und Bremerhaven wechseln heute komplett in den Distanzunterricht. Selbst Kitas bieten nur Notbetreuung an, um die Wege für die Kleinsten zu vermeiden. Das Ziel: Unterricht ja – Risiko nein.
Eltern erhielten Push-Mitteilungen, Lehrkräfte luden Arbeitsaufträge in die Lernclouds, während Busse leer an Haltestellen vorbeirutschten. Doch so konsequent wie die Hansestadt reagierte, war nicht jede Region – denn in Niedersachsen wurde das Ausmaß erst beim Blick auf die Landkarte sichtbar.
Land auf Land ab: Schulfreie Zone in Niedersachsen

Vom Ammerland bis nach Wittmund liest sich die aktuelle Übersicht wie ein Marathon quer durch das Bundesland: Aurich, Cloppenburg, Cuxhaven, Diepholz, Friesland, Hameln-Pyrmont, Hildesheim, Leer, Nienburg, Oldenburg, Osterholz, Schaumburg, Vechta, Verden, Wesermarsch – mehr als 20 Kreise schicken ihre Schülerinnen und Schüler gar nicht erst vor die Tür. In Hannover, Wilhelmshaven, Emden und Delmenhorst bleiben die Schultore ebenfalls zu.
Nicht überall ist von verpflichtendem Onlineunterricht die Rede; vielerorts dürfen Eltern selbst entscheiden, ob Aufgaben zuhause erledigt werden. Klingt eindeutig – wäre da nicht das Nachbarbundesland Hessen, das sich heute Morgen besonders schwer tat.
Hessen zögert, doch erste Schulen kapitulieren

Das Innenministerium warnte schon am Vorabend per „HessenWarn“-App, doch landesweit Schulfrei? So weit ging man (noch) nicht. Stattdessen trafen Rektorate einzeln Entscheidungen: Die Wollenbergschule in Wetter und die Johannes-Gutenberg-Schule in Ehringshausen schlossen die Gebäude, stellten spontan auf Onlineunterricht um und sagten alle Exkursionen ab. Andere Schulen warteten bis kurz vor Unterrichtsbeginn – zum Ärger vieler Eltern im Stau.
Die Verunsicherung ist groß, denn Glättewarnungen gelten weiter bis in den späten Vormittag. Warum Experten trotzdem erst für morgen ernsthafte Entspannung sehen, zeigt ein Blick auf die Straßen und Radare.
Glatteis-Alarm, Staus und ein unsicheres Morgen

Rund 30 Kilometer Stau auf der A3, blockierte Lkw auf der B49, eingeschränkter Flugverkehr in Frankfurt – das Winterwetter ist alles andere als ein lokales Problem. Der Deutsche Wetterdienst belässt die Warnstufe 3 von 4 für große Teile Hessens bis mindestens 09:00 Uhr, während in Niedersachsen noch stärkerer Schneefall für den Abend vorhergesagt ist.
Die Folge: Kommunen halten sich Updates frei, Eltern aktualisieren im Minutentakt die Info-Portale. Doch was bedeutet das für den Stundenplan von Donnerstag? Die Antwort birgt die größte Überraschung dieses frostigen Tages.
Ausblick: Wenn Schnee den Stundenplan schreibt

Meteorologen erwarten, dass eine zweite Kältewelle bis Freitagmorgen kalte Ostluft nachschiebt – mit neuer Gefahr von Schneegriesel und Blitzeis. Viele Landkreise haben deshalb bereits angekündigt, ihre Entscheidung über den Schulbetrieb erst morgen ab 05:00 Uhr zu treffen. Wer unbedingt planen muss, sollte Notbetreuung einrechnen und digitale Lernplattformen griffbereit halten.
Damit steht fest: Der heutige Unterrichtsausfall könnte erst der Auftakt sein. Ob morgen wieder Schulklingeln oder Videokonferenz ertönt, entscheidet letztlich der Himmel – und der bleibt noch mindestens 48 Stunden lang unberechenbar. Halten Sie Handschuhe und WLAN parat, denn das norddeutsche Wintermärchen ist noch nicht zu Ende.