Ein TV-Abend, der zum Pulverfass wurde: In der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ verteidigte AfD-Chef Tino Chrupalla überraschend den Kreml-Herrscher Wladimir Putin – und richtete gleichzeitig scharfe Attacken gegen Polen. Die kontroversen Aussagen lösten im Studio und online ein Beben aus.
Der explosive Einstieg ins Talk-Duell

Schon die ersten Minuten der Sendung wirkten wie ein politischer Schlagabtausch auf offener Bühne. Tino Chrupalla, leger im Sakko, setzte ohne Umschweife zum Frontalangriff auf die gängige Russland-Analyse an und erklärte, Deutschland überschätze die Bedrohung aus Moskau. Moderator Markus Lanz runzelte die Stirn, während die Kameras auf erstaunte Gesichter im Publikum schwenkten.
Die Spannung stieg weiter, als Chrupalla genüsslich verkündete, er sehe „keine akute Gefahr“ durch Russland. Ein Raunen ging durchs Studio – die Grundlage für ein hitziges Gespräch war gelegt.
Nun wurde es persönlich, denn Chrupalla machte klar, wem er wirklich misstraut.
Putin als „Missverstandener“: Die gewagte Verteidigung

Mit fester Stimme stellte der AfD-Chef fest, Putin habe „Deutschland nie mit Atomschlägen bedroht“. Die Wortwahl wirkte beinahe schützend – als müsse Putin von westlicher „Propaganda“ freigekämpft werden. Lanz hakte nach, doch Chrupalla blieb kompromisslos: Man müsse reden, nicht sanktionieren.
Dass militärische Expertinnen wie Florence Gaub mehrfach russische Nukleardrohungen dokumentiert haben, tat Chrupalla als „aufgeblähte Rhetorik“ ab. Damit stellte er sich demonstrativ gegen nahezu alle sicherheitspolitischen Einschätzungen der letzten Jahre.
Doch der AfD-Chef zielte noch auf ein ganz anderes Land – völlig unerwartet fiel Polens Name.
„Warszawa statt Moskau“: Der Seitenhieb auf Polen

Plötzlich drehte sich das Gespräch weg vom Kreml: Chrupalla warf Polen „Doppelmoral“ vor, weil Warschau einen mutmaßlichen Nord-Stream-Attentäter nicht ausliefere. Die Gleichsetzung von NATO-Partner und Aggressor ließ selbst abgebrühte Talk-Gäste kurz sprachlos zurück.
Markus Lanz fragte entgeistert, ob Polen nun gefährlicher sei als Russland. Chrupalla nickte – und verglich den CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter mit Kreml-Hardliner Dmitri Medwedew. Das Studiopublikum hielt den Atem an, die Social-Media-Feeds liefen heiß.
Damit war der Faktencheck unvermeidlich – und er fiel vernichtend aus.
Die Fakten-Front prallt auf AfD-Narrativ

Florence Gaub stellte nüchtern klar, dass Putin „fast fünfzehnmal nuklear gedroht“ habe. Ihr Dossier zählte Daten, Zitate, Zeitpunkte – Chrupalla ließ sich nicht beirren. Er sprach von falschen Beweisen, bezweifelte sogar Berichte über russische Drohnen in Deutschland.
Der Kontrast hätte größer kaum sein können: Während Experten Alarm schlugen, beharrte der AfD-Chef auf seiner Version und witterte politische Verfolgung in eigener Sache. Die Diskussion bekam einen fast surrealen Unterton, als Chrupalla sich mit Dissidenten in Autokratien verglich.
Doch die heftigste Replik kam nicht von Lanz – sondern von einem Mann, der Putins Gefängnisse kennt.
Kara-Mursa kontert: „Das ist echte Gefahr, Herr Chrupalla!“

Der russische Oppositionelle Wladimir Kara-Mursa, zugeschaltet aus dem Exil, schilderte Folterberichte aus Putins Straflagern. Sein persönliches Zeugnis stellte Chrupallas Verharmlosung in ein grelles Licht. Der AfD-Chef wich aus, sprach von „anderen Perspektiven“, doch die moralische Schwere blieb im Raum.
Auch politische Gegner in Deutschland reagierten scharf. „Ein Glück für Putin, dass es die AfD gibt“, ätzte ein CDU-Abgeordneter wenig später im Bundestag – ein Satz, der in den News-Tickern rot aufleuchtete. Die Talkshow hatte sich längst in ein landesweites Echo verwandelt.
Was bedeutet dieser Auftritt nun für die AfD und die bevorstehenden Wahlkämpfe?
Finale Wucht: Was bleibt nach dem Talk-Beben?

Internen Berichten zufolge diskutiert die AfD-Führung bereits, Chrupallas Linie zur Außenpolitik als Wahlkampfschlager auszubauen – trotz oder gerade wegen der massiven Kritik. Strategen hoffen, mit Anti-Establishment-Rhetorik neue Wählergruppen zu mobilisieren.
Gleichzeitig wächst der Druck von außen: Koalitionsparteien denken laut über Untersuchungsausschüsse zu möglichen Russland-Kontakten der AfD nach. Ob Chrupallas TV-Provokation seine Partei stärkt oder ins Abseits bugsiert, zeigt sich erst im Superwahljahr 2026.
Damit ist klar: Der Lanz-Abend war kein Talkshow-Zwischenfall – er könnte der Auftakt zu einem neuen Kapitel in Deutschlands politischem Kräftemessen sein.